Finanzen
Artikel vom 04.09.2018

BEV Bayerische Energieversorgungsgesellschaft zeigt Stromspartipps für Verbraucher

Energieanbieter wechseln und Geld sparen.
Verbraucher können ihre Energiekosten im Griff behalten, indem sie beispielsweise den Stromanbieter wechseln. Foto: djd/BEV/Getty Images/gopixa

Laut Statistischem Bundesamt müssen deutsche Haushalte heute etwa 50 Prozent mehr für Strom bezahlen als noch vor 10 Jahren. Kunden können ihre Energieausgaben reduzieren, indem sie etwa einen Stromanbieterwechsel vollziehen. Hier sind die 5 besten Tipps für den Wechsel:

Tipp 1: Alte Stromrechnung für den neuen Vertrag nutzen

Wer bei einem Stromanbieterwechsel für seinen neuen Vertrag die alte Stromrechnung nutzen will, sollte alle Daten eins zu eins übernehmen. "Falls die Angaben nicht exakt mit dem bisherigen Vertrag übereinstimmen, kann es geschehen, dass die Computersysteme bei der Kontrolle Alarm schlagen und dass es in der Folge zu Verzögerungen kommt", so Uwe Kollmar, Geschäftsführer der Bayerischen Energieversorgungsgesellschaft (BEV Energie). Der Münchner Anbieter beispielsweise übernimmt den Großteil der Formalitäten des Wechsels für den neuen Kunden, dazu zählt auch, für den Kunden beim alten Anbieter zu kündigen.

Stromanbieter wechseln lohnt sich - alle Tipps dazu im Ratgeber.
Wer seinem neuen Stromanbieter eine Vollmacht für den Wechsel gegeben hat, sollte nichts mehr selbst unternehmen. Foto: djd/BEV/shutterstock/gopixa

Tipp 2: Beim Stromanbieterwechsel nicht einfach den bisherigen Verbrauch übernehmen

Es reicht oft nicht, den Verbrauch der bisherigen Wohnung anzugeben, wenn der neue Stromanbieter nach dem künftigen Verbrauch fragt. Abweichungen sind insbesondere dann zu erwarten, falls die neue Wohnung kleiner oder größer ist als die bisherige. Damit nicht mit zu geringen oder zu hohen Abschlägen kalkuliert wird, ziehen viele Stromanbieter zusätzlich den bisherigen Stromverbrauch der neuen Wohnung heran. Dies geschieht per automatischer Anfrage beim lokalen Stadtwerk.

Tipp 3: Stromanbieterwechsel: Kündigen sollte der Vertragspartner

Auch bei Ehepaaren gilt: Kündigen sollte bei einem Stromanbieterwechsel nur die Person, die den Vertrag unterschrieben hat. Denn praktisch ist es für den Stromanbieter oft schwer zu verifizieren, ob ein Eheverhältnis tatsächlich besteht. Falls der Stromvertrag etwa auf den Namen des Ehegatten läuft, aber die Ehegattin kündigt und den Auftrag zum Stromanbieterwechsel erteilt, funktioniert dies oftmals nicht. Schlimmstenfalls verpasst man die Kündigungsfrist, der Stromanbieterwechsel ist dann gescheitert.

Tipp 4: Nach Vollmacht zum Stromanbieterwechsel nichts mehr unternehmen

Hat man dem neuen Stromanbieter für den Stromanbieterwechsel eine Vollmacht erteilt, sollte man selbst nichts mehr unternehmen. Der neue Stromanbieter übernimmt die Kündigung des alten Vertrags. Vom vorherigen Anbieter bekommt man die Kündigungsbestätigung und die Abschlussrechnung. Anschließend teilt der neue Anbieter mit, zu welchem Zeitpunkt er mit der Strombelieferung startet und mit welchen Abschlägen der Kunde kalkulieren muss.

Von diesem regulären Ablauf gibt es zwei Ausnahmen: Falls es ein Sonderkündigungsrecht gibt und falls die Kündigungsfrist fast abgelaufen ist. Dann ist es ratsam, dass der Verbraucher selbst aktiv wird, um Probleme beim Wechsel auszuschließen.

Tipp 5: Überraschungen bei Abschlägen vermeiden

Um Überraschungen bei den Abschlägen zu vermeiden, hilft bei der Abschätzung des künftigen Stromverbrauchs eine Faustformel. Zunächst die Wohnfläche in Quadratmetern (qm) mit 9 Kilowattstunden (kWh) multiplizieren. Bei einer Wohnfläche von 60 qm wären dies 540 kWh. Im zweiten Schritt die Zahl der Personen, die im Haushalt wohnen, mit 200 kWh multiplizieren.

Für einen Zwei-Personen-Haushalt ergeben sich 400 kWh, wenn das warme Wasser zentral aufbereitet wird. Im letzten Schritt die wichtigsten Haushaltsgeräte wie Waschmaschine, Trockner, Kühlschrank zählen und mit 200 kWh multiplizieren. Bei sieben Geräten ergeben sich 1.400 kWh. Im Rechenbeispiel müsste man mit einem Stromverbrauch von 2.340 kWh pro Jahr rechnen.

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