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Artikel vom 01.11.2014

Undichtigkeiten in der Fassade: Energieverlust droht

Wenn im Haus der Zugwind buchstäblich pfeift, sollte eine Luftdichtheitsprüfung (Blower-Door-Messung) durchgeführt werden. Foto: mpt/Isocell
Wenn im Haus der Zugwind buchstäblich pfeift, sollte eine Luftdichtheitsprüfung (Blower-Door-Messung) durchgeführt werden. Foto: mpt/Isocell

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • Wie Undichtigkeiten im Haus entstehen.
  • Welche Folgen Undichtigkeiten haben können.
  • Was dagegen zu tun ist.

Zahlreichen Hauseigentümern ist diese Situation wohl bekannt: Sobald man eine Hand direkt vor eine Steckdose oder einen Lichtschalter hält, ist wegen Undichtigkeiten ein konstanter Luftzug zu spüren. Ein Test mit einer Kerze oder einem Feuerzug macht dies auch optisch sichtbar. Beim gefürchteten "Tornado aus der Steckdose" handelt es sich nicht nur um auf Dauer lästige, sondern auch kostspielige Undichtigkeiten: Denn die teuerste Gebäudedämmung verliert ihren Nutzen, wenn sich für die Außenluft doch wieder Wege ins Gebäudeinnere eröffnen.

Kleinste Undichtigkeiten in der Fassade dämmen

Denn Luft findet auch durch kleinste Undichtigkeiten seinen Weg. Dadurch kommt es zu einem für die Energie- und Heizbilanz verheerenden Effekt: Kühle Außenluft, die unbeabsichtigt ins Gebäude eindringt, sorgt dafür, dass die Heizung mehr leisten muss - so können bereits kleine Undichtigkeiten übers Jahr gerechnet zu deutlichen Mehrkosten für die Heizenergie führen. Schon eine Fuge von nur einem Millimeter Stärke ist in der Lage, den Wärmedämmwert eines Hauses deutlich zu verschlechtern, hat das Institut für Bauphysik in Stuttgart errechnet.

Die sieben Plagen des Hausbesitzers

Fachleute sprechen davon, dass eine fehlerhafte Dämmung die sogenannten sieben Plagen über den Hausherrn bringt:

  • ständig kalte Fußböden
  • die Gefahr von Schimmelbildung
  • unangenehme Zugluft
  • hohe Heizkostenrechnungen
  • unwirtschaftliche Lüftungssysteme
  • eine nachhaltige Schädigung der Bausubstanz
  • eine schlechte Schalldämmung

Videotipp: Noch ganz dicht? Undichtigkeiten mit Messmethoden identifizieren und beheben

Undichtigkeiten wirksam und dauerhaft abdichten

"Die Kunst einer effektiven Gebäudedämmung liegt darin, auch die kleinsten Undichtigkeiten wirksam zu vermeiden", betont Dämm-Expertin Gabriele Leibetseder von Isocell. Der Hersteller aus Österreich bietet verschiedenste Lösungen für wirksame luftdichte Ebenen, für den Neubau ebenso wie für Sanierungsmaßnahmen an. "Um Undichtigkeiten zu vermeiden, sollten Ziegel fugenlos verputzt werden und Dampfbremsen mit hochwertigen Dichtbändern bei Anschlüssen und Durchdringungen verklebt werden. Spezielle Rohr- und Kabelmanschetten halten Zugluft auch an Schaltern und Steckdosen ab", lautet die Empfehlung von Gabriele Leibetseder.

Messung zur Qualität der Dämmung

Wie dicht ist das eigene Haus? Klarheit darüber bringt die spezielle Blower-Door-Messung: Dazu wird ein Unterdruck im Gebäude erzeugt, durch den Leckstellen direkt ertastet oder mit Rauchspendern sichtbar gemacht werden können. "Die Messung sollte bei allen Gebäuden durchgeführt werden, da sie wichtige Aufschlüsse über die Bauqualität gibt. Bei gut gedämmten Häusern geht bis zu 60 Prozent der Energie durch Fugen und Ritzen in der Gebäudehülle verloren", so die Expertin Gabriele Leibetseder. Unter Klugdämmen gibt es weitere Informationen über Produkte, Lösungen und das genormte Messverfahren.

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