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Alkohol am Arbeitsplatz: 6 Tipps zum Präventionsschutz

Alkohol während der Arbeitszeit ist in den meisten Unternehmen untersagt.
Alkohol während der Arbeitszeit ist in den meisten Unternehmen untersagt. Für Mitarbeitern, die Maschinen bedienen oder Fahrzeuge steuern, sollten stets 0,0 Promille gelten. Foto: djd/BSI/Getty Images/skynesher

(djd). Zwar gibt es kein generelles gesetzliches Alkoholverbot während der Arbeitszeit. Doch in den meisten Unternehmen gilt die 0,0-Promille-Regel - erst recht für Mitarbeiter, die Maschinen oder Fahrzeuge steuern. Hier sind sechs Tipps für eine wirksame Alkoholprävention.

1. Betroffenen Kollegen Hilfe bieten

Experten schätzen, dass bei einem Viertel aller Arbeitsunfälle Alkohol im Spiel war. Umso wichtiger ist es, sich selbst zu kontrollieren und auch mit Kollegen das Gespräch zu suchen. Dabei geht es vor allem darum, schleichende Veränderungen im Verhalten einer vertrauten Person frühzeitig zu erkennen. Zwar müssen Betroffene ein Alkoholproblem selbst lösen, Kollegen und Freunde können aber eine wertvolle Stütze sein.

2. Alkohol am Arbeitsplatz: Warnzeichen erkennen

Wenn ein Kollege einen übermüdeten und unkonzentrierten Eindruck macht oder sich häufiger für ein oder zwei Tage krankmeldet, sollte man das offene Gespräch suchen. Auch Veränderungen der Psyche und Stimmungslage können Kollegen oft als erste wahrnehmen. Warnsignale sind zudem ein Alkoholkonsum bei unpassenden Gelegenheiten - zum Beispiel in der Arbeitspause oder im Straßenverkehr - oder Mengen, die regelmäßig die empfohlenen Grenzwerte übersteigen. Auch wenn jemand davon berichtet, gezielt zu trinken, um Stress, Ängste und Frustrationen abzubauen, ist ein Gespräch angebracht.

Wichtig im Homeoffice ist es, dem Tag feste Abläufe zu geben sowie Berufliches und Privates voneinander zu trennen.
Das Arbeiten im Homeoffice bringt einige Umstellungen mit sich. Wichtig ist es, auch zu Hause dem Tag feste Abläufe zu geben sowie Berufliches und Privates voneinander zu trennen. Foto: djd/BSI/Getty Images/Geber86

3. Übermäßiger Stress und die Folgen

Jeder Mensch reagiert anders auf psychische Belastungen, etwa die Sorge um den Job oder das isolierte Arbeiten im Homeoffice. Während die einen sich bewusst gesünder ernähren und auf viel Bewegung achten, neigen andere eventuell auch zu einem erhöhten Konsum alkoholischer Getränke. Zahlreiche Empfehlungen für den bewussten Umgang gibt die kostenfreie Broschüre "Alkohol am Arbeitsplatz nüchtern betrachtet - Ein Leitfaden für die Selbstbeobachtung und kollegiale Hilfe" als Download unter: https://www.massvoll-geniessen.de/sites/default/files/downloads/2021-02/Alkohol%20am%20Arbeitsplatz.pdf.

4. Alkohol am Arbeitsplatz: Was gilt im Homeoffice?

Enthalten sind unter anderem Tipps zur Stressvermeidung im Homeoffice. "Mit der Broschüre möchte der Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung einen aktiven Beitrag zur Prävention am Arbeitsplatz leisten, denn viele Arbeitnehmer stehen vor besonderen und teilweise belastenden Herausforderungen", erklärt Angelika Wiesgen-Pick, Geschäftsführerin des Bundesverbandes der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure e.V. (BSI). Wichtig sei es, feste Tagesabläufe zu schaffen mit regelmäßigen Aufsteh- und Zubettgehzeiten sowie den Freizeitbereich und den Arbeitsplatz zu Hause räumlich zu trennen. Auch sollten keine neuen Gewohnheiten Einzug halten - zum Beispiel das erste Glas schon zum Mittagessen, nur weil es niemand mitbekommt. Nützlich zur Stressbewältigung sind hingegen regelmäßige Bewegung und Entspannungsübungen wie Yoga.

Die kostenfreie Broschüre gibt Empfehlungen für den bewussten Umgang mit alkoholhaltigen Getränken.
Die kostenfreie Broschüre gibt Empfehlungen für den bewussten Umgang mit alkoholhaltigen Getränken. Foto: djd/BSI

5. Welche Grenzen sind zu beachten?

Mediziner raten, pro Tag nicht mehr als 20 Gramm (Frauen) oder 30 Gramm (Männer) reinen Alkohols zu sich zu nehmen. Der Konsum innerhalb dieser Grenzen, in Verbindung mit ein bis zwei Tagen pro Woche, an denen gar kein Alkohol getrunken wird, wird als risikoarm und gesundheitsverträglich eingestuft.

6. Warum "vertragen" Männer mehr?

Der Unterschied bei den Empfehlungen hat biologische Gründe. Bei identischem Körpergewicht und gleicher getrunkener Menge ist die Blutalkoholkonzentration im Körper einer Frau um etwa 20 Prozent höher als bei einem Mann.

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