Ernährung
Artikel vom 18.06.2015

Gesunde Ernährung bei Arthrose

Nicht allein das Alter ist Ursache für Arthrose - auch wenn der sogenannte Gelenkverschleiß mit fortschreitenden Jahren deutlich zunimmt. Ebenso können andere Gründe wie Fehlbelastungen, Verletzungen oder eine falsche Ernährung dazu führen, dass der Knorpel geschädigt wird. Bemerkbar macht sich dies meist zunächst mit einer Steifigkeit im Gelenk nach längerer Ruhephase - dem sogenannten Anlaufschmerz. Später kommt es zu länger anhaltenden Schmerzen, die auch ausstrahlen können. Dabei ist am häufigsten das "tragende Skelett" betroffen, also Wirbelsäule, Hüft-, Knie- und Sprunggelenk. Um das Fortschreiten der Arthrose zu verhindern, sollte man auf angemessene Bewegung und die richtige Kost achten. Hier finden Sie Tipps für eine gesunde Ernährung bei Arthrose.

Ernährung bei Arthrose: Beim Einkaufen möglichst oft zu frischem Gemüse, Vollkornprodukten und fettem Seefisch greifen. Foto: djd/Sanofi/Emma Tunbridge
Ernährung bei Arthrose: Beim Einkaufen möglichst oft zu frischem Gemüse, Vollkornprodukten und fettem Seefisch greifen. Foto: djd/Sanofi/Emma Tunbridge

Glucosamin ist wichtig für den Knorpelerhalt

Eine ausgewogene Ernährung bei Arthrose ist wichtig, damit der Körper die Nährstoffe erhält, die er zum Aufbau und Erhalt der Gelenkstrukturen und des Knorpels benötigt. Dazu gehört zum Beispiel der Baustein Glucosamin, der mit der Nahrung aufgenommen werden kann und in Sehnen, Knorpel, Bindegewebe und Gelatine enthalten ist. Für die körpereigene Herstellung ist zudem Vitamin B6 notwendig. Gute Quellen hierfür sind Hülsenfrüchte, Walnüsse, Hafer, Gerste sowie Hering, Lachs und Makrele.

Frisch und abwechslungsreich zubereiten - so sorgt vollwertige Kost für Genuss und liefert wichtige Nährstoffe für die Gelenke. Foto: djd/Sanofi/thx
Frisch und abwechslungsreich zubereiten - so sorgt vollwertige Kost für Genuss und liefert wichtige Nährstoffe für die Gelenke. Foto: djd/Sanofi/thx

Ernährung bei Arthrose: Fisch ist empfehlenswert

Grundsätzlich sollte fetter Kaltwasserfisch bei Arthrose einen entscheidenden Ernährungsbestandteil bilden, da er reich an entzündungshemmender Eicosapentaensäure (EPA) ist. Dazu muss man wissen: Jede Schädigung des Knorpels löst im Gelenk eine Entzündungsreaktion aus - die wiederum den Abbau des Knorpels weiter beschleunigen kann. Zusätzlich gefördert werden können diese Entzündungen durch bestimmte Stoffe, allen voran die Arachidonsäure, die besonders in Schweineschmalz, Leber, Fleisch, Eigelb und Geflügel vorkommt. Konkret bedeutet das für Arthrosepatienten, dass sie fleischliche Kost auf ein- bis zweimal die Woche beschränken und dafür zweimal die Woche Fischmahlzeiten mit Hering, Thunfisch und Co. genießen sollten. Der Verzehr von Walnuss-, Lein- oder Rapsölen mit ihrem hohen Gehalt an Linolsäure kann die Wirkung der EPA unterstützen.

Vitamine und Spurenelemente gehören zur Ernährung bei Arthrose

Außerdem benötigt der Organismus Antioxidantien in Form von Vitaminen und Spurenelementen. Diese Stoffe bekämpfen gewebeschädigende Sauerstoffradikale und können Entzündungen bremsen. Besonders an Selen und Vitamin E herrscht häufig ein Mangel, aber auch an Vitamin C und D sowie Zink, Kupfer, Mangan und Eisen sollte es nicht fehlen. Auf dem Speisezettel gehören daher reichlich frisches Obst, Gemüse, Pflanzenöle, Getreide, Weizenkeime und Nüsse.

Eine leckere Rezeptidee:

Lachsfilet mit buntem Gemüse
(für 1 Person)

200 g Karotten
200 g Kartoffeln
150 g Brokkoli
1 Pastinake
½ rote Paprikaschote
150 g Lachsfilet
Magerjoghurt

Rosmarin, Thymian, Chili, 1 Knoblauchzehe

Gemüse und Kartoffeln waschen und in gleich große Stücke schneiden - alles außer Paprika mit Rapsöl, Thymian, Rosmarin und Knoblauch in einer Pfanne anbraten, mit etwas Gemüsebrühe ablöschen und gar dünsten. Paprika hinzufügen, kurz mitbraten, eventuell salzen und pfeffern. Dann das Lachsfilet von beiden Seiten in etwas Öl anbraten. Joghurt mit etwas Salz und Chilipulver verrühren. Gemüse und Fisch anrichten und etwas Gewürzjoghurt darüber geben.

Injektionen mit speziell vernetzter Hyaluronsäure können Arthroseschmerzen langfristig lindern. Foto: djd/Sanofi
Injektionen mit speziell vernetzter Hyaluronsäure können Arthroseschmerzen langfristig lindern. Foto: djd/Sanofi

Bewegung transportiert die Nährstoffe

Damit die Nährstoffe allerdings überhaupt zu den knorpelbildenden Zellen gelangen können, ist Bewegung unabdinglich. Da der Knorpel keine Blutgefäße besitzt, müssen Nährstoffe mittels Bewegung aus der Gelenkflüssigkeit ins Knorpelgewebe geschleust werden. Regelmäßiges Radfahren, Walken oder sanfte Gymnastik sind darum Pflicht für Arthrosepatienten. Damit Sport überhaupt möglich ist, sollte man allerdings möglichst schmerzfrei sein. Hierfür kann der behandelnde Arzt entweder Schmerzmittel verschreiben oder alternativ Injektionen mit speziell vernetzter Hyaluronsäure wie Synvisc. Sie werden direkt ins Gelenk gespritzt und können dort die mangelnde Schmier- und Pufferfunktion wieder herstellen und Schmerzen langfristig lindern. Ein wichtiger Nebeneffekt von regelmäßiger Bewegung ist, dass dabei der Abbau von gelenkbelastendem Übergewicht unterstützt wird. Allerdings sollten Arthrose-Geplagte auch kalorienreiche Kost wie Süßigkeiten, Chips, tierische Fette und Weißmehlprodukte reduzieren.

Der knorpelfreundliche Speiseplan im Überblick:

  • Tierische Produkte vermindern, nur zwei Fleischmahlzeiten pro Woche einplanen
  • Nur fettarme Wurst und fettarmen Käse essen
  • Fettreduzierte Milchprodukte verwenden
  • Konsum von Eigelb (zweimal pro Woche) und eihaltigen Teigwaren begrenzen
  • Zwei Fischmahlzeiten pro Woche (einmal davon fetter Kaltwasserfisch) genießen
  • Bevorzugt Raps-, Lein-, Leindotter- oder Walnussöl benutzen
  • Frisches Gemüse, Vollkornprodukte, Pilze verwenden, abwechslungsreich kochen
  • Schonende Zubereitungsarten (Dampfgaren, Römertopf) wählen, um Vitamine und Spurenelemente zu erhalten
  • Bewegung im Freien (für die Bildung des "Sonnenvitamins D" in der Haut)
  • Öfter gelatinehaltiges Essen wie Götterspeise, zuckerfreie Gummibärchen naschen
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