Vorsorge
Artikel vom 01.11.2014

Au-Pair-Versicherung: 4 bewährte Tipps

Während die jungen Leute einerseits die Gastfamilie in der Kinderbetreuung entlasten, können sie bei freier Kost und Wohnen Land und Leute des Gastlands kennenlernen. Foto: djd/Ergo Direkt Versicherungen/H.Benser
Während die jungen Leute einerseits die Gastfamilie in der Kinderbetreuung entlasten, können sie bei freier Kost und Wohnen Land und Leute des Gastlands kennenlernen. Foto: djd/Ergo Direkt Versicherungen/H.Benser

Auslandsaufenthalte sind bei jungen Leuten beliebt. Dadurch lernt man ein fremdes Land hautnah kennen und erlebt für einige Zeit den ganz normalen Alltag. Bei späteren Bewerbungen kann sich eine solche Referenz bezahlt machen. Eine Möglichkeit zum Sammeln wichtiger Auslandserfahrungen ist zum Beispiel ein sechs- oder zwölfmonatiger Aufenthalt als Au-pair. Doch dabei sind einige Formalitäten zu beachten. Besonders wichtig ist die richtige Versicherung.

Voraussetzung für eine Bewerbung als Au-pair ist natürlich die gute oder sogar sehr gute Kenntnis der jeweiligen Landessprache. Nützlich sind auch Referenzen, wie ein Empfehlungsschreiben der Schule, von Vereinen oder Kirchengemeinden. Außerdem muss eine gute gesundheitliche Verfassung bei der Bewerbung über eine Agentur per Attest nachgewiesen werden.

1. Tipp: Au-Pair-Versicherung und Sorgen vermeiden

Ein Au-pair soll die Gastfamilie ergänzen und die Eltern bei der Kinderbetreuung entlasten - keineswegs darf es aber als Billiglohnkraft oder Putzhilfe ausgenutzt werden. Gastfamilien müssen deshalb einige klare Regeln beachten. So sollte sich die Arbeitszeit im Haushalt und zur Kinderbetreuung auf 25 bis 30 Stunden pro Woche beschränken.

Dazu gehört auch ein freier Tag pro Woche sowie die Möglichkeit, an Sprachkursen oder kulturellen Veranstaltungen teilzunehmen. Gastfamilien in Deutschland verpflichten sich dazu, ein monatliches Mindesttaschengeld von 260 Euro zu zahlen. Auch die Kosten für einen Sprachkurs werden häufig von den Gasteltern übernommen.

Selbst bezahlen sollte das Au-pair hingegen die Hin- und Rückreise - egal ob es aus Deutschland ins Ausland geht oder umgekehrt. Keinesfalls vergessen sollte man einen Versicherungscheck, eventuell sind für den Auslandsaufenthalt Zusatzversicherungen nötig. Denn die richtige Versicherung schützt bei Au-Pairs vor finanziellen Zusatzbelastungen.

2. Tipp: Deutsche, die als Au-pair ins Ausland gehen können ihre Versicherung mitnehmen

Bei den Versicherungen für Au-Pairs ist folgendes zu beachten: Wer als Au-pair ins europäische Ausland geht, muss sich nicht zwingend selbst krankenversichern. Unter bestimmten Voraussetzungen gilt wie bisher die Versicherung über die Familie. Wer nicht älter als 23 Jahre ist, seinen Wohnsitz in Deutschland behält und nur vorübergehend - bis maximal zwölf Monate - ins Ausland geht, bleibt in der gesetzlichen Krankenversicherung über die Eltern mitversichert. Allerdings dürfe das monatliche Gesamteinkommen des Au-pairs einen Betrag von derzeit 375 Euro nicht überschreiten.

Diese Weiterversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung gelte allerdings nur für die EU-Länder und die Staaten des europäischen Wirtschaftsraums. Für einen Arztbesuch in diesen Ländern reicht es zumeist aus, seine Krankenversicherungskarte vorzuzeigen. Wer als Au-pair nach Amerika, Kanada oder in ein anderes Land gehe, sollte hingegen eine private Zusatzversicherung abschließen. Diese könne aber auch innerhalb Europas hilfreich sein - nämlich dann, wenn etwa ein Rücktransport in die Heimat nötig ist.

3. Tipp: Die Privathaftpflicht- und Unfallversicherung

In Bezug auf eine Privathaftpflicht sollte man ebenfalls zunächst prüfen, welcher Schutz bereits vorhanden ist. Falls das Au-pair in Deutschland bereits eine eigene private Haftpflichtversicherung abgeschlossen hat, gilt diese weltweit und auch meist für längere Auslandsaufenthalte. Eine weitere Police ist dann nicht mehr nötig. Es empfiehlt sich auf Nummer sicher zu gehen und in den Bedingungen nachzulesen, für welchen Zeitraum Auslandsaufenthalte eingeschlossen sind.

4. Tipp: Das Kleingedruckte beachten

Im Fall, dass die Eltern eine Privathaftpflichtversicherung haben, über die die Kinder mitversichert sind, sollte man sich das Kleingedruckte ansehen, da es unterschiedliche Versionen gibt. Unverheiratete Kinder unter 18 Jahren sind in der Regel uneingeschränkt mitversichert. Kinder über 18 Jahren jedoch meist nur dann, wenn sie sich noch in einer Schul- oder einer sich unmittelbar anschließenden Berufsausbildung befinden. Bei einem Au-pair würde dann kein Versicherungsschutz bestehen. Für die Unfallversicherung gilt: Wenn eine eigene Police oder eine über die Eltern besteht, so gilt diese grundsätzlich weltweit und in der Regel auch für längere Auslandsaufenthalte.

Ausländer, die als Au-pair nach Deutschland kommen

Wer als Gastfamilie für ein Au-pair fungiert, trägt Verantwortung. Es ist ratsam, das Au-pair so zu versichern, als ob es das eigene Kind wäre: Wenn doch etwas passiert, muss man sich dann keine Vorwürfe machen, dass man etwas versäumt hätte. Wer ein ausländisches Au-pair in Deutschland beschäftigt, sollte in jedem Fall eine Versicherung für den Fall von Krankheit und Unfall sowie eine Privathaftpflicht abgeschlossen haben - beziehungsweise gründlich überprüft haben, ob der Gast bereits über solche Versicherungen verfügt.

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