Vorsorge
Artikel vom 01.11.2014

4 Tipps zur Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsprüfung

Rückenleiden sind ein "Klassiker" unter den Ursachen für eine Berufsunfähigkeit, die mit Abstand häufigsten Gründe sind heute aber psychische Erkrankungen. Foto: djd/BVUK/fotolia.com/Gina Sanders
Rückenleiden sind ein "Klassiker" unter den Ursachen für eine Berufsunfähigkeit, die mit Abstand häufigsten Gründe sind heute aber psychische Erkrankungen. Foto: djd/BVUK/fotolia.com/Gina Sanders

Ungefähr 25 Prozent aller deutschen Arbeitnehmer müssen vorzeitig wegen einer Krankheit ihr Berufsleben beenden. Der Grund dafür ist immer häufiger eine psychische Erkrankung. Gegen die existenzielle Gefahr der Berufsunfähigkeit haben sich aber nur etwa zehn Prozent der deutschen Arbeitnehmer abgesichert. Dabei gibt es sogar die Option für eine Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsprüfung.

Tipp 1: Die Altersvorsorge geschickt nutzen

Jeder deutsche Arbeitnehmer besitzt seit einen Rechtsanspruch auf eine betriebliche Altersvorsorge (bAV). Wer sich einen Teil seines Gehalts in eine Betriebsrente umwandeln lässt, spart Steuern und Sozialversicherungsbeiträge. Was viele nicht wissen: Auch ein Risikobaustein wie die Berufsunfähigkeitsvorsorge lässt sich im Zusammenhang mit der bAV umsetzen.

In diesem Fall wird ein Teil des Versorgungsbetrags nicht für die Altersrente, sondern zur Absicherung des Risikos der Berufsunfähigkeit eingesetzt. Wie weit der Schutz reicht, regelt die betriebliche Vereinbarung" Die Voraussetzungen dafür muss der Arbeitgeber schaffen. Nur wenn er seinen Mitarbeitern ein Angebot macht, das die Zusatzleistungen enthält, kann man sich umfassend absichern.

Tipp 2: Als homogene Risikogruppe agieren

Zahlreiche Arbeitnehmer haben wegen ihres Alters und eventuell existierender Vorerkrankungen keine Möglichkeit, eine Berufsunfähigkeitsabsicherung abzuschließen. Und wenn es doch eine Möglichkeit gibt, dann mit außerordentlich hohen Beiträgen oder Zuschlägen. Bei gegebenen Voraussetzungen kann man als Unternehmen dagegen eine homogene Risikogruppe bilden und die verpflichtende Gesundheitsprüfung durch eine Gesundheitsprüfung, die vereinfacht ist, ersetzen. Dieser kollektive Ansatz verhilft bereits heute vielen Arbeitnehmern zu einer Absicherung, die sie ansonsten nie erhalten würden - und die Beiträge sind sogar noch von Steuern und Sozialabgaben befreit.

Tipp 3: Nicht auf staatliche Leistungen setzen

Die gesetzliche Berufsunfähigkeitsabsicherung ist abgeschafft, sie wurde durch die deutlich ungünstigere Erwerbsminderungsrente ersetzt. Die Unterstützung durch den Staat im Fall der Berufsunfähigkeit ist daher sehr gering. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsprüfung wie bei der bAV verringert oder schließt durch die Zahlung einer Rente die Lücke zwischen dem bisherigen Gehalt und den deutlich verringerten Einkünften während einer Berufsunfähigkeit. Diese Rente kommt in der Regel dann zur Auszahlung, falls beim Versicherten zu 50 Prozent eine Berufsunfähigkeit festgestellt wird.

Chronische Überforderung im Job zählt heute zu den häufigsten Ursachen für eine Berufsunfähigkeit. Jeder sollte sich bewusst sein, dass Berufsunfähigkeit ein existentielles Risiko ist, gegen das man vorsorgen kann. Bildnachweis: Foto: djd/BVUK/fotol
Chronische Überforderung im Job zählt heute zu den häufigsten Ursachen für eine Berufsunfähigkeit. Jeder sollte sich bewusst sein, dass Berufsunfähigkeit ein existentielles Risiko ist, gegen das man vorsorgen kann. Bildnachweis: Foto: djd/BVUK/fotolia.com/ArTo

Tipp 4: Eine Mitarbeiterbindung, die nichts kostet

Eine bAV lohnt sich auch aus diesem Grund. Ihr Erfolg ist aber stets vom Engagement des Chefs abhängig: Je aktiver eine Firma diese Vorsorge anbietet, desto größer ist die Nachfrage durch die Belegschaft. Die Motivation dazu sollte, nicht nur wegen der Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsprüfung überall da sein: Neben der sozialen Verantwortung gegenüber den Beschäftigten kann die Betriebsrente als Instrument eingesetzt werden, um Mitarbeiter langfristig zu halten und um hochqualifizierte Arbeitskräfte zu gewinnen.

Das Schöne daran: Diese Art der Mitarbeiterbindung kostet nichts - stattdessen sparen die Unternehmen sogar Geld. Die bAV senkt Steuerlast und Lohnnebenkosten. Zum einen, weil die Beiträge zur bAV zu den abzugsfähigen Betriebsausgaben zählen. Zudem seien die Beiträge in eine bAV für den Arbeitgeber im Unterschied zu Gehaltszahlungen im Rahmen der gesetzlichen Grenzen sozialversicherungsfrei.

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