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Artikel vom 18.04.2016

Wärmedämmung und Brandschutz: 6 wichtige Hinweise

Wärmedämmung und Brandschutz
Hochwertige Dämmstoffe durchlaufen verschiedene Qualitätsprüfungen, bevor sie für den Verkauf zugelassen werden. Das Dämmmaterial ist somit sicher. Foto: djd/IVH

Wie sicher ist die Wärmedämmung, wenn es um den Brandschutz geht? Diese Frage beschäftigt viele Hausbesitzer, die ihr Eigenheim bereits gedämmt haben oder eine energetische Sanierung planen. Immer wieder schrecken Medienberichte die Öffentlichkeit auf: expandiertes Polystrol (EPS), besser bekannt als Styropor, das deutschlandweit am meisten verbaute Material für die Dämmung von Gebäudefassaden, sei leicht entzündlich. Bei einem möglichen Hausbrand könne sich das Feuer vor allem durch das Dämmmaterial rasend schnell auf die gesamte Fassade ausbreiten. Doch was ist dran an diesen Schlagzeilen? Wie steht es wirklich um die Brandsicherheit von Gebäuden, die mit Styropor gedämmt sind?

Hinweis 1: Qualitätsmaterialien sind sicher

Hochwertige Dämmstoffe durchlaufen verschiedene Qualitätsprüfungen, bevor sie für den Verkauf zugelassen werden. Das Dämmmaterial muss dazu die Brandschutzklasse B1 oder die europäische Klasse E erfüllen. Bei einer fachgerechten Planung und Ausführung durch erfahrene Fachbetriebe ist darauf Verlass, dass die Wärmedämmung brandtechnisch sicher ist. Das für die Dämmung häufig verwendete Styropor etwa ist dank spezieller Zusätze schwer entflammbar - anders als etwa das Styropor, wie es als Verpackungsmaterial genutzt wird.

Hinweis 2: Schwer entflammbares Styropor für die Fassade

Es wird ausschließlich schwer entflammbares Styropor für den Einsatz als Fassadendämmstoff verwendet. Das bedeutet, dass das Material zusätzlich mit einem Flammschutzmittel (Polymer FR) versehen und damit schwer entflammbar wird. Bei Gebäuden ab sieben Metern Höhe ist zudem der Einsatz von Brandsperren für Wärmedämm-Verbundsysteme mit Styropor vorgeschrieben. Diese Brandsperren verringern bei Bränden, die im Inneren des Gebäudes entstehen, das Risiko einer schnellen Flammenausbreitung nach oben über die Fassade.

Hinweis 3: Brandschutzvorschriften wurden verschärft

Darüber hinaus werden seit 2015 weitere Brandsperren vorgeschrieben: In den letzten Jahren kam es zu einzelnen Brandereignissen, bei denen Fassaden mit Wärmedämm-Verbundsystemen aus Styropor in Brand geraten sind. Aus diesem Grund haben die Experten der Bauministerkonferenz die Brandschutzvorschriften um das Szenario Brand von außen - zum Beispiel durch einen brennenden Müllcontainer oder Sperrmüll - erweitert. Künftig werden als zusätzliche Brandschutzmaßnahmen bei Bränden von außen weitere umlaufende Brandschutzriegel im Sockel gesetzt.

Hinweis 4: Eine mit Styropor gedämmte Fassade verursacht keinen Wohnungsbrand

Die häufigsten Brandquellen vor, am und im Haus sind defekte Elektrogeräte und -leitungen (34 Prozent). Auch Einrichtungsgegenstände wie Teppichböden oder Möbel stellen bei einem Brand eine enorme Brandlast dar. Sehr selten breitet sich ein Brand durch eine mit Polystyrol gedämmte Fassade weiter aus. Die Frankfurter Feuerwehr konnte von 2011 bis 2013 bundesweit nur 45 Brandereignisse im Zusammenhang mit einem Wärmedämm-Verbundsystem ermitteln. Bei bis zu 190.000 Gebäudebränden bundesweit pro Jahr entspricht das einem Anteil von unter 0,008 Prozent.

Fassadendämmung
Für die Fassadendämmung wird ausschließlich schwer entflammbares Styropor verwendet. Foto: djd/IVH Industrieverband Hartschaum e.V./thx

Hinweis 5: Styropor-Dämmstoffe entsprechen den strengen deutschen Brandschutzvorschriften

Alle in Deutschland hergestellten Styroporplatten, die in Dämmsystemen zum Einsatz kommen, werden vor ihrer Zulassung im Labor und durch unabhängige Tests geprüft und erfüllen die Brandschutzanforderungen. Styropor hält als Fassadendämmstoff allen realistischen Brandprüfungen - auch in unverputztem Zustand - Zündquellen wie Zigaretten, Schweißfunken oder Feuerwerkskörpern stand. Bei jedem Brand entstehen giftige Rauchgase. Brandprüfungen haben ergeben, dass Styropor weniger giftige Brandgase entwickelt als zum Beispiel vermeintliche Naturstoffe wie Holz oder Kork.

Hinweis 6: Hersteller verbessern weiterhin die  Wärmedämmung

Neben dem bisher schon in den Verordnungen berücksichtigten Szenario eines voll entwickelten Zimmerbrandes sind weitere, deutlich seltenere Szenarien zu Bränden an Fassaden denkbar, wie etwa brennende Autos oder Müllbehälter. Solche Brände können die Fassade betreffen, wenn sie unmittelbar an der Fassade ausbrechen und über einen längeren Zeitraum auf diese einwirken. Die Industrie nimmt solche Szenarien ernst. Entsprechende Tests zur Weiterentwicklung von Wärmedämm-Verbundsystemen mit Styropor wurden und werden durchgeführt. Diese Tests haben zu einer Weiterentwicklung der Vorschriften hinsichtlich der Brandsperren für neu zu dämmende Fassaden geführt. Durch graues EPS, einer Weiterentwicklung von Styropor, lässt sich zudem der Materialeinsatz bei gleicher Dämmwirkung um bis zu 50 Prozent reduzieren. Das senkt auch die mögliche Brandlast um die Hälfte.

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