Vorsorge
Artikel vom 25.10.2017

Ambulante Pflege: 6 Fragen zur privaten Pflegeversicherung

Aufgrund des demographischen Wandels ist eine wachsende Zahl von Bundesbürgern im Alter auf professionelle Pflege angewiesen. Die gesetzliche Pflegeversicherung übernimmt dabei nie die gesamten Kosten - egal ob die Pflege stationär in einem Heim oder als ambulante Pflege zuhause erfolgt. Die Differenz müssen der Pflegebedürftige oder seine Kinder im Rahmen des Elternunterhalts tragen. Um sich vor diesen Kosten zu schützen, ist eine zusätzliche private Absicherung des Pflegerisikos, auch bei ambulanter Pflege, notwendig. Hier sechs wichtige Antworten auf Fragen zur privaten Absicherung.

1. Für wen ist eine private Pflegeversicherung sinnvoll?

Sinnvoll ist eine zusätzliche private Pflegeversicherung vor allem für Menschen, die im Falle eines Falles frei entscheiden wollen, wie sie leben und gepflegt werden möchten. Das gilt vor allem für die ambulante Pflege zuhause. Nur die wenigsten haben so viel Altersvorsorge gebildet oder Ersparnisse angesammelt, dass sie die Kosten für die ambulante Pflege aus eigener Tasche bezahlen könnten.

Die ambulante Pflege sollte ausreichend in einer Pflegeversicherung bedacht sein.
Wichtig beim Abschluss einer privaten Pflegeversicherung ist insbesondere, dass auch der niedrige Pflegegrad 1 ausreichend abgesichert ist. Foto: djd/Barmenia/Frank Schemmann/Johanniter-Unfall-Hilfe

2. Wo kann ich mich informieren?

Wer eine private Pflegeversicherung abschließen will, sollte sich vorher gut informieren, mittlerweile steht eine Vielzahl von Tarifen und Optionen zur Verfügung. Eine gute Übersicht gibt es hier www.finanztip.de/pflegezusatzversicherung.

3. Was hat es mit der Pflegereform 2017 auf sich?

Zum 1. Januar 2017 wurden die bisherigen Pflegestufen von den Pflegegraden 1 bis 5 abgelöst. Mit der neuen Einteilung werden auch Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz in das System der Pflege integriert, vorher lag der Schwerpunkt auf rein körperlichen Beeinträchtigungen. Alle Infos zur Pflegereform 2017 gibt es hier.

4. Welche Art der privaten Pflegeversicherung ist zu empfehlen?

Die Pflegetagegeld- beziehungsweise Pflegemonatsgeldversicherung ist die beste Lösung für die privat organisierte, ambulante Pflege. Dabei wird eine fixe Summe pro Tag oder pro Monat gezahlt - ganz unabhängig von den konkreten Pflegeleistungen. Der Staat fördert unter bestimmten Bedingungen den Abschluss einer privaten Zusatzversicherung mit dem sogenannten Pflege-Bahr.

5. Wann erhalte ich Leistungen aus der Pflegeversicherung?

Die Zahlungen aus der gesetzlichen und privaten Pflegeversicherung setzen eine festgestellte Pflegebedürftigkeit voraus. Am einfachsten und der Regelfall ist es, wenn die Pflegegrade der gesetzlichen Pflegeversicherung auch die Orientierung für die privaten Pflegeversicherer sind. Die Gesundheitsprüfung geschieht in der gesetzlichen Pflegeversicherung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen.

6. Warum ist es so wichtig, niedrige Pflegegrade ausreichend abzusichern?

Wichtig beim Abschluss einer privaten Pflegeversicherung ist insbesondere, dass auch der niedrige Pflegegrad 1 ausreichend abgesichert ist. Gerade in den geringeren Pflegegraden ist die Verweildauer statistisch gesehen deutlich länger als in den höheren Pflegegraden. Der Anbieter Barmenia etwa zahlt beim Tarif "Pflege 100" das vereinbarte Pflegemonatsgeld in voller Höhe auch schon bei Pflegegrad 1. Der Clou bei diesem Tarif ist neben der finanziellen Leistung bei ambulanter Pflege auch die persönliche Hilfestellung durch die Johanniter. Wie das aussehen kann, zeigt dieses Video. Basis des professionellen Pflegeangebots sind die gut ausgebildeten und motivierten Pflegekräfte sowie ein breites Angebot an Dienstleistungen.

drucken