Vorsorge
Artikel vom 01.11.2014

BVUK-Zeitwertkonten: 6 Tipps zum Vorruhestand

Im Gegensatz zu Zeitwertkonten ist die betriebliche Altersvorsorge eine attraktive Möglichkeit, sich Optionen für eine Altersteilzeit oder den Vorruhestand zu sichern. Foto: djd/BVUK/fotolia.com/Yuri Arcurs
Im Gegensatz zu Zeitwertkonten ist die betriebliche Altersvorsorge eine attraktive Möglichkeit, sich Optionen für eine Altersteilzeit oder den Vorruhestand zu sichern. Foto: djd/BVUK/fotolia.com/Yuri Arcurs

Viele sehnen ihn herbei, doch für die meisten rückt der Ruhestand immer weiter in die Ferne. Nur wenige Arbeitnehmer können sich vorstellen, bis zum 65. oder in einigen Jahren dann bis zum 67. Lebensjahr zu arbeiten. Möchte man aber bereits mit 60 Jahren oder sogar noch früher in den Ruhestand gehen, ist die Zeit bis zum Regelrenteneintritt - also dem 65. Lebensjahr oder später - finanziell zu überbrücken.

Tipp 1: Die verschiedenen Optionen für den Vorruhestand abwägen

Dabei müssen verschiedene Aspekte beachtet werden, unter denen der Renteneintritt überhaupt vor dem eigentlichen Rentenalter möglich ist. Außerdem sollte man gut ausrechnen, ob man angesichts der monatlich berechneten Abschläge noch mit seinen Kosten gut über die Runden kommt. Da das Altersteilzeitgesetz abgeschafft wurde, sollte man sich mit den verschiedenen Systemen und Möglichkeiten auseinandersetzen, wenn man vor dem Erreichen des regulären Renteneintrittsalters in Vorruhestand gehen will.

Tipp 2: Zeitwertkonten nutzen

Eine Option ist beispielsweise das Zeitwertkonto. Dabei handelt es sich um ein Arbeitszeitkonto, in das der Mitarbeiter Arbeitsentgelt - beispielsweise Entgelt aus Überstunden - einbringen kann, um damit eine bezahlte Freistellung von der Arbeit finanziell abzufedern oder vorzeitig in den Ruhestand wechseln zu können. Durch das Gesetz zur sozialrechtlichen Absicherung flexibler Arbeitszeitregelungen ("Flexigesetz") wurden die sozialversicherungsrechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen, dadurch haben Zeitwertkonten an Attraktivität und Verbreitung gewonnen.

Tipp 3: Die nötige Verwaltung berücksichtigen

Tatsächlich sind die Umfeldfaktoren bei Zeitwertkonten nicht klar fixiert. Auch 'Flexi II' hat für Arbeitgeber und Arbeitnehmer einige wesentliche Unklarheiten und Unschärfen in der Umsetzung, sodass man hier - trotz der an sich guten Idee des Zeitwertkontos - sehr vorsichtig sein muss. Hinzu kommt, dass es sich hierbei um eine kosten- und verwaltungsintensive Anlage handele.

Tipp 4: Eine betriebliche Altersvorsorge als alternative Lösung

Arbeitgeber, die ihren Arbeitnehmern die Chance auf eine Reduzierung der Arbeitszeit oder den Vorruhestand geben wollen und auf Sicherheit bedacht sind, sollten über die Lösung durch betriebliche Altersvorsorge (bAV) nachdenken. Die bAV kann die rechtlich quasi bis ins Detail geregelte Alternative sein, um altersgerechte Arbeitszeiten zu realisieren. Beispielweise entnimmt der Arbeitnehmer per Teilauszahlung etwas aus der bAV, um die Altersteilzeit oder den Vorruhestand zu finanzieren. Die BVUK-Gruppe entwickelt entsprechende maßgeschneiderte Systeme vor allem für mittelständische Unternehmen.

Tipp 5: Die Passgenauigkeit ist entscheidend

Bei all den Möglichkeiten, die sich dem Einzelnen - auch im Hinblick auf den Vorruhestand - für seine Altersvorsorge bieten, komme es mehr denn je auf den richtigen Mix und die "Passgenauigkeit" an. Entscheidend ist immer die persönliche Situation. Speziell die bAV lasse sich trotz ihres kollektiven Charakters sehr individuell ausgestalten. Wichtig ist deshalb die Unabhängigkeit des vom Arbeitgeber ausgewählten Beraters. Nur er könne in ergebnisoffenen Gesprächen optimale Pakete schnüren.

Tipp 6: Den Brutto-Netto-Effekt bei der bAV nutzen

Die bAV als Form persönlicher Altersvorsorge ist generell deshalb so attraktiv, weil sie den Brutto-Netto-Effekt nutzt. Denn Arbeitnehmer, die sich einen Teil des Gehalts in eine Betriebsrente umwandeln lassen, sparen Steuern und Sozialversicherungsbeiträge. Die Beiträge zur bAV werden nicht vom Netto-, sondern vom Bruttogehalt abgezogen. Da dieser Betrag innerhalb der gesetzlichen Grenzen steuerfrei ist und dann auch keine Sozialversicherungsbeiträge anfallen, kostet er den Arbeitnehmer effektiv nur etwa die Hälfte aus seinem Geldbeutel. Jeder Euro, der in Form einer Entgeltumwandlung in ein Versorgungssystem fließt, sei aber auch eine Ersparnis für den Arbeitgeber, da diese Beträge im Rahmen der Grenzen nicht mit Lohnnebenkosten belastet sind.

drucken