Ernährung
Artikel vom 15.05.2018

5 Fragen zu Vitamin B1-Mangel: Defizite erkennen und vermeiden

Gesund kochen und Vitamin B1-Mangel vermeiden.
Eine gesunde Ernährung ist die wichtigste Grundlage, um sich mit Vitamin B1 zu versorgen. Wenn der Bedarf des Körpers steigt, etwa durch Diabetes, reicht sie allein aber nicht immer aus. Foto: djd/Wörwag Pharma/Colourbox

Ein Vitamin B1-Mangel ist ein häufig unterschätztes Problem - dabei spielt dieses Vitamin eine zentrale Rolle innerhalb unseres Körpers. Es ist wichtig für den Stoffwechsel - insbesondere für die Umwandlung von Kohlenhydraten in Energie, aber auch für die Funktion der Nerven. Diabetologen weisen darauf hin, dass Diabetiker besonders häufig von einem Vitamin B1-Mangel betroffen sind. Hier finden Sie Antworten auf 5 wichtige Fragen, die helfen, Defizite zu erkennen und zu vermeiden.

1) Warum sollten wir einen Vitamin B1-Mangel vermeiden?

Wenn der Körper nicht genügend mit Vitamin B1 versorgt wird, können Nervenschäden, so genannte Neuropathien entstehen. Diese machen sich meist zuerst durch Missempfindungen wie Kribbeln, Brennen, Schmerzen oder Taubheit in den Füßen oder Händen bemerkbar. Aber auch das Gehirn und das Herz können unter einem Vitamin B1-Mangel leiden. Er kann sich beispielsweise durch Gedächtnisstörungen äußern.

Diabetiker sollten Vitamin B1-Mangel vermeiden.
Wer einen erhöhten Blutzuckerspiegel hat, gehört zu den Risikogruppen für einen Vitamin-B1-Mangel. Foto: djd/Wörwag Pharma/Colourbox

2) Wie kommt es dazu?

Ein wichtiger Grund ist eine einseitige Ernährung, die viele verarbeitete Lebensmittel enthält, wie mit Weißmehl gebackene Brötchen oder Fastfood. Bei bestimmten Risikogruppen kann es jedoch trotz gesunder Ernährung zu einem Vitamin B1-Mangel kommen. Zu den häufigsten Ursachen zählt die "Zuckerkrankheit" Diabetes mellitus, aber auch ein übermäßiger Alkoholkonsum sowie Nieren- und Darmerkrankungen gehören zu den Verursachern. Patienten mit Diabetes haben in der Regel einen großen Bedarf an Vitamin B1, da dieses bei ihnen oft vermehrt über die Nieren ausgeschieden wird. Auf diese Weise kann der Vitamin B1-Spiegel im Blut von Diabetikern um bis zu 75 Prozent niedriger sein als bei gesunden Menschen.

3) Nimmt der Körper das Vitamin immer gut auf?

Nein. Durch Krankheiten oder Medikamente kann die Aufnahme im Darm gestört sein. Auch einige Stoffe in Lebensmitteln behindern die Aufnahme von Vitamin B1. Dazu zählen zum Beispiel Tee und Kaffee, aber auch roher Fisch. Dieser enthält ein Enzym, das Vitamin B1 zerstört. In Japan führte der häufige Verzehr von rohem Fisch noch in den 1920er Jahren oftmals zu Beri-Beri-Fällen - einer extremen Form des Vitamin B1-Mangels. Aus dieser Not heraus wurde in Japan das Benfotiamin - eine fettlösliche Vorstufe des Vitamins B1 - entwickelt. Es wird vom Körper fünf Mal besser aufgenommen als das einfache Vitamin B1.

Vitamin B1-Mangel kann zu tauben Füßen führen.
Kribbelnde, schmerzende oder taube Füße können Anzeichen für Nervenschäden sein, die mit einem Vitamin-B1-Mangel einhergehen. Foto: djd/Wörwag Pharma/Colourbox

4) Was können wir gegen einen Vitamin-B1-Mangel tun?

Eine Vitamin B1 reiche Ernährung ist wichtig, sie reicht aber bei erhöhtem Bedarf - wie etwa bei Diabetespatienten - nicht aus, um den Vitamin-B1-Mangel auszugleichen. Aus diesem Grund wird vor allem Menschen, die in Folge des Mangels unter Neuropathien leiden, die fettlösliche Vitamin-B1-Vorstufe Benfotiamin empfohlen. Sie ist etwa in milgamma protekt enthalten, das es rezeptfrei in der Apotheke gibt. Benfotiamin kann einen nervenschädigenden Mangel ausgleichen und so bei längerfristiger Einnahme Symptome lindern, die mit den Nervenschäden einhergehen, wie das unangenehme Kribbeln, Schmerzen oder Taubheit in den Füßen und Händen. Weitere Informationen über Vitamin-B1-Mangel bei Diabetes findet man unter www.milgamma.de.

5) Was macht eine Vitamin B1 reiche Ernährung aus?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, täglich im Schnitt ein Milligramm Vitamin B1 zu sich zu nehmen. In der Nahrung ist das Vitamin vor allem in Vollkornprodukten enthalten, also zum Beispiel in einem Müsli mit Haferflocken, Walnüsse sind hier eine prima Ergänzung. Es findet sich auch in Hülsenfrüchten wie Linsen, Erbsen und Bohnen. Viel Vitamin B1 liefern zudem mageres Schweinefleisch oder Fische wie Scholle und Thunfisch. Zu den empfehlenswerten Gemüsesorten zählen etwa Kartoffeln, Spargel und Spinat.

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