Vorsorge
Artikel vom 01.11.2014

Der Pflegekompass: 3 Tipps für ein gutes Pflegeheim

Die Qualität muss stimmen. Der Pflegekompass kann bei der Pflegeheim-Suche helfen. Foto: Gina Sanders - Fotolia.com
Die Qualität muss stimmen. Der Pflegekompass kann bei der Pflegeheim-Suche helfen. Foto: Gina Sanders - Fotolia.com

Nahezu jeder Mensch wünscht sich, in den eigenen vier Wänden alt zu werden - doch leider ist dies nicht immer möglich. Wenn die Situation eintritt, dass Pflegebedürftige nur noch im Heim versorgt werden können, so möchten Betroffene und ihre Angehörigen sich auf jeden Fall in guten Händen wissen. Die Liste der zu berücksichtigenden Auswahlkriterien ist lang, die Unterschiede beginnen bereits bei den Kosten eines Pflegeplatzes - Studien haben ergeben, dass es regional erhebliche Unterschiede in diesem Bereich gibt, teilweise beträgt die Differenz mehrere hundert Euro.

Die nach Pflegestufen gestaffelten Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung reichen in den meisten Fällen nicht aus, um die Kosten eines Pflegeheimplatzes komplett zu decken. Selbstverständlich ist der finanzielle Aspekt aber nur einer unter vielen bei der Auswahl eines geeigneten und vor allem guten Pflegeheimes. Der Pflegekompass kann bei der Suche helfen.

Tipp 1: Auf Transparenz und Offenheit achten

Immer wieder machen erschreckende Berichte in den Medien die Runde, in welchen Pflegeheimbewohner vernachlässigt werden und die Bedingungen mangelhaft sind. Ein gutes Pflegeheim geht transparent und offen mit den Fragen interessierter Besucher und zukünftiger Bewohner um. Wer sich auf die Suche nach einem passenden Pflegeheim macht, sollte zunächst wichtige Kriterien für die Auswahl notieren und dann gezielt vergleichen.

Ein wichtiger Punkt ist die Lage der Einrichtung - ist das Heim für Bekannte und Freunde gut erreichbar, etwa mit öffentlichen Verkehrsmitteln? Gibt es eine ansprechende Infrastruktur mit Restaurants, Ärzten, Kultureinrichtungen und Ämtern in der Nähe?

Tipp 2: Auf Ausstattung, Hygiene & fachliche Kompetenz achten

Neben der Lage gehören auch die Ausstattung und Einrichtung der Räumlichkeiten zu den entscheidenden Kriterien. Ein gutes Pflegeheim erfüllt hohe Standards in den Bereichen Hygiene und Sauberkeit, wirkt hell und freundlich. Die technische Ausstattung sollte auf einem aktuellen Stand sein; zudem ist für die pflegebedürftige Person die Unterbringung ein sehr wichtiger Punkt: Dürfen eigene Möbel mitgebracht werden? Wie ist die Belegung, die Größe und Ausstattung der Zimmer?

Zentrales Kriterium bei der Auswahl eines guten Pflegeheimes ist natürlich die Qualität der pflegerischen und ärztlichen Betreuung. Betroffene sollten sich ausführlich über die Anzahl und die fachliche Qualifikation der Pflegekräfte informieren. Wirkt das Personal freundlich und hat Zeit, Fragen geduldig zu beantworten - oder macht es einen gehetzten, gestressten Eindruck?

Gibt es für die Bewohner und deren Angehörige feste Ansprechpartner und wird die Pflege ganz auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt, auch für Demenzkranke? Viele pflegebedürftige Menschen möchten weiterhin von ihren gewohnten Ärzten behandelt werden - ob dies möglich ist, sollte ebenfalls vorab geklärt werden.

Tipp 3: Anlaufpunkte im Web und vor Ort geben Auskunft

Bei der Auswahl des richtigen Pflegeheims empfehlen sich diese Anlaufstellen besonders: Zum einen führt der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) seit einigen Jahren Qualitätsprüfungen in den deutschen Pflegeheimen durch. Die Bewertung setzt sich aus 82 Einzelkriterien zusammen und erfolgt in den Pflegenoten. Interessierte können sich auf unterschiedlichen Internetplattformen über die Prüfergebnisse informieren zum Beispiel bei dem Pflegekompass und dem Pflegelotse.

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