Gesund und vital
Artikel vom 19.02.2018

Ayurvedische Behandlung: 6 Grundsätze der traditionellen indischen Gesundheitslehre

Ayurvedische Medizin ist auf den ganzen Körper bezogen und mehr als nur Wellness.
Die Effekte authentischer ayurvedischer Medizin gehen weit über die Wirkung von Wellnessanwendungen hinaus. Foto: djd/Staatsbad und Touristik Bad Bocklet/Romana Kochanowski

Wer an Diabetes, Rheuma oder Hauterkrankungen leidet, muss mit seiner Krankheit leben. Häufig hilft die regelmäßige Einnahme von Medikamenten, den Stoffwechsel im Griff zu behalten oder Schübe zu unterdrücken. Für die Behandlung der Krankheitsursachen fehlen jedoch nachhaltige Konzepte.

Eine Alternative könnten Behandlungsmethoden sein, die einen ganzheitlichen Therapieansatz verfolgen. Dazu gehört Ayurveda - die altbewährte indische Wissenschaft vom langen Leben in Gesundheit. Welche Grundsätze die ayurvedischen Behandlungsmethoden auszeichnen, erfahren Sie hier.

1. Ayurvedische Medizin ist viel mehr als Massage

Anders als oft fälschlich vermutet, ist ayurvedische Medizin mehr als Massagen in einem Wellnesshotel. Es ist ein von der WHO anerkanntes Gesundheitssystem, dass von Medizinern ausgeübt wird. In Deutschland kann das Naturheilverfahren von Heilpraktikern und Ärzten angeboten werden, die über eine qualifizierte Weiterbildung verfügen. Eine Liste anerkannter Ayurveda-Ärzte gibt es bei der Deutschen Ärztegesellschaft für Ayurveda-Medizin e.V..

Eine ayurvedische Therapeutin wird immer in Kerala ausgebildet.
In Bad Bocklet werden ayurvedische Heilmethoden von versierten Therapeutinnen angewendet, die in Kerala ausgebildet wurden. Foto: djd/Staatsbad und Touristik Bad Bocklet/Romana Kochanowski

2. Ayurvedische Therapie betrachtet Menschen individuell

Alle Menschen werden im Ayurveda als sehr komplex betrachtet. Während in der westlichen Medizin auf wissenschaftlichen Untersuchungen gestützte Behandlungsleitlinien die Therapie und den Einsatz hochentwickelter Medikamente vorgeben, wird im Ayurveda jeder Mensch nach seinem individuellen Profil behandelt.

3. Ayurvedische Behandlung wird von der Konstitution bestimmt

Entsprechend seinem Konstitutionstyp - Dosha genannt - sowie nach Lebensalter und Geschlecht wird individuell eine Behandlungsstrategie für die jeweilige Krankheit festgelegt. Die drei Konstitutionstypen sind Pittha - Feuerprinzip, Kapha - Strukturprinzip und Vatha - Bewegungsprinzip.

Jeder Mensch hat eine Mischkonstitution, bei der zumeist ein oder zwei Doshatypen dominieren. Weitere Informationen gibt es in dieser Broschüre.

4. Ayurvedische Therapie will Selbstheilungskräfte aktivieren

Unter Berücksichtigung der sehr individuellen Stoffwechselvorgänge und Reaktionsmuster eines jeden Einzelnen, zielt Ayurveda darauf, die Selbstregulierungskräfte des Körpers zu aktivieren. Ziel ist es, einen gesunden körperlichen Zustand und eine gesunde psychische Verfassung zu erreichen. Welche Chancen in dem Naturheilverfahren stecken, wird an renommierten Universitäten wie der Berliner Charité und der Uni Duisburg-Essen erforscht.

Ayurvedische Medizin umfasst die Psyche, den Körper und die Ernährung.
Meditation gehört dazu: In der ayurvedischen Medizin trägt eine gesunde psychische Verfassung zum Heilungserfolg bei. Foto: djd/Staatsbad und Touristik Bad Bocklet/Romana Kochanowski

5. Authentische ayurvedische Medizin ist nicht nur in Indien möglich

Inzwischen bieten qualifizierte Einrichtungen hierzulande mit der entsprechenden medizinischen Kompetenz und ständiger ärztlicher Präsenz ayurvedische Medizin an. Eine davon ist das Ayurveda-Zentrum im Kunzmanns Hotel in Bad Bocklet im Bäderland Bayerische Rhön.

Die authentischen Anwendungen werden nach den Prinzipien eines Ayurveda-Hospitals in Kerala von fünf indischen Therapeuten durchgeführt, die unter Leitung eines indischen Chefarztes und der ärztlichen Verantwortung eines deutschen Internisten stehen. Unter www.ayurveda-deutschland.org sind weitere Informationen zu Buchungspauschalen zu finden.

6. Ayurvedische Therapiekonzepte beinhalten mehrere Komponenten

- eine spezifische typgerechte und krankheitsbezogene Ernährung
- tägliche Bewegungs- und Entspannungsübungen (Yoga)
- Anleitungen zur spirituellen Praxis (Meditationen)
- ayurvedische Naturheilmittel aus Pflanzen oder Mineralien (in Indien), Nahrungsergänzungsmittel und Kräuter (in Deutschland)
- eine Vielzahl individueller Ganz- und Teilkörperbehandlungen (Ölmassagen, Güsse)

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