Gesund und vital
Artikel vom 06.08.2019

Kollegen helfen: 4 Tipps zur Alkoholprävention am Arbeitsplatz

Eine Frau gibt einen Schnaps in ihre Kaffeetasse auf der Arbeit.
Alkoholkonsum während der Arbeitszeit hat negative Auswirkungen auf das Arbeitsklima und die Sicherheit. Kollegen sollten ein offenes Auge haben und bei auffälligen Anzeichen das offene Gespräch suchen. Foto: djd/BSI/Getty/jayfish

Mit den Kollegen im Büro, in der Werkshalle oder auf der Baustelle verbringt man jeden Tag viele Stunden, fast so viel wie mit der Familie zu Hause. Entsprechend gut kennt man sich. Wenn jemand plötzlich sein Verhalten ändert, sollte dies also auffallen. Ein missbräuchlicher Alkoholkonsum, noch dazu während der Arbeitszeit, bleibt kaum über längere Zeit verborgen. Nur was sollte man in dieser Situation tun, um dem Kollegen zu helfen? Wir geben Tipps dazu.

Tipp 1: Hinsehen, nicht wegschauen

Alkoholkonsum während der Arbeitszeit hat gravierende Auswirkungen auf Arbeitsklima und insbesondere den Arbeitsschutz. Derjenige, der während der Arbeitszeit trinkt, gefährdet also nicht nur sich selbst, sondern womöglich auch die Sicherheit seiner Kollegen. Entsprechend sollte man nicht einfach wegschauen, sondern gravierende Veränderungen im Verhalten bewusst wahrnehmen. Gefragt ist eine positive Aufmerksamkeit für die Mitmenschen am Arbeitsplatz - das sogenannte aktive Hinsehen ist der erste wichtige Schritt für eine erfolgreiche Alkoholprävention am Arbeitsplatz.

"Hinsehen, Zuhören, Ansprechen!": Unter diesem Titel gibt eine informative Broschüre Tipps für den Umgang mit dem Thema Alkohol am Arbeitsplatz.
"Hinsehen, Zuhören, Ansprechen!": Unter diesem Titel gibt eine informative Broschüre Tipps für den Umgang mit dem Thema Alkohol am Arbeitsplatz. Foto: djd/BSI

Tipp 2: Mögliche Warnsignale aktiv wahrnehmen

Kollegen, die womöglich ein Alkoholproblem haben, können insbesondere in drei Bereichen auffällig werden: ihrem Arbeitsverhalten, im sozialen Verhalten oder auch in ihrem äußeren Erscheinungsbild. Wenn die Leistung nachlässt, jemand häufiger unentschuldigt fehlt, chronisch müde oder sichtbar unkonzentriert am Arbeitsplatz ist, sollten die Kollegen also aufmerksam werden.

Dasselbe gilt bei Stimmungsschwankungen, auffälliger Nervosität, Reizbarkeit oder einer häufigen Suche nach Trost, Mitleid und Verständnis für private Probleme. Auch das Erscheinungsbild kann Hinweise auf einen missbräuchlichen Alkoholkonsum geben - beispielsweise wenn Körperpflege und Kleidung vernachlässigt werden, wenn ein Händezittern sichtbar ist oder jemand auffällig mit einem aufgedunsenen Gesicht, geröteter Gesichtsfarbe oder glasigen Augen zur Arbeit erscheint.

Wer einem Kollegen mit einem offensichtlichen Alkoholproblem helfen will, sollte die passende Gelegenheit für ein offenes und ehrliches Gespräch suchen.
Vertrauen aufbauen: Wer einem Kollegen mit einem offensichtlichen Alkoholproblem helfen will, sollte die passende Gelegenheit für ein offenes und ehrliches Gespräch suchen. Foto: djd/BSI

Tipp 3: Nicht über jemanden sprechen, sondern mit ihm

Was tun, wenn die Warnsignale nicht zu übersehen sind? Experten raten: Sprechen Sie mit dem Kollegen, nicht über ihn! Alkoholprobleme zu thematisieren, bedeutet nicht, dass Sie einen langjährigen Kollegen und Freund verraten - sondern dass Sie ihm aktiv helfen. Schaffen Sie eine vertrauensvolle Atmosphäre, am besten unter vier Augen. Sprechen Sie Ihren Verdacht und Ihre Besorgnis an.

Viele weitere Informationen und konkrete Tipps gibt Ihnen dazu die Broschüre "Hinsehen, Zuhören, Ansprechen! - Alkohol am Arbeitsplatz - Ein Leitfaden für die kollegiale Hilfe". Der "Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung" des Bundesverbandes der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure e. V. bietet die Broschüre kostenfrei als Download an.

Broschüre jetzt herunterladen

Tipp 4: Hilfe anbieten und konkrete Ziele setzen

Bieten Sie Ihrem Kollegen Hilfe dabei an, die Alkoholprobleme zu lösen - etwa indem Sie ihn dabei begleiten, eine geeignete Suchtberatungsstelle zu finden. Gemeinsam können Sie im Gespräch auch konkrete Ziele definieren, etwa keine Fehlzeiten mehr zu verursachen oder keinen Alkohol mehr während der Arbeitszeit zu konsumieren. Machen Sie gleichzeitig deutlich: Ändert der Betroffene sein Verhalten nicht, müssen Sie Vorgesetzte oder den Betriebsrat informieren. Denn ein Problem zu verschweigen, löst es in keinem Fall.

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