Familienleben
Artikel vom 16.03.2015

Starke Bauchschmerzen - 9 Tipps, um Kindern zu helfen

Ein Mädchen krümmt sich aufgrund starker Bauchschmerzen auf dem Sofa.
Bei sensiblen Kindern äußern sich Reizüberflutung und Ängste häufig als Bauchschmerzen. Foto: djd

Wenn der Nachwuchs unter starken Bauchschmerzen leidet, sind die Eltern oft verunsichert. Sie fragen sich, woher die Beschwerden kommen, ob sie gefährlich sind und wie sie darauf reagieren sollen. Gerade bei kleinen Kindern, die noch nicht in der Lage sind, mit Worten zu beschreiben was ihnen fehlt, gestalten sich Ursachensuche und Behandlung oft schwierig. Bauchschmerzen im Säuglings- und Kleinkindalter bedürfen deshalb stets ärztlicher Abklärung. Kommt Fieber über 38 Grad Celsius hinzu, ist auch bei einem älteren Kind ein Arztbesuch erforderlich. In vielen Fällen kann der Kinderarzt jedoch keine eindeutige Diagnose stellen. Die Beschwerden haben keine erkennbare körperliche Ursache. Mediziner sprechen in diesem Fall von funktionellen Bauchschmerzen. Diese treten vorwiegend rund um den Bauchnabel auf. Vor allem bei sensiblen Kindern schlagen sich Reizüberflutung, Ängste, Stress oder Überforderung häufig auf das Bäuchlein. Unter Belastung verkrampfen sich die Muskeln in diesem sensiblen Bereich, was zu Unwohlsein führen kann. Zudem kann es zu vermehrten Darmbewegungen kommen. Wir verraten Ihnen 9 Tipps, wie Sie Ihren Kindern helfen können.

Eine Mutter küsst den Bauch ihres Babys, das wegen starker Bauchschmerzen weint.
Bauchschmerzen im Säuglings- und Kleinkindalter bedürfen stets ärztlicher Abklärung. Foto: djd

Tipp 1: Rituale helfen Kindern zur Ruhe zu kommen

Oftmals wird auch durch Hektik und Aufregung beim Essen oder Reden zu viel Luft geschluckt. Diese sammelt sich im Verdauungstrakt an und verursacht dort Schmerzen. Lässt der psychische Druck nach, sind die Bauchbeschwerden der kleinen Patienten oft wie weggeblasen. Gestresste Kinder, die mit Bauchschmerzen reagieren, benötigen elterliche Nähe, feste Rituale und Ruheinseln. Der gemütliche Spaziergang am Nachmittag, gemeinsame Kuschelstunden oder eine Gute-Nacht-Geschichte helfen dem Kind dabei, die Ereignisse des Tages besser zu verarbeiten.

Tipp 2: Kindliche Verdauung natürlich ankurbeln

Findet sich keine organische Ursache für wiederkehrende krampfartige Schmerzen, können natürliche Arzneien helfen, die Anspannung im Darm zu lösen. So hilft Gelber Enzian, die Verdauungsfunktionen zu regulieren und ergänzt die Wirkung von Wacholder bei Blähungen und Übelkeit. Kamille und Wermut können krampflösend wirken und die Darmbewegung anregen. Luft kann so leichter aufgestoßen oder ausgeschieden werden.

Tipp 3: Bauchmassagen können helfen

Darmgase: Vor allem Säuglinge in den ersten drei Lebensmonaten und sensible Kinder leiden häufig unter Koliken, die unter anderem durch das Schlucken von Luft ausgelöst werden. Auch ungewohnte Nahrungsmittel können zu Blähungen führen. Bauchmassagen und Wärme bringen Erleichterung.

Ein kleines Mädchen liegt mit starken Bauchschmerzen im Arm der Mutter.
Wenn der Nachwuchs unter Bauchschmerzen leidet, machen sich die Eltern Sorgen. Foto: djd

Tipp 4: Reichlich Flüssigkeit hilft der Verdauung

Verstopfung: Manche Stillkinder haben nur einmal pro Woche Stuhlgang. Kinder, die frisch von der Windel entwöhnt wurden, schieben den Toilettengang oft zu lange hinaus. Durch das Zurückhalten kann sich jedoch der Kot im Darm verfestigen. Mit reichlichem Trinken und Bewegung lässt sich die Verdauung anregen.

Tipp 5: Stuhlprobe beim Arzt analysieren lassen

Krankheitskeime: Krabbelkinder stecken alles in den Mund, dadurch gelangen Keime in den Verdauungstrakt. Eine Infektion kann Erbrechen und Durchfall zur Folge haben. Wurmerkrankungen lassen sich im Stuhl erkennen und müssen vom Arzt behandelt werden.

Tipp 6: Auf ausgewogene Ernährung achten

Durcheinanderessen und Überessen: Vor allem auf Kindergeburtstagen stopfen die Kleinen Süßes, Fettiges und Herzhaftes oft wahllos in sich hinein. Die Verdauung ist damit völlig überfordert, es kann zu Sodbrennen, Aufstoßen, Übelkeit, Brechreiz und Blähungen kommen.

Tipp 7: Unverträglichkeiten vom Arzt festellen lassen

Nahrungsmittelunverträglichkeiten: Wenn die Bauchschmerzen immer nach dem Genuss von bestimmten Lebensmitteln auftreten, kann eine Unverträglichkeit vorliegen, so etwa eine Laktoseintoleranz bei Milchprodukten oder Zöliakie bei Weizenerzeugnissen. Auch Obst kann durch die darin enthaltene Fruktose Beschwerden auslösen.

Tipp 8: Rechtzeitig zum Arzt gehen

Schwerwiegende Erkrankungen: Plagen Kinder neben heftigen Bauchschmerzen auch Fieber und Übelkeit, könnte es sich um eine schwerwiegende Erkrankung, z. B. eine Blinddarmentzündung, eine Nierenbeckenentzündung, einen Leistenbruch oder eine Darmverschlingung handeln. Hier muss sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Tipp 9: Verdauungsproblemen vorbeugen

Spätabendliche schwere Mahlzeiten sowie Obst oder Rohkost am Abend können aufgrund der eingeschränkten Darmtätigkeit während des Schlafes zu Verdauungsproblemen führen. Darüber hinaus regen kohlensäurehaltige Getränke die Gasbildung im Magen-Darm-Trakt an. Neigt das Kind zu Verstopfung, sollte ballaststoffreiche Kost, Leinsamen und der regelmäßige Verzehr von Joghurt angeboten werden. Eltern sollten darauf achten, dass ihr Kind genug trinkt. Regelmäßige Bewegung wirkt sich ebenfalls positiv auf die Verdauung aus.

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