Vorsorge
Artikel vom 01.11.2014

Karriere und Familie: 4 Fakten zur finanziellen Vorsorge von Frauen

Trotz aller öffentlichen Debatten über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat sich die Situation für Frauen mit Kindern nicht wirklich verbessert. Foto: djd/Ergo Direkt Versicherungen/K.Tiedge
Trotz aller öffentlichen Debatten über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat sich die Situation für Frauen mit Kindern nicht wirklich verbessert. Foto: djd/Ergo Direkt Versicherungen/K.Tiedge

Im europäischen Vergleich haben es Mütter mit Kleinkindern in Deutschland beruflich nicht gerade leicht - Länder wie Schweden, Finnland und Frankreich weisen deutlich mehr in Vollzeit berufstätige Frauen auf. Dabei würden viele Frauen durchaus gerne mehr arbeiten, beschränken sich aber aus persönlichen oder familiären Gründen auf Teilzeitarbeit oder Minijobs. Karriere und Familie zu vereinbaren bleibt also schwierig.

1. Fakt: Teilzeitarbeit kann zur Falle werden

Mittlerweile sind aufgrund des verbesserten Betreuungsangebot zwar mehr Frauen erwerbstätig, dies aber zu immer kürzeren Arbeitszeiten. Daher ermöglicht Teilzeitarbeit vielen Frauen in einem ersten Schritt die Berufstätigkeit zwar wieder, wird ihnen dann aber zur Falle. Denn sie kappt im Lebensverlauf sowohl Karrieremöglichkeiten als auch Verdienstchancen. Das Risiko reicht sogar bis zur Altersarmut. Die Teilzeitarbeit ist in vielen Fällen keine zeitlich begrenzte Station für Frauen, sondern hat langfristige Auswirkungen: Ist die Arbeitszeit erst einmal reduziert, bleibt sie es mit Wahrscheinlichkeit auch. Karriere und Familie zu vereinbaren - das ist gar nicht so einfach.

Fakt 2: Frauen müssen aktiv vorsorgen

Für die aktuelle Rentnergeneration haben die niedrigen Rentenansprüche von Frauen in der Regel kaum Einfluss auf den Lebensstandard: Viele Frauen leben mit einem Mann zusammen, der gut verdient und brav in die Rentenkasse eingezahlt hat - addiert reichen die gemeinsamen Rentenansprüche meist für einen komfortablen Ruhestand. Dieses Bild trügt jedoch, denn die Realität hat sich in unserer Gesellschaft stark gewandelt.

Fakt 3: Frauen droht die Altersarmut

Millionen deutscher Frauen jenseits der 45 Jahre droht die Altersarmut im Rentenalter, denn immer mehr Frauen stehen in ihrer Lebensmitte ohne Partner da. Nahezu jede dritte Ehe endet in der Scheidung, wobei die Quote in den Städten meist sogar noch höher liegt. Daher sollten gerade Frauen rechtzeitig mit einer eigenen privaten Vorsorge beginnen. Auch niedrige Sparbeiträge können sich im Lauf der Jahre zu einem guten Kapitalstock entwickeln, der sich von Jahr zu Jahr üppig verzinst. Durch diesen Zinseszinseffekt kann man sich auch mit kleinen Beträgen eine schöne zusätzliche Absicherung aufbauen.

Kinder und Karriere lassen sich nur schwer miteinander vereinbaren - das glaubt zumindest eine deutliche Mehrheit der von TNS Emnid befragten Bundesbürger. Foto: djd/Ergo Direkt Versicherungen
Kinder und Karriere lassen sich nur schwer miteinander vereinbaren - das glaubt zumindest eine deutliche Mehrheit der von TNS Emnid befragten Bundesbürger. Foto: djd/Ergo Direkt Versicherungen
Der Spagat zwischen Kindern und Karriere gelingt nur den wenigsten Frauen. Foto: djd/Ergo Direkt Versicherungen
Der Spagat zwischen Kindern und Karriere gelingt nur den wenigsten Frauen. Foto: djd/Ergo Direkt Versicherungen

Fakt 4: Frauen müssen Verantwortung übernehmen

Nicht nur Karriere und Familie, sondern auch die Altersvorsorge sollte also von Frauen nicht vernachlässigt werden: Denn die Problematik der drohenden Armut im Alter wird von Frauen oftmals unterschätzt und verdrängt - und das in allen Altersgruppen. Einer der Hauptgründe dafür: Solange Frauen verheiratet sind, geben sie die Verantwortung für Versicherungen und Finanzen gerne in die Hände ihrer Männer ab. Da verwundert es kaum, dass unter diesen Umständen auch das private Sparen für den Ruhestand eher eine typische Männer-Domäne ist - und das, obwohl es für Frauen meist wesentlich dringender und wichtiger ist. Schließlich leben sie im Durchschnitt länger als Männer, verdienen gleichzeitig aber weniger als diese. Darüber hinaus fehlen ihnen bei den Beitragsjahren häufig auch noch die Jahre der Schwangerschaft oder des Erziehungsurlaubs, sodass sie weniger in die Rentenkasse eingezahlt haben als Männer - und deshalb eigentlich noch mehr vorsorgen müssten.

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