Wenn der Schmerz zur Krankheit wird
Chronische Rückenbeschwerden können zu Arbeitsunfähigkeit und Frührente führen
(djd). Mitarbeiter im Alter von Mitte 50 sind für viele Arbeitgeber Gold wert. Schließlich verfügen sie über eine Menge Routine und Erfahrung. Ihre Kompetenz könnten sie ihrem Chef noch etliche Jahre zur Verfügung stellen - doch nicht immer spielt der Rücken mit. Anhaltende Kreuzbeschwerden lassen für manchen den Arbeitsalltag zur Hölle werden. Nach Angaben von Prof. Dr. Thomas Kohlmann vom Deutschen Forschungsverbund Rückenschmerz (DFRS) gehen 18 Prozent der Frühberentungen auf das Konto von chronischen Rückenschmerzen. Jede fünfte Reha wird aus diesem Grund in Anspruch genommen. Nur 35 Prozent der betroffenen Patienten kehren nach Kohlmanns Erfahrungen innerhalb von drei Jahren wieder an ihren Arbeitsplatz zurück.
Kleinste Reize lösen Schmerz aus
Hintergrund ist die Tatsache, dass besonders bei Rückenbeschwerden die Tendenz zur Bildung eines Schmerzgedächtnisses besteht. Dabei wird der Schmerz selbst zur Krankheit. Schon kleinste Reize lösen dann heftige Schmerzen aus. Nach Expertenmeinung sind etwa zehn Prozent der Rückenschmerzpatienten davon betroffen. Sie müssen nicht nur die akuten Beschwerden bekämpfen, sondern im Rahmen einer wirksamen Therapie den Schmerz verlernen. Der frühzeitige Einsatz von passenden Medikamenten hilft dabei, möglichst schnell wieder in Bewegung zu kommen. Denn Mobilisierung ist die beste Grundlage für dauerhafte Schmerzfreiheit. Im Internet unter www.special-rueckenschmerz.de gibt es umfassende Informationen rund um Vorbeugung und Behandlung sowie die Broschüre "Einfache Übungen für einen starken Rücken" zum Download.
Nervenzellen beruhigen
Um die Schmerzspirale zu unterbrechen, eignen sich Mittel, die nicht nur die Beschwerden lindern, sondern auch Verspannungen lösen. Dabei haben sich muskelentspannende Wirkstoffe wie Flupirtin, etwa in Trancolong, bewährt. Der Stoff kann schmerzstillend wirken und zugleich für eine Normalisierung des Muskeltonus und für die Lösung von chronischen Verspannungen sorgen. Indem er die krankhaft gesteigerte Erregbarkeit der Nervenzellen beruhigt, wirkt er zudem einer Chronifizierung entgegen.
Fakten in Kürze
Dem Schmerzgedächtnis auf der SpurWie Wissenschaftler herausgefunden haben, hinterlassen anhaltende und wiederkehrende Schmerzen schnell bleibende Spuren im Gehirn. Sie modulieren nicht nur die Funktion von Gehirnzellen, sondern auch deren Feinstruktur. Die Folge: Kleinste Reize können eine heftige Reaktion hervorrufen, manchmal feuern schmerzaufnehmende Zellen auch ganz ohne realen "Input". Wer unter solchen chronischen Schmerzen leidet, ist im Alltag stark beeinträchtigt, Freizeitaktivitäten und Lebensfreude leiden. Auch im Job kann man nicht mehr hundert Prozent geben, wenn jede Bewegung schmerzt.
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