Renovieren
Artikel vom 11.08.2016

Förderung für die Heizung nutzen: So geht's

Veraltete Technik und nicht aufeinander abgestimmte Anlagenteile treiben den Energieverbrauch beim Heizen unnötig in die Höhe - in Deutschland ist das bei etwa drei Viertel aller Heizungen der Fall. Doch viele Hausbesitzer scheuen vor einer Sanierung zurück, weil sie hohe Ausgaben fürchten. Dabei kann die Effizienz einer Heizung schon mit relativ geringen Investitionen deutlich verbessert werden. Mit der zum 1. August 2016 neu eingeführten staatlichen Förderung für Heizungen lassen sich Maßnahmen zur Optimierung kostengünstig umsetzen. Die Förderung ist eine Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Umgesetzt wird die Förderung für die Optimierung der Heizung vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Heizungsmonteur erklärt Heizungstechnik
Der Austausch von Pumpen wird seit August 2016 gefördert - das BAFA erstattet 30 Prozent der auf der Rechnung für den Pumpentausch aufgeführten Kosten. Foto: djd/ Intelligent heizen/VdZ

Förderung für die Heizung: Wofür gibt es Geld?

  • Für den Austausch von Pumpen. In vielen Haushalten finden sich davon gleich mehrere: Dazu gehören etwa die Warmwasserzirkulationspumpe, die für warmes Trinkwasser in Küche und Bad sorgt, sowie Umwälzpumpen, die das warme Wasser aus dem Heizkessel in die Heizkörper im ganzen Haus transportieren. Im Gegensatz zu alten Pumpen passen sich moderne Hocheffizienzpumpen automatisch dem aktuellen Bedarf an und verbrauchen so bis zu 80 Prozent weniger Strom. Das BAFA erstattet 30 Prozent der auf der Rechnung für den Pumpentausch aufgeführten Kosten.
  • Für die Optimierung der Heizung durch den hydraulischen Abgleich. 90 Prozent der Heizungen in Deutschland sind nicht hydraulisch abgeglichen. Beim hydraulischen Abgleich wird die Durchflussmenge an den einzelnen Heizkörpern reguliert, sodass nicht zu viel heißes Heizwasser im Erdgeschoss "hängen bleibt", sondern gleichmäßig im ganzen Haus verteilt wird. Das senkt den Energieverbrauch - daher werden auch für die Durchführung dieser Maßnahme 30 Prozent des Rechnungsbetrages erstattet.
  • Für folgende energiesparende Technologien gibt es, in Kombination mit einem hydraulischen Abgleich, ebenfalls 30 Prozent Kostenerstattung: voreinstellbare Thermostatventile, Einzelraumtemperaturregler, Strangventile und Pufferspeicher.
Heizungsmonteur erklärt Ehepaar Heizungsfunktion.
90 Prozent der Heizungen in Deutschland sind nicht hydraulisch abgeglichen. Foto: djd/ Intelligent heizen/VdZ
Heizungsmonteur prüft Heizungsprofil
Beim hydraulischen Abgleich wird die Durchflussmenge an den einzelnen Heizkörpern reguliert, sodass nicht zu viel heißes Heizwasser im Erdgeschoss "hängen bleibt", sondern gleichmäßig im ganzen Haus verteilt wird. Foto: djd/ Intelligent heizen/VdZ
Eine moderne Pumpe verbraucht bis zu 80 Prozent weniger Energie - mit der neuen Förderung rechnet sich der Austausch oft schon nach zwei Jahren. Foto: djd/ Intelligent heizen/VdZ

Und so rechnet es sich

Ein Rechenbeispiel zur staatlichen Förderung: Der Einbau einer hocheffizienten Pumpe kostet 350 Euro, vom Staat gibt es eine Rückerstattung von 30 Prozent, bleiben Investitionskosten von 245 Euro. Die Energieersparnis pro Jahr durch die neue Pumpe beträgt 120 Euro - der Austausch hat sich in nur zwei Jahren amortisiert. Ein Rechenbeispiel zum hydraulischen Abgleich finden Sie hier. Michael Herma, Geschäftsführer des Spitzenverbands der Gebäudetechnik VdZ, empfiehlt, den Austausch der Pumpe gleich mit einem hydraulischen Abgleich und dem Einbau energiesparender Regelungstechnik zu verbinden: "Durch die Kombination mehrerer Optimierungsmaßnahmen sinkt der Heizenergieverbrauch um bis zu 20 Prozent. Dank der neuen Förderung zahlt sich die Investition jetzt noch schneller aus."

Profilbild von Michael Herma.
Michael Herma, Geschäftsführer des Spitzenverbands der Gebäudetechnik VdZ. Foto: djd/Intelligent heizen/VdZ
Hausbesitzern werden auch für den hydraulischen Abgleich 30 Prozent des Rechnungsbetrages durch den Staat erstattet. Foto: djd/Intelligent heizen/VdZ

Mit Förderung die Heizung optimieren: Wie funktioniert es?

Die Förderung wird in zwei Schritten beantragt:

  1. Hausbesitzer beantragen vorab über ein Online-Formular des BAFA eine Registrierungsnummer. Liegt diese vor, kann der Fachhandwerker die Maßnahmen durchführen. Wichtig zu wissen: Bei einem Pumpentausch muss die neue Pumpe auf einer Positivliste des BAFA aufgeführt sein.
  2. Nach Umsetzung der Heizungsoptimierung wird auf dem BAFA-Portal ein Antragsformular ausgefüllt und zusammen mit einer Kopie der Rechnung, die nur die förderfähigen Maßnahmen beinhaltet, eingereicht.

Warum gibt es die neue Förderung?

Mit der neu eingeführten Förderung will das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie den Energieverbrauch in deutschen Haushalten sowie den Ausstoß von CO2 deutlich reduzieren. Ziel ist es, bis zum Jahr 2020 jährlich zwei Millionen Pumpen auszutauschen und insgesamt 200.000 Heizungsanlagen zu optimieren. Dadurch sollen bis zu 1,8 Millionen Tonnen CO2-Emissionen vermieden werden. Auf dem Kampagnenportal "Deutschland macht’s effizient" des Bundeswirtschaftsministeriums können sich Hausbesitzer über die neue Förderung und weitere Programme informieren, mit denen der Bund die Sanierung von Heizungen unterstützt.