Karriere
Artikel vom 01.11.2014

Wie kann man Mitarbeiter binden: 4 Tipps für Arbeitgeber und -nehmer

Uniabsolventen und junge, motivierte Arbeitnehmer wollen nicht nur gut bezahlt werden, sie haben auch hohe Erwartungen an die sogenannten Soft Facts. Nicht unterschätzen sollte man in diesem Zusammenhang die betriebliche Altersversorgung (bAV). Foto: djd
Uniabsolventen und junge, motivierte Arbeitnehmer wollen nicht nur gut bezahlt werden, sie haben auch hohe Erwartungen an die sogenannten Soft Facts. Nicht unterschätzen sollte man in diesem Zusammenhang die betriebliche Altersversorgung (bAV). Foto: djd/BVUK/fotolia.com/contrastwerkstatt

Der Fachkräftemangel könnte die Wachstumschancen vieler deutscher Unternehmen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten deutlich limitieren. Vor allem mittelständische Firmen sind schon heute oft händeringend auf der Suche nach qualifiziertem Nachwuchs: Der "war for talents" hat längst begonnen, in den geburtenschwachen Jahrgängen steht nicht genug hochqualifiziertes Personal zur Verfügung. Uni-Absolventen und junge, motivierte Arbeitnehmer wollen nicht nur gut bezahlt werden, sie haben auch hohe Erwartungen an die sogenannten Soft Facts. Nicht unterschätzen sollte man in diesem Kontext die betriebliche Altersversorgung (bAV).

1. Tipp: Die bAV als attraktive Säule im System der Altersvorsorge

Deutsche Arbeitnehmer haben schon seit 2002 einen Rechtsanspruch auf eine bAV - trotzdem beharren Umfragen zufolge weniger als 50 Prozent der Berechtigten darauf. Dabei liegt es im ureigenen Interesse der Firmen, den Mitarbeitern eine bAV zu offerieren und Mitarbeiter darüber an das Unternehmen zu binden. Umfassende Informationen zum Thema bAV gibt es beispielsweise bei der BVUK-Gruppe, die sich mit dem Bereich der Kommunikation und Beratung im Themenspektrum Vergütung und Versorgung beschäftigt und maßgeschneiderte Systeme vor allem für mittelständische Unternehmen entwickelt.

2. Tipp: Die Altersvorsorge gut planen

Die bAV wird gerne als zweite Schicht im Altersvorsorge-System bezeichnet. Die erste Schicht stellt die gesetzliche Rentenversicherung dar, eine dritte Schicht können Kapitalanlageprodukte wie Lebensversicherungen, Anleihen und Aktien sein. Mit der bAV kann der vor Renteneintritt erzielte Lebensstandard abgesichert werden - die gesetzliche Rentenversicherung allein reicht dazu nicht aus.

Die Bundesbürger müssen die immer größer werdende Rentenlücke durch eigene Vorsorgeanstrengungen an den Kapitalmärkten ausgleichen - eine attraktive Option ist die betriebliche Altersversorgung. Foto: djd/BVUK/fotolia.com/Patrizia Tilly
Die Bundesbürger müssen die immer größer werdende Rentenlücke durch eigene Vorsorgeanstrengungen an den Kapitalmärkten ausgleichen - eine attraktive Option ist die betriebliche Altersversorgung. Foto: djd/BVUK/fotolia.com/Patrizia Tilly

Tipp 3: Mit der bAV die Rentenlücke schließen

Mit der bAV kann man die wachsende Rentenlücke vor allem deshalb schließen, weil sich die bAV den sogenannten Brutto-Netto-Effekt zunutze macht. Wer sich als Arbeitnehmer das Gehalt zum Teil in eine Betriebsrente umwandeln lässt, spart auf diese Weise Steuern und Sozialversicherungsbeiträge. Die in die betriebliche Altersvorsorge fließenden Beiträge werden vom Brutto- und nicht vom Nettolohn abgezogen. Weil dieser Betrag im Rahmen der gesetzlich gesteckten Grenzen steuerfrei ist und unter diesen Bedingungen auch keine Sozialversicherungsbeiträge fällig werden, muss der Arbeitnehmer im Endeffekt lediglich etwa die Hälfte aus seinem eigenen Geldbeutel aufbringen.

Tipp 4: Firmen sparen Kosten

Die bAV verursacht in den Firmen keine Kosten - die Unternehmen sparen stattdessen sogar Geld und man kann Mitarbeiter besser an das Unternehmen binden. Die bAV senkt Lohnnebenkosten und Steuerlast. Denn einerseits gehören die Beitragszahlungen zur bAV zu den abzugsfähigen Betriebsausgaben. Zudem sind die Beitragszahlungen in eine bAV für das Unternehmen im Gegensatz zu Gehaltszahlungen im Rahmen der gesetzlichen Grenzen sozialversicherungsfrei. Für junge, mobile Arbeitnehmer ist es zudem besonders wichtig, dass die bAV mitgenommen werden kann: Bestehende Anwartschaften auf eine Betriebsrente verfallen beim Wechsel zu einer anderen Firma nicht, sondern können dorthin übertragen werden.

Chronische Überforderung im Job zählt heute zu den häufigsten Ursachen für eine Berufsunfähigkeit. Jeder sollte sich bewusst sein, dass Berufsunfähigkeit ein existenzielles Risiko ist, gegen das man beispielsweise über eine betriebliche Altersverso
Chronische Überforderung im Job zählt heute zu den häufigsten Ursachen für eine Berufsunfähigkeit. Jeder sollte sich bewusst sein, dass Berufsunfähigkeit ein existenzielles Risiko ist, gegen das man beispielsweise über eine betriebliche Altersversorgung (bAV) vorsorgen kann. Foto: djd/BVUK/fotolia.com/Gina Sanders

Tipp 5: Berufsunfähigkeitsschutz gleich mit abschließen

In jeder Lebensphase haben Menschen unterschiedliche Vorsorgebedürfnisse. Ein Single muss ganz andere Schwerpunkte setzen als das Ehepaar mit zwei kleinen Kindern. Auch das finanzielle Potenzial ändert sich im Laufe der Jahre. Das sollte man bei der Wahl der Vorsorge bedenken und sich für ein möglichst flexibles Produkt wie die bAV entscheiden. In der "Familienphase" etwa sollte man sich unbedingt gegen das existenzielle Risiko der Berufsunfähigkeit schützen. Auch einen solchen Risikobaustein wie die Berufsunfähigkeitsversicherung kann man in eine bAV integrieren. Für viele Arbeitnehmer ist dies sogar die einzige Möglichkeit, sich diesen wichtigen Schutz zu holen. Schließlich muss etwa ein Viertel aller Beschäftigten hierzulande vorzeitig wegen einer Erkrankung das Erwerbsleben beenden. Die staatliche Unterstützung in einem solchen Fall ist nur noch minimal.

drucken