Familienleben
Artikel vom 14.09.2018

Baumbestattung: 3 ganz besondere Trauerrituale in freier Natur

Eine Frau trauert in einem Friedwald und erinnert sich an Angehörige.
Zu allen Jahreszeiten sind Waldspaziergänge eine Möglichkeit, sich das Werden und Vergehen in der Natur zu vergegenwärtigen. Foto: djd/FriedWald/Christian Christes

Der Tod eines nahestehenden Menschen ist für 62 Prozent der Deutschen die schlimmste Katastrophe. Das zeigt eine repräsentative Studie im Auftrag des Unternehmens FriedWald. Doch wie kommt man über den Verlust hinweg und lernt, sein Leben wieder neu zu gestalten?

Gezielte Trauerrituale helfen dabei - und bei diesen spielt die Natur eine immer größere Rolle. Die positive Wirkung des Waldes auf die menschliche Psyche sorgt dafür, dass die Nachfrage nach naturnahen Bestattungsformen steigt. Wir stellen drei der möglichen Rituale nach einer Baumbestattung im Wald vor.

Ritual 1: Spaziergänge zu allen Jahreszeiten

Die Natur hat auf die Menschen eine tröstliche Wirkung. Insbesondere der Wald zeigt uns im Wechsel der Jahreszeiten sehr deutlich die Bedeutung vom Werden und Vergehen - wenn das Laub im Herbst bunt wird, die winterliche Ruhe zwischen den Bäumen einkehrt und wenn diese im Frühling erneut austreiben.

Ein Waldspaziergang ist zu jeder Zeit eine Möglichkeit für Hinterbliebene, nach einer Baumbestattung mit ihrer Trauer fertig zu werden.

Eine Familie bei der Trauer in einem Friedwald.
Bei einem Treffen am Baumgrab erinnern sich Angehörige und Freunde gemeinsam an den Verstorbenen - und können dabei die Rinde berühren. Foto: djd/FriedWald

Ritual 2: Ein Picknick am Baum

Manche machen es schon zu Lebzeiten, wenn sie sich eine Eiche, Linde oder einen Ahorn für ihre Baumbestattung ausgewählt haben: Sie treffen sich mit Freunden und trinken ein Glas Sekt zusammen im Wald, an "ihrem Baum". Und vielfach sind es die Hinterbliebenen, die diese Tradition entweder fortsetzen oder ins Leben rufen, wenn ein Freund oder Verwandter gestorben ist.

Als Datum für ein Treffen werden häufig Geburtstage oder besondere Feiertage genommen. Beim Picknick an der Familieneiche oder -linde kann dann, wenn es der Jahreszeit entspricht, auch ein Glühwein getrunken werden.

Bei einem Baumgrab ist nur Natur-Deko wie Steine, Äste und Blätter erwünscht.
Ein Stein, der in der Nähe des Baumgrabs gefunden wird, kann ein schönes Erinnerungsstück an einen Verstorbenen sein. Foto: djd/FriedWald

Ritual 3: Andenken vom Besuch im Wald

Wer das Baumgrab eines lieben Menschen besucht, darf keine Blumen oder Gestecke mitbringen, denn wer sich für die Ruhe im FriedWald entscheidet, entscheidet sich auch für die Natürlichkeit des Waldes. Zudem könnten Wildtiere alles, was auf den Gräbern abgelegt wird, fressen und nicht vertragen. Deswegen bleibt nach einer Baumbestattung die Dekoration des Grabes allein der Natur überlassen.

Wer hier um seine Lieben trauert, kann die Gedenkrituale eines klassischen Friedhofs umkehren: Besucher können etwas mitnehmen, statt etwas zu bringen - zum Beispiel kleine Astbündel, Steine oder Blätter als schöne und mit der letzten Ruhestätte verbundene Erinnerungsstücke. Vielen hilft es aber schon, den Baum ganz einfach zu berühren und sich dadurch in der tröstenden Atmosphäre des Waldes beschützt und gut aufgehoben zu fühlen.

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