Vorsorge
Artikel vom 01.11.2014

Pflegekosten der Eltern: 5 Tipps zur Pflege

Wer pflegebedürftige Angehörige hat, aber selbst noch berufstätig ist, soll künftig bessere Möglichkeiten haben, die Pflege daheim zu übernehmen. Daher hat der Bundestag das Familienpflegezeitgesetz verabschiedet. Für bis zu zwei Jahre sollen die Pflegenden ihre Arbeitszeit auf die Hälfte verringern können. Einen Rechtsanspruch auf die Familienpflegezeit gibt es allerdings nicht.

Außerdem muss man während dieser Zeit auf einen Teil seines Gehalts verzichten. Zusätzlich fallen auch bei der sogenannten Laienpflege, wie sie beispielsweise durch Familienangehörige geleistet wird, oft erhebliche Kosten an.

Tipp 1: Sich gut über das Riskio informieren

Doch 21 Prozent der Deutschen sind noch immer davon überzeugt, dass sie sich nicht an den Pflegekosten ihrer Eltern beteiligen müssen. Auf die Frage "Glauben Sie, dass sich Kinder an den Kosten beteiligen müssen, wenn deren Eltern pflegebedürftig werden und die Pflege nicht allein finanzieren können?" antworteten nur zwei Prozent der Befragten mit "ja, jeder unbegrenzt". 55 Prozent gehen davon aus, dass sich jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten an den Pflegekosten der Eltern beteiligen müsse. 23 Prozent wiederum meinen, nur Personen mit einem besonders hohen Einkommen müssten sich an den Kosten beteiligen.

Tipp 2: Die Pflegelücke unbedingt absichern

Für alle, die sich und ihr Einkommen beziehungsweise Vermögen in Sicherheit wägen, kann es ein böses Erwachen geben, wenn zum Beispiel ein Elternteil in ein Pflegeheim zieht. Schlimmstenfalls ist eine Pflegeheim-Unterbringung in der Pflegestufe III zu finanzieren. Die Leistungen aus der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung betragen dann aber lediglich 1.550 Euro. Sie decken nur einen Teil der monatlichen Pflegeheimkosten in Höhe von ca. 3.200 Euro ab. Der hohe Eigenanteil der Pflegebedürftigen beträgt damit immer noch 1.650 Euro.

Tipp 3: Nicht auf die Rente verlassen

Zuerst einmal müssen die pflegebedürftigen Eltern ihre Rente nutzen, um diese Kosten zu tragen. Doch der durchschnittliche Rentenzahlbetrag 2010 inklusive aller gesetzlichen Rentenleistungen (z.B. Versichertenrente und/ oder Hinterbliebenenrente) für Frauen betrug 750 Euro und für Männer 1.042 Euro. Ohne weiteres Einkommen würde einer Frau eine so genannte Pflegelücke von monatlich durchschnittlich 900 Euro entstehen. Männer müssten immerhin noch 608 Euro aufbringen.

Die Rente und die Leistungen aus der Pflegepflichtversicherung zusammen reichen in der Regel also nicht aus, um die Kosten eines Pflegeheims zu decken. Unter Umständen muss dann sogar das eigene Sparvermögen oder Wohneigentum diese Lücke schließen.

Tipp 4: Mit den Kinder über die eigene Pflege reden

Gerade Pflegebedürftige, die erwachsene Kinder haben, fürchten oft, dass die junge Generation für ihre Pflegekosten aufkommen muss. Und tatsächlich wird der Nachwuchs dafür in Anspruch genommen. In der Praxis richtet sich die Zahlungsverpflichtung nicht nach der Bereitschaft der Kinder, ihre Eltern zu unterstützen, sondern nach deren Einkommensverhältnissen. Wobei jedoch nicht nur die Höhe des Einkommens, sondern zum Beispiel auch weitere Unterhaltsverpflichtungen zu berücksichtigen sind. 

Tipp 5: Die Pflege in den eigenen vier Wänden absichern

Neben der Unterbringung in einem Pflegeheim gibt es außerdem die Möglichkeit die eigenen, pflegebedürftigen Verwandten auch im eigenen Haushalt unterzubringen. Je nach Schweregrad der Pflegebedürftigkeit reicht entweder die Unterstützung durch einen ambulanten Pflegedienst oder bei intensiverer Betreuung der Einsatz eines Intensivpflegeteams. Das hat Vor- und Nachteile.

Der Pflegebedürftige wird dort versorgt, wo er sich in der Regel am wohlsten fühlt – in seinem zu Hause, allerdings erfordert das die Bereitschaft, dem Pflegepersonal den Zutritt zu den privaten Räumlichkeiten zu gewähren. Bei einem Intensivpflegeteam kann das schon einmal bis zu 24 Stunden Einsatz bedeuten.

Dort wird dann rund um die Uhr eine optimale Pflege geleistet. Diese Form der Versorgung kann mitunter Kosten einsparen, ermöglicht aber auch den weiteren Kontakt und Zusammenhalt zwischen der Familie und dem Pflegebedürftigen selbst.

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