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Artikel vom 25.06.2020

7 Tipps für Menschen mit Multipler Sklerose (MS): So gelingt die Kommunikation beim Arztbesuch

Gut informierte Patienten können ihre Therapien leichter durchhalten. Deshalb ist gute Kommunikation beim Arztbesuch wichtig.
Gut informierte Patienten können ihre Therapien leichter durchhalten. Deshalb ist gute Kommunikation beim Arztbesuch wichtig. Foto: djd/Sanofi/Getty Images/Nomad

Wer die Diagnose "Multiple Sklerose" erhält, sollte sich gut über die Krankheit und die Behandlungsmöglichkeiten informieren. Doch die Kommunikation mit dem Mediziner beim Arztbesuch ist nicht immer einfach. Der Neurologe Professor Dr. Mark Obermann und die MS-Nurse Kathrin Betzinger geben Tipps.

1. Informationsquellen gut auswählen

Die richtigen Ansprechpartner sind der behandelnde Neurologe und die MS-Nurse. "Darüber hinaus kann man den Arzt und ebenso die MS-Nurse auch nach seriösen Informationsquellen fragen", rät Betzinger, denn einfach drauflos googeln ist bei medizinischen Themen oft nicht ratsam.

Wenn sich der Zustand plötzlich verschlechtert, sollten MS-Betroffene direkt mit der Praxis Kontakt aufnehmen.
Wenn sich der Zustand plötzlich verschlechtert, sollten MS-Betroffene nicht warten, sondern direkt mit der Praxis Kontakt aufnehmen. Foto: djd/Sanofi/Steffen Jaenicke

2. Vorher Fragen aufschreiben

Häufig kommen zwischen den Gesprächen Fragen auf - die man bis zum nächsten Termin wieder vergessen hat. Es ist deshalb sinnvoll, sich diese aufzuschreiben und sie zum nächsten Arztbesuch mitzubringen.

3. Ohne Scheu nachhaken

Wenn MS-Patienten beim Arzt- oder MS-Nurse-Besuch etwas nicht verstanden haben, sollten sie sich keinesfalls scheuen, nachzufragen. Nach der Erfahrung von Obermann ist es deutlich leichter, eine Therapie konsequent durchzuführen, wenn man erfasst hat, wie sie wirkt und warum sie wichtig ist.

4. Die wichtigsten Dinge notieren

Wer im Gespräch eine große Anzahl an Informationen bekommt, kann sich diese oft nicht alle merken. Deshalb sollte man zum Arztbesuch einen Notizblock mitnehmen und die wichtigsten Aussagen aufschreiben.

5. Zum Arztbesuch Begleiter mitbringen

"Wer sich unsicher fühlt, kann gerne auch einen Angehörigen oder einen Freund zum Gespräch mit hinzuziehen", so der Neurologe. "Vier Ohren hören mehr als zwei und man kann als Patient die erhaltenen Informationen zu Hause in Ruhe mit seinem Angehörigen noch einmal durchsprechen."

Wer sich unsicher fühlt, sollte eine Begleitperson mit zum Arzt nehmen.
Wer sich unsicher fühlt, sollte - wenn möglich - eine Begleitperson mit zum Arzt nehmen. Foto: djd/Sanofi/Steffen Jaenicke

6. In dringenden Fällen nicht zögern

Bei plötzlichen Verschlechterungen oder bisher unbekannten Beschwerden sollten Menschen mit MS nicht bis zum nächsten Termin warten, sondern direkt mit der Praxis Kontakt aufnehmen.

7. Offen sein

Manche Themen im Zusammenhang mit MS sind stark schambesetzt - etwa Probleme beim Wasserlassen oder sexuelle Schwierigkeiten. Für eine effektive Behandlung ist es jedoch wichtig, dass auch diese beim Arztbesuch oder im Gespräch mit der MS-Nurse angesprochen werden. Das fällt meist leichter, wenn vorher schon ein gutes Vertrauensverhältnis aufgebaut wurde. Gelingt die Kommunikation, hat das viele Vorteile. Dazu Betzinger: "In der Praxis sehen wir, dass gut informierte Patienten nicht von der Krankheit beherrscht werden. Sie nehmen diese ernst, können aber Abstand gewinnen und ihr normales Leben wieder genießen."

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