Garten
Artikel vom 01.11.2014

Urban Gardening in Deutschland: Obst, Gemüse und Kräuter vom Balkon

Urban Gardening liegt voll im Trend. Dabei werden auch kleinste Flächen auf Balkonen oder Dachterrassen genutzt, um frisches Gemüse, Kräuter und Obst zu ziehen. Foto: djd/www.qs-live.de/thx
Urban Gardening liegt voll im Trend. Dabei werden auch kleinste Flächen auf Balkonen oder Dachterrassen genutzt, um frisches Gemüse, Kräuter und Obst zu ziehen. Foto: djd/www.qs-live.de/thx

Landwirtschaft in der Stadt - das klingt zunächst ungewohnt. Dennoch handelt es sich beim Urban Gardening in Deutschland um einen Trend, der immer mehr Anhänger findet. Denn auch viele Stadtbewohner wollen auf selbst gezogenes Gemüse, Obst und Kräuter nicht verzichten. So erlebt das Urban Gardening beziehungsweise Urban Farming in Deutschland einen regelrechten Hype. Der Unterschied: Beim Urban Farming handelt es sich eher um größere Flächen - häufig Baulücken und Brachen - die oft kollektiv von der Nachbarschaft bewirtschaftet werden. Urban Gardening bezeichnet eher die kleine Form: auf dem Balkon, der Dachterrasse oder dem Garagendach. Hier finden Sie Tipps, wie Sie ebenfalls Ihr eigenes Obst und Gemüse anbauen können.

Mehr als Kräuter und Tomaten

Die Klassiker des Urban Gardenings in Deutschland sind Tomaten und Kräuter, die sich leicht selbst in kleinen Töpfen und Kübeln züchten lassen. Doch auch viele weitere Sorten geben sich mit wenig Platz zufrieden. So gedeihen etwa Paprika und Erdbeeren sehr gut im Blumenkasten, und auf Stämmchen gezogene Obstbüsche wie Johannis- oder Stachelbeeren bringen schon in einem größeren Kübel reiche Ernte. Wichtig dabei: Genug Sonne, Wasser und auch Dünger müssen sein, denn sonst sind die Nährstoffe in der relativ geringen Menge Erde im Pflanzgefäß schnell erschöpft.

Tomaten sind ein Klassiker für den Balkonanbau und gedeihen auch auf kleinstem Raum gut. Foto: djd/www.qs-live.de
Tomaten sind ein Klassiker für den Balkonanbau und gedeihen auch auf kleinstem Raum gut. Foto: djd/www.qs-live.de

Urban Gardening in Deutschland: Kartoffeln vom eigenen Balkon

Sogar das Grundnahrungsmittel Kartoffeln lässt sich auf dem Balkon anbauen. Dazu braucht man entweder hohe Pflanzkübel oder ganz einfach große Säcke. Unten kommt eine rund zehn Zentimeter tiefe Kiesschicht hinein, darüber etwa 15 Zentimeter Blumenerde. Dann werden drei bis vier Saatkartoffeln mit den Keimen nach oben in die Erde gesetzt. Besonders gut eignen sich alte Sorten wie das Bamberger Hörnchen. Mit Erde bedecken und immer schön feucht halten. Sind die Kartoffeln gekeimt und die Blätter etwa zehn Zentimeter lang, füllt man Erde auf, bis nur noch die Spitzen herausgucken. Das geht so weiter, bis der Kübel oder Sack voll ist und mehrere Schichten Erdäpfel darin sind. Nach etwa drei Monaten ist Erntezeit - man kann die Kartoffeln ausgraben oder den Sack einfach umkippen.

Robuste Kräuter fürs Urban Gardening

Auch Kräuter eignen sich sehr gut für den Anbau auf kleinem Raum. Leicht zu kultivieren sind etwa Rosmarin und Salbei, fast unverwüstlich ist die Minze. Diese wächst auch in Deutschland sehr gut. Sie sollte man deswegen auch möglichst nicht einfach so in den Garten pflanzen, sondern immer im Topf ziehen, da sie sonst leicht alles überwuchert.

Ein großer Vorteil beim Eigenanbau von Gemüse und Früchten: Man weiß, wie produziert wurde, und ist von der Aussaat bis zur Ernte sein eigener Qualitätsmanager. Viele Verbraucher legen auf diese Sicherheit heute großen Wert. Da man aber kaum alles, was man braucht, selbst erzeugen kann, sollte man auch beim Einkauf im Supermarkt auf geprüfte Qualität achten. Ein sicheres Zeichen dafür ist etwa das blaue QS-Prüfzeichen, das für umfassende Kontrollen vom Produzenten bis zur Gemüseabteilung im Supermarkt steht. Die EU-geförderte Kampagne "QS-live. Initiative Qualitätssicherung" informiert ausführlich über die angewendeten Prüfkriterien wie Hygiene, Lagerbedingungen und Pflanzenschutz.

So werden wertvolle Inhaltsstoffe geschont

Nach dem Einkauf ebenso wie nach der Ernte ist jeder selbst für den richtigen Umgang und die Zubereitung verantwortlich. Bei Obst, Gemüse und Kräutern kommt es vor allem darauf an, die wertvollen Vitamine zu erhalten. Das geht am besten, wenn man sie möglichst frisch verarbeitet und nicht allzu lange lagert. Was nicht bald verzehrt werden kann, hält sich tiefgefroren besser.

Viele Vitamine sind auch wasserlöslich. Deshalb sollte man die knackigen Früchte erst direkt vor dem Zubereiten zwar gründlich, aber möglichst kurz unter fließendem Wasser waschen. Gemüse nur in wenig Flüssigkeit dünsten. Beim Schälen ist ein Sparschäler die beste Wahl, denn dicht unter der Schale stecken oft besonders viele wertvolle Stoffe. Schadstellen dagegen sollten großzügig herausgeschnitten werden. Dann steht Ihrem gesunden Genuss von Obst und Gemüse nichts mehr entgegen.

Nicht alles kann man selbst anbauen. Beim Kauf von Obst und Gemüse aus dem Supermarkt bürgt das blaue QS-Zeichen für geprüfte Ware. Foto: djd/www.qs-live.de
Nicht alles kann man selbst anbauen. Beim Kauf von Obst und Gemüse aus dem Supermarkt bürgt das blaue QS-Zeichen für geprüfte Ware. Foto: djd/www.qs-live.de
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