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Hinweis: Bei diesem Text handelt es sich um einen Archivtext.

Das kann teuer werden

Gerichtliche Verfahren rund um den Hausbau haben oft einen hohen Streitwert
Kommt es beim Hausbau zu rechtlichen Auseinandersetzungen mit dem Bauunternehmer, ist das finanzielle Risiko hoch. Foto: djd/Bauherren-Schutzbund

Kommt es beim Hausbau zu rechtlichen Auseinandersetzungen mit dem Bauunternehmer, ist das finanzielle Risiko hoch. Foto: djd/Bauherren-Schutzbund

(djd). Bei ungefähr 42.000 Euro lag der durchschnittliche Streitwert bei Baurechtsstreitigkeiten privater Bauherren. Das ergab eine aktuelle Studie des Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB), für die rund 1.800 baurechtliche Mandate von Vertrauensanwälten des Vereins ausgewertet wurden. Die Studie illustriert das erhebliche finanzielle Risiko, das von einer gerichtlichen Auseinandersetzung während oder nach dem Hausbau ausgeht.

Nicht alle Verfahren gehen gut für den Verbraucher aus

"Rechtsstreitigkeiten sind für Bauherren eine langwierige, kostenträchtige und nervenaufreibende Angelegenheit", meint Peter Mauel, erster Vorsitzender des BSB und selbst Vertrauensanwalt. "Zumal eine gerichtliche Entscheidung im Sinne der Verbraucher nicht per se vorausgesetzt werden kann." Denn nur in 59 Prozent der untersuchten Verfahren erreichten die Bauherren vollständig ihr gesetztes Ziel, in vielen Fällen kam es dagegen nur zum Vergleich. Ein Drittel der Verfahren ging zudem über mehr als eine Instanz - mit entsprechend höherem Zeit- und Kostenaufwand. Rechtsanwalt Mauel rät daher zu rechtzeitiger juristischer Beratung und zu unabhängiger fachlicher Begleitung des geplanten Baus. "Wir checken den Bauvertrag gründlich auf Ausgewogenheit, Klarheit und Vollständigkeit. Viele Firmen ändern nach unserer Kontrolle noch einmal ihre Bauverträge. Wenn nicht, sind wir als Verbraucherschutzorganisation auch berechtigt, verbraucherfeindliche Klauseln abzumahnen."

Professionelle Beratung beugt Risiken vor

Für die meist knapp kalkulierte Finanzierung eines Bauvorhabens können Streitigkeiten und langwierige Verzögerungen riskant werden. Nicht nur der Streitgegenstand selbst, auch Gerichts- und Nebenkosten belasten das Budget. Einer Umfrage zufolge summieren sich zum Beispiel Gutachterkosten auf durchschnittlich 3.000 Euro, Gerichts- und Anwaltskosten schlagen im Schnitt mit 8.000 Euro zu Buche. Für diese Risiken springt keine Rechtsschutzversicherung ein.

Da Baumängel die Hauptursache für solche juristischen Streitigkeiten sind, sollte man ihnen mit einer baubegleitenden Qualitätskontrolle vorbeugen. Werden Mängel bereits im Ansatz entdeckt und beseitigt, können sie sich gar nicht erst zum Konfliktpotenzial entwickeln. Das erspart beiden Parteien den unangenehmen und teuren Weg zum Kadi. Unter www.bsb-ev.de gibt es Informationen und Adressen von Bauherrenberatern sowie Vertrauensanwälten.

Weitere Informationen: www.bsb-ev.de

Fakten in Kürze

Die "Hitliste" der Baurechtsstreitigkeiten

Der Bauherren-Schutzbund e.V. hat 1.800 baurechtliche Mandate ausgewertet: Demnach sind Baumängel vor der Abnahme mit 19 Prozent und Baumängel nach der Abnahme mit 40 Prozent die häufigsten Quellen für Konflikte zwischen Bauherren und Unternehmen. 14 Prozent der Fälle drehten sich um Vertragsverstöße der Unternehmer und Schadenersatzforderungen der Bauherren. In gut elf Prozent ging es um Leistungsverweigerungen, in 8,5 Prozent um Firmeninsolvenzen bei den Auftragnehmern.
Infos und Tipps zum sicheren Bauen und Modernisieren: http://www.bsb-ev.de

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verfasst am 09.09.2010