Vorsorge
Artikel vom 01.11.2014

Versicherung für Hundesitter: 3 Tipps für die private Tierbetreuung

Wer die vierbeinigen Lieblinge des Nachbarn vorübergehend in Pflege nimmt, hat daran oftmals nicht nur Freude - er geht auch gewisse Risiken ein. Foto: djd/Ergo Direkt Versicherungen
Wer die vierbeinigen Lieblinge des Nachbarn vorübergehend in Pflege nimmt, hat daran oftmals nicht nur Freude - er geht auch gewisse Risiken ein. Foto: djd/Ergo Direkt Versicherungen

Schätzungen zufolge dürften in Deutschland mehr als 20 Millionen Haustiere leben. Jeder dritte Haushalt hat demnach einen tierischen Mitbewohner - sei es ein Hund, eine Katze, ein Meerschweinchen oder ein Wellensittich.

Gerade in der Urlaubszeit kommen immer mal wieder auch Nachbarn und Freunde in den Genuss eines Haustieres, wenn die Tierhalter ihr Umfeld bitten, ein paar Tage auf ihre Lieblinge aufzupassen. Doch wer sich vorübergehend als hilfsbereiter Hundesitter betätigt, geht mitunter auch einige Risiken ein. Gibt es eine Versicherung für Hundesitter?

1. Tipp: Das Thema "Haftung" ansprechen

Wer ein Tier für einen bestimmten Zeitraum pflegt, vereinbart stillschweigend einen sogenannten Verwahrungsvertrag mit dem Tierhalter. Gemäß dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) haften "Tiersitter" dadurch in der Regel für jegliche Schäden, die das Tier unter ihrer Obhut anrichtet.

Wer dennoch einen tierischen Freundschaftsdienst übernehmen möchte, sollte das Thema Haftung explizit mit dem Tierhalter besprechen. Wichtig sei dabei vor allem die Klärung, ob der Tierhalter über eine Tierhalterhaftpflicht verfüge. Darin sei nämlich die Betreuung des Tieres durch einen Fremden eingeschlossen.

Damit sind die Tiersitter dann prinzipiell gegen Schäden an Gegenständen oder anderen Personen abgesichert. Auf der sicheren Seite ist man, wenn zusätzlich in der eigenen privaten Haftpflichtversicherung das 'Hüten fremder Hunde/Pferde' mitversichert ist.

Kleine Hausgenossen wie Katzen sind in der privaten Haftpflichtversicherung der Familie eingeschlossen. Halter von Hunden und Pferden benötigen prinzipiell eine eigene Tierhalterhaftpflichtversicherung. Foto: djd/Ergo Direkt Versicherungen
Kleine Hausgenossen wie Katzen sind in der privaten Haftpflichtversicherung der Familie eingeschlossen. Halter von Hunden und Pferden benötigen prinzipiell eine eigene Tierhalterhaftpflichtversicherung. Foto: djd/Ergo Direkt Versicherungen

2. Tipp: Teure Schäden vermeiden

Beißt ein Tier einen Passanten oder löst sogar einen Verkehrsunfall aus, können Schäden entstehen, die unter Umständen in die Millionen gehen. Schnell summieren sich nämlich Kosten für die Behandlung durch einen Arzt oder im Krankenhaus, die Pflege eines Verletzten, einen Verdienstausfall oder eventuelle Forderungen nach Schmerzensgeld oder Rentenzahlungen.

Gerade Schadensersatzforderungen können unversicherte Tierbesitzer direkt in den Ruin treiben. Dann nutzt es auch nichts, wenn den Tierhalter gar keine direkte Schuld trifft - zahlen muss er laut BGB dennoch. Als Paradebeispiel gilt dabei der Hund, der sich losreißt und jemanden anspringt oder gar beißt.

Etwas unproblematischer sind "kleine" Hausgenossen wie Goldhamster, Meerschweinchen, Kaninchen oder Vögel. Sie sind in der privaten Haftpflichtversicherung der Familie eingeschlossen. Ähnliches gilt auch bei Katzen. Hunde und Pferde benötigen hingegen eine eigene Versicherung in Form einer Tierhalterpflichtversicherung. 

3. Tipp: Versicherung prüft den Schadensfall 

Kommt es zum Schadensfall, überprüft die Versicherung zunächst, ob der Kunde, dem das Tier gehört, auch wirklich zahlen muss. Unberechtigte Ansprüche werden unter Umständen gerichtlich abgewehrt. Die Kosten dafür trägt dann die Versicherung. Ist der Versicherte hingegen tatsächlich schadensersatzpflichtig, zahlt die Versicherung im Rahmen der Deckungssumme in der Regel alle Personen- und Sachschäden, die verursacht wurden.

Eine Haftpflichtversicherung zahlt dann die Schäden, wenn sie einem plötzlichen und unvermittelten Ereignis zuzuordnen sind. Rennt die Katze beispielsweise bei Fremden eine teure Vase um, ist das so ein Fall. Abnutzungsschäden durch Tiere in der Wohnung kämen, hingegen erst über einen längeren Zeitrahmen zustande und seien deshalb von der Tierhalterhaftpflicht beziehungsweise der privaten Haftpflicht des Tierhalters nicht abgedeckt.

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