Die Rente reicht nicht aus
Umfrage: Jungen Bundesbürgern ist die Gefahr der Altersarmut bewusst
(djd). In den kommenden Jahrzehnten werden die Bundesbürger noch stärker als bisher privat vorsorgen müssen. Grund sind die schon bekannten und noch drohenden Einschnitte in der gesetzlichen Rentenversicherung. Die Konsequenz: Viele Menschen in Deutschland, die heute 40 Jahre oder jünger sind, müssen sich trotz jahrzehntelang eingezahlter Beiträge auf eine sehr geringe Altersrente einstellen.
Realistische Einschätzung
Die Gefahr einer drohenden Altersarmut ist den jungen Bundesbürgern bewusst. Das ergab eine TNS-Emnid-Umfrage im Auftrag der Ergo Direkt Versicherungen. Die 20- bis 34-Jährigen wurden gefragt, was ihnen von 1.000 Euro Bruttoeinkommen später wohl an gesetzlicher Rente zustehen wird. 39 Prozent vermuten, dass es weniger als 300 Euro sein werden, 43 Prozent tippen auf 300 bis 500 Euro, und nur 16 Prozent glauben, dass über die Hälfte des Bruttogehalts als Rente ausgezahlt wird. Tatsächlich werden die heute 20- bis 34-Jährigen nach derzeitigem Stand wohl weniger als 40 Prozent des letzten Bruttoeinkommens erhalten, wenn sie endlich in den Ruhestand gehen dürfen.
Frühzeitig mit privater Vorsorge beginnen
Das alles sind Durchschnittswerte, die tatsächliche Rentenhöhe hängt von der individuellen Erwerbsbiografie und den künftigen staatlichen Rahmenbedingungen ab. Fakt ist allerdings, dass es den früheren "Eckrentner" mit seinen 45 Beitragsjahren in Zukunft kaum noch geben wird. Wer den Gürtel im Alter nicht deutlich enger schnallen will, sollte deshalb frühzeitig mit privater Vorsorge beginnen. Denn bei einem Start in jungen Jahren reichen monatlich kleine Häppchen aus, um nach einer ausreichend langen Laufzeit auf eine stolze Summe zu kommen. Dieter Sprott von den Ergo Direkt Versicherungen: "Um bei unserer 'Zusatz-Rente' mit 60 Jahren auf eine Kapitalabfindung inklusive nicht garantierter Gewinne von 50.000 Euro zu kommen, müsste eine 25-Jährige monatlich nur 55,98 Euro zurücklegen." Wer dagegen erst mit 45 Jahren anfange, müsse monatlich schon 209,32 Euro sparen, um dieselben 50.000 Euro Abfindung zu erlangen, betont Rentenexperte Sprott.
Weitere Informationen: www.ergodirekt.de
Fakten in Kürze
Vorsorge bei jungen Leuten unzureichendDer bekannte Sozialwissenschaftler Klaus Hurrelmann untersuchte 2010 in einer groß angelegten Studie die finanziellen Erwartungen junger Bundesbürger. Befragt wurden 2.500 Personen. Das ernüchternde Ergebnis: Nur rund 15 Prozent der jungen Leute sichern sich einigermaßen angemessen fürs Alter ab. Diejenigen, die vorsorgen, sind fast ausschließlich Hochgebildete, die schon einen guten Beruf und einen ordentlichen Verdienst haben. Der Studie zufolge tun also gerade diejenigen, die besonders von Altersarmut gefährdet sind, bei weitem nicht genug.
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