Wohnen
Artikel vom 25.11.2014

Schutz vor Einbruch clever planen

Sicherheitssysteme zum Schutz vor Einbruch
Wenn Sicherheitssysteme echten Schutz fürs Haus bieten sollen, gehört ihre Planung und Installation nach Expertenmeinung in die Hände von Fachleuten. Foto: djd/Telenot

Die Kriminalpolizei empfiehlt Alarmanlagen für einen erhöhten Schutz vor Einbruch. Doch welche Systeme bieten wirklich Sicherheit? Wir haben den Sicherheitsexperten Timm Schütz von Telenot gefragt, worauf es bei zuverlässigen Alarmanlagen ankommt.

Der Begriff Smart Home ist in aller Munde. Können Smart-Home-Systeme mein Haus auch sicher machen, zum Beispiel vor einem Einbruch?

Timm Schütz: Klares Nein. Ein Smart-Home-System erfüllt nicht annähernd die hohen Anforderungen, die hinsichtlich der Zuverlässigkeit an eine Alarmanlage gestellt werden. Es muss Einbrecher wirkungsvoll fernhalten können. Daher sollte ein Sicherheitssystem installiert werden, das sich um Funktionen der Hausautomation erweitern lässt, etwa das Regeln der Heizung, Öffnen und Schließen der Jalousien und des Garagentores. Auf ein reines Smart-Home-System Sicherheitsfunktionen aufzusatteln, ist unbedingt zu vermeiden.

Alarmanlage via Smartphone und Tablet steuern
Alarmanlagen lassen sich auch per App via Smartphone und Tablet steuern sowie überwachen. Foto: djd/Telenot
Alarmanlagen-Zentrale mit Smart-Home-Funktionen
Die Alarmanlagen-Zentrale kann gleichzeitig auch die Steuereinheit für Smart-Home-Funktionen sein. So lassen sich via Alarmanlagen-App mit dem Tablet etwa die Jalousien öffnen und schließen. Foto: djd/Telenot
Zertifizierte Sicherheitstechnik - Telnot "OBJEKT GESICHERT" Schild
Wer dieses Zeichen am Haus hat, teilt potenziellen Einbrechern unmissverständlich mit: Hier passt zertifizierte Telenot-Sicherheitstechnik auf. Foto: djd/Telenot

Gibt es Gütesiegel, auf die man beim Einbruchschutz achten sollte?

Timm Schütz: Einheitliche Qualitätsstandards für Sicherheitslösungen in privaten Häusern und Wohnungen sind bisher leider Fehlanzeige. Jeder Hersteller entscheidet selbst, welche Standards er setzt - und das nicht selten auf Kosten der Bewohner. Sicherheit darf keine Kompromisse kennen. Sie muss 365 Tage im Jahr rund um die Uhr funktionieren. Hier geht es um das Hab und Gut und nicht selten um Menschenleben. Telenot als ein führender Alarmanlagen-Hersteller in Deutschland hat daher jetzt mit einem eigenen Gütesiegel neue Qualitätsmaßstäbe gesetzt. Das Siegel "Objekt gesichert" für die Fassade verrät: Hier ist eine Telenot-Alarmanlage installiert. Auf die ist absolut Verlass. Zudem schreckt das Siegel zusätzlich Einbrecher ab.

Welche weiteren wichtigen Zertifizierungen für Sicherheitstechnik sind ratsam?

Timm Schütz: Wichtig ist auch die Anerkennung durch die VdS Schadenverhütung. Die VdS ist eine unabhängige Institution, hinter der die deutschen Schadenversicherer stehen. Und die haben natürlich ein großes Interesse daran, dass Alarmsysteme Einbrüche und somit Schäden tatsächlich verhindern. Wer als Hersteller die VdS-Zertifizierung erhält, der muss daher hohe technische Anforderungen meistern. Wichtig ist, dass nicht nur einzelne technische Komponenten, sondern auch das Sicherheitssystem als Ganzes von der VdS zertifiziert ist.

Alarmsirene am Haus
Sicherheitssysteme schützen etwa vor Einbruch und Brand. Eine Alarmsirene an der Fassade macht lautstark und mit Blitzlicht auf die Gefahr aufmerksam. Foto: djd/Telenot
Telenot-Sicherheitsexperte Timm Schütz
Telenot-Sicherheitsexperte Timm Schütz gibt Tipps für die Planung von Alarmanlagen und Sicherheitssystemen. Foto: djd/Telenot

Können versierte Heimwerker den Einbau einer Alarmanlage auch selbst vornehmen?

Timm Schütz: Davon ist dringend abzuraten. Alarmanlagen zum Selbsteinbau fallen bei Tests regelmäßig durch, weil sie schlichtweg nicht funktionieren. Ohne Spezialwissen lassen sich Sicherheitssysteme kaum richtig planen und installieren. Wer hier durch Eigenleistung sparen möchte, der spart definitiv an der falschen Stelle und geht unnötige Risiken ein.

Also kann ich eine Alarmanlage auch nicht selbst planen?

Timm Schütz: Eine Alarmanlage ist wie ein individuell angepasster Maßanzug. Hier sollte nur ein Profi ans Werk gehen. Als Haus- oder Wohnungseigentümer kann ich mir im Vorfeld natürlich schon Gedanken machen, wie hoch die persönlichen Sicherheitserwartungen sind. Also zum Beispiel, ob ein Grundschutz gegen Einbruch und Feuer ausreichend ist, ob auch bei Wasser- und Gasaustritt Alarm geschlagen werden soll oder ob es für Einbrecher besonders begehrenswerte Güter wie Kunstschätze oder Antiquitäten im Haus gibt. Hilfreich ist in jedem Fall ein Sicherheits-Check, den zum Beispiel Autorisierte Telenot-Stützpunkte kostenlos anbieten. Der Check schafft mehr Klarheit über die eigenen Ansprüche und Erwartungen und zeigt, wo die Schwachstellen in den eigenen vier Wänden sitzen.

Welche Elemente sollte eine Einbruch-Meldeanlage mindestens enthalten?

Timm Schütz: Eine zentrale Steuereinheit plus mehrere Bewegungsmelder bieten bereits einen guten Grundschutz gegen Einbruch. Zu einem Einsteiger-Sicherheitspaket gehört auch eine Alarmsirene. Diese wird an der Hausfassade installiert. Neben einem akustischen Signal besitzt sie einen optischen Blitzlicht-Alarm. Zudem sollte sich die Anlage via Alarmanlagen-App mit Mobilgeräten wie Smartphone oder Tablet steuern und kontrollieren lassen. So haben Bewohner ihre Sicherheit immer und überall in der Hand.

Kann ich eine Alarmanlage auch nachträglich erweitern?

Timm Schütz: Das lässt sich nicht pauschal für alle Anlagen beantworten. Im konkreten Telenot-Fall gibt es umfangreiche Ausbau- und Erweiterungsmöglichkeiten. Je nach Bedarf können weitere Bewegungsmelder, Öffnungsmelder mit Magnetkontakten an Fenstern und Türen, Glasbruchmelder, Rauchmelder, Wasser-, Gas- oder Temperaturmelder und Zutrittskontrollsysteme nachgerüstet werden. Auch Alarmaufschaltungen zu Sicherheitsunternehmen sind möglich. Funkbasierte Systeme haben den Vorteil, dass Nachrüstungen besonders einfach, weil kabellos, möglich sind.

Wirkt sich ein guter Schutz vor Einbruch auch auf meine Versicherung aus?

Timm Schütz: In der Tat bieten viele Versicherer bis zu zehn Prozent Nachlass auf die Hausratversicherung, wenn die vier Wände alarmgesichert sind. In der Regel muss dafür ein Nachweis des Sicherheitsstandards vorgelegt werden. Mit der VdS-Zertifizierung von Komponenten und dem Gesamtsystem ist man in der Regel auf der sicheren Seite.

Haben Sie noch mehr Spartipps für Sicherheitsbewusste?

Timm Schütz: Zehn Prozent der Investitionssumme oder einen besonders zinsgünstigen Kredit für Sicherheitssysteme gibt es jetzt über die KfW Förderbank. Ein staatliches Förderprogramm für mehr Einbruchschutz ist den KfW-Programmen 159 und 455 "Altersgerecht umbauen" zugeordnet. Doch keine Angst: Die Förderung für Sicherheitstechnik gegen Einbrüche kann es auch ohne einen altersgerechten Umbau der Immobilie geben. Wichtig ist, den Antrag auf Förderung bereits vor dem Einbau zu stellen.

Kostenloser Sicherheits-Check vor Ort

Wie sicher ist Ihr Haus oder Ihre Wohnung vor Einbrechern? Ein zertifizierter Sicherheitsexperte findet es bei Ihnen vor Ort heraus. Einfach gleich den kostenlosen Telenot-Sicherheits-Check anfordern. Über smarte Sicherheit vom Fachmann informiert auch dieses Video:

Wer überwacht was?

  • Bewegungsmelder: Registrieren Eindringlinge etwa über infrarote Wärmestrahlung, wie sie der menschliche Körper abstrahlt. Zudem kommt eine spezielle Mikrowellentechnik zum Einsatz. Erst wenn beide Detektionsarten reagieren, wird Alarm ausgelöst.
  • Rauchwarnmelder: Erfassen bereits erste Rauchpartikel in der Luft, wie sie etwa bei Schwelbränden entstehen.
  • Gasmelder: Detektieren anormale Konzentrationen brennbarer Gase in der Luft, lange bevor es zu zündfähigen Mischungen kommt.
  • Wassermelder: Erkennen jede Art von Wassereinbruch und schlagen Alarm, bevor Folgeschäden entstehen.

Welche Arten von Alarm gibt es?

  • Optischer Alarm: Blitzlichtsignale zeigen etwa einen Einbruch weithin sichtbar an und wirken abschreckend auf Langfinger.
  • Akustischer Alarm: Akustisches, weithin hörbares Signal, das Einbrecher verschreckt und Bewohner sowie Nachbarn im Falle eines Einbruchs oder Brands auf die Gefahr aufmerksam macht.
  • Stiller Alarm: Meldung bei Einbruch, Brand o.ä. auf Mobilgeräte, um den Besitzer unterwegs sofort ins Bild zu setzen, wenn etwas passiert. Es ist auch eine Meldung an Dritte, etwa an Nachbarn, Freunde oder eine ständig besetzte Notruf- und Serviceleitstelle möglich. Apps wie etwa "BuildSec" ermöglichen eine Fernsteuerung und Überwachung der Alarmanlage.