Familienleben
Artikel vom 01.11.2014

Frühkindliche Musikerziehung: 5 praktische Tipps

Unter der frühkindlichen Erziehung versteht man die Förderung und Bildung, welche ein Kind bis zu seinem sechsten Lebensjahr, also bis es mit der Schule beginnt, erfährt. Gerade in Deutschland wird in den letzten Jahren immer häufiger auf die wichtige Bedeutung der frühkindlichen Musikerziehung hingewiesen. Frühe Musikerziehung ist ein bedeutender Grundstein für die spätere Entwicklung und Bildung des Kindes. Mit ihr sollen Kompetenzen ermittelt werden, die sich später in der Schule und im weiteren Berufsleben nützlich erweisen können.

Fast ein jedes Kind empfindet Faszination und Freude daran, wenn es Musik macht oder jemandem dabei zusieht. Der Klang tut der Seele gut, gleichzeitig schult es die Entwicklung, wenn Töne, Rhythmen und Melodien selbst mit Instrumenten erzeugt werden. Sowohl die kreative als auch die intellektuelle Entwicklung, das Gedächtnis und das Ausdrucksvermögen des Kindes profitieren davon. Ebenso kommt der frühe Kontakt mit der Musik der Sprachentwicklung sowie der Motorik des Kindes zugute.

1. Tipp: Mit Schlafliedern beginnen

Vor allem bei Kindern kann man schon recht früh die Begeisterung für Melodien wecken. Angefangen beim Summen von Schlafliedern über das Aufsagen von Reimen bis hin zum Vorsingen oder zum gemeinsamen Singen in der Gruppe. Es spielt keine Rolle, ob alle Töne richtig getroffen werden - viel wichtiger ist, dass Kinder Spaß daran haben.

2. Tipp: Einfache Instrumente mit einbeziehen

Einfache Instrumente wie Rasseln, Glockenspiele, Xylophone oder auch Schellenbänder sind ideal, um den ersten persönlichen Kontakt mit Musik herzustellen. Musikalische Geschichten verstehen Kinder bereits ab dem dritten Lebensjahr, wobei das Erlebte stets im Fokus stehen sollte. Um die neuen Informationen auch gut verarbeiten zu können, ist es wichtig, dass das Kind einen Ansprechpartner hat, mit dem es das Gehörte besprechen kann. Unter anderem wird inzwischen in Volkshochschulen und diversen Kindergärten eine musikalische Früherziehung angeboten.

3. Tipp: Gemeinsam singen

Die meisten Kinder lieben es, die eigene Stimme zu erkunden und selbst Lieder zu singen. Noch großartiger ist diese Erfahrung allerdings, wenn sie gemeinsam dazu ein Instrument anstimmen können. So werden Kinder aktiv in die Welt der Klänge eingeführt, entwickeln nach und nach ein Rhythmusgefühl und entdecken vielleicht sogar später eine Liebe zu einer bestimmten Musikrichtung oder zu einem bestimmten Instrument. Der Kreativität sind in jedem Fall keinerlei Grenzen gesetzt.

4. Tipp: Zeit lassen, um das richtige Instrument zu wählen

Wenn Kinder ein Instrument lernen möchten, stehen sie gemeinsam mit ihren Eltern allzu häufig vor der Frage: Welches ist das richtige? Das Klavier, die Gitarre - oder doch die Trompete? Für Kinder ist es durchaus noch nicht sehr einfach, sich nach der musikalischen Früherziehung entscheiden zu können. Auch Eltern geraten hier schnell ins Grübeln, denn viele Musikinstrumente sind sehr teuer und es wäre ärgerlich, wenn das Kind den Spaß nach einer Weile verliert.

5. Tipp: Ein Instrumentenkarussel nutzen

Glücklicherweise gibt es dafür eine Lösung: Das sogenannte Instrumentenkarussell, das mittlerweile von zahlreichen Musikschulen angeboten wird. Hierbei handelt es sich einen Folgekurs nach der frühkindlichen Musikerziehung für Kinder im Alter von 6-9 Jahren. Der bietet die Möglichkeit, innerhalb der Gruppe unterschiedliche Instrumente in Ruhe ausprobieren zu können. Jedes Musikinstrument wird dabei über vier bis fünf Wochen hinweg genutzt - eine Phase, in der sich meist direkt zeigt, welches Instrument das richtige ist.

Mit dem richtigen Musikunterricht für ein spezielles Instrument kann dann - je nach geistiger und motorischer Reife - etwa ab einem Alter von fünf Jahren begonnen werden.

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