Gesund und vital
Artikel vom 12.03.2019

Ayurveda-Massage: 6 Fakten rund um die traditionelle Therapie aus Indien

Synchron ausgeführte Ganzkörpermassagen wie die Abhyanga gelten als besonders wirkungsintensiv.
Synchron ausgeführte Ganzkörpermassagen wie die Abhyanga gelten als besonders wirkungsintensiv, weil sie beide Körperhälften gleichzeitig stimulieren. Foto: djd/Ayurveda-Zentrum/Romana Kochanowski

Ayurveda-Massagen liegen im Trend. Inzwischen werden auch hierzulande in zahlreichen Wellnesshotels die angenehmen Anwendungen angeboten, die an die indische "Lehre vom langen Leben" angelehnt sind.

Streng genommen sind Ayurveda-Massagen jedoch Bestandteil eines traditionellen indischen Medizinsystems, das von der WHO als Naturheilverfahren anerkannt ist. Was Sie wissen sollten, damit Sie authentische Anwendungen erkennen, erfahren Sie hier:

1. Am Anfang steht die Voruntersuchung

Traditionell und medizinisch fundiert sind Ayurveda-Massagen und Ölbehandlungen dort, wo ihnen eine ärztliche Voruntersuchung vorausgeht. Gemeinsam mit dem Patient entscheidet der behandelnde Ayurveda-Arzt, welche Massagen zur Behandlung eines vorliegenden Beschwerdebildes sinnvoll sind.

In Indien ausgebildete Therapeuten machen einen handgeführten Stirnölguss, der besonders ausgleichend wirken kann.
In Indien ausgebildete Therapeuten machen einen handgeführten Stirnölguss, der besonders ausgleichend wirken kann. Foto: djd/Ayurveda-Zentrum
Kräuterstempelmassagen finden oft bei Rheuma Anwendung.
Kräuterstempelmassagen finden oft bei Rheuma Anwendung. Foto: djd/Ayurveda-Zentrum/Romana Kochanowski

2. Ayurveda-Massage nur ein Teil der Behandlung

Die verordnete Therapie besteht immer aus vier Teilen: Neben Ganz- und Teilkörperbehandlungen gehören eine typgerechte, krankheitsbezogene Ernährung, die Verordnung von Nahrungsergänzungsmitteln sowie Yoga und Bewegung dazu.

3. Langfristige Wirksamkeit im Fokus

Nach den Weisungen des Arztes werden passend zu den Konstitutionstypen der Patienten individuelle Massageöle mit diversen Kräutern für die Behandlung zusammengestellt.

Dabei zielen Ayurveda-Massagen nicht auf ein kurzfristiges Wohlempfinden, sondern auf eine längerfristige, tiefergehende Wirksamkeit ab.

Sie haben sich vor allem bei chronischen Erkrankungen wie Rheuma, Hautkrankheiten, Schmerzsyndromen, Sinusitis, Stress, Depressionen und psychosomatischen Symptomen bewährt.

4. Drei-Wochen-Kur empfohlen - Reinschnuppern möglich

Damit Ayurveda-Massagen nachhaltig wirken können, sollten sie über einen Zeitraum von 7 bis 21 Tagen täglich angewendet werden. Traditionelle Anbieter, wie das Ayurveda-Zentrum in Bad Bocklet offerieren zahlreiche Pakete.

Angebote zum Kennenlernen geben Einsteigern die Möglichkeit, die von indischen Fachtherapeuten ausgeführte Therapie einen Tag lang zu erfahren. Weitere Infos und Buchungsmöglichkeit gibt es unter www.ayurveda4u.de.

Ayurveda in Bad Bocklet erleben

Massagen mit Kräuterpulver können aktivierend auf den Organismus wirken.
Massagen mit Kräuterpulver können aktivierend auf den Organismus wirken. Foto: djd/Staatsbad und Touristik Bad Bocklet/Zacimage
Ayurvedische Kopfmassagen sollen für Tiefenentspannung sorgen.
Ayurvedische Kopfmassagen sollen für Tiefenentspannung sorgen. Foto: djd/Ayurveda-Zentrum/Romana Kochanowski

5. Ölbehandlungen und Massagen mit unterschiedlicher Wirksamkeit

Die Möglichkeiten für Ayurveda-Massagen und Ölbehandlungen sind vielfältig und unterscheiden sich in ihrer Wirksamkeit. Zu den gängigsten Therapien gehören:

  • Abhyanga - von zwei Therapeuten mit lauwarmem Öl synchron ausgeführte Ganzkörpermassage. Sie stimuliert und verjüngt die 107 Energiepunkte des Körpers, entspannt die Muskeln und verbessert die Blut- und Lymph-Zirkulation.
  • Shirodhara - Guss, der mit Kräuterölen oder mit Medizin versetzter (Butter-)Milch in einem feinen Strahl über die Stirn gegossen wird. Er verbindet beide Gehirnhälften und kann bei Schlafproblemen, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, psychischem Stress und Kopfschmerzen sowie Wechseljahresbeschwerden für Ausgleich sorgen.
  • Pinda Sweda - Massage mit Stoffbeuteln, die in Kräuteröl erhitzt wurden und Kräutermischungen, Samenpulver und Wurzeln enthalten. Sie erhöht die Durchblutung und steigert den Stoffwechsel von Haut, Muskeln, Nerven und Gelenken.
  • Udwarthanam - Abreibung mit feinem Pulver aus Lehm oder Ton und Kräutern. Die Massage hat einen Peeling-Effekt. Sie macht die Haut geschmeidig und regt den Stoffwechsel, den Lymphfluss und die Ausscheidungsorgane an.
  • Pada Abhyanga - ayurvedische Fußmassage, bei der konzentriertes medizinisches Öl auf die Energiepunkte an den Füßen aufgetragen wird, was die inneren Organe stimuliert.

6. Nach der Behandlung Ruhe ratsam

Die angestoßenen Stoffwechselprozesse können am besten nachwirken, wenn sich die Patienten nach einer Ayurveda-Massage ausreichend Ruhe gönnen.

Gegen Sinusitis kann eine reinigende Nasennebenhöhlenbehandlung wirksam sein.
Gegen Sinusitis kann eine reinigende Nasennebenhöhlenbehandlung wirksam sein. Foto: djd/Ayurveda-Zentrum/Romana Kochanowski
An den Füßen gibt es Energiezentren, so genannte Marmapunkte, die durch Massage aktiviert werden können.
An den Füßen gibt es Energiezentren, so genannte Marmapunkte, die durch Massage aktiviert werden können. Foto: djd/Ayurveda-Zentrum/Romana Kochanowski
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