Sprachlos in der Arztpraxis
Krank im Urlaub - und dann auch noch Verständigungsprobleme
(djd). Selbst wer sich auf Englisch oder Spanisch problemlos in einer Stadt durchfragen oder im Restaurant ein Essen bestellen kann, stößt oft rasch an die Grenzen seiner Sprachkenntnisse, wenn es um ein Spezialgebiet geht - etwa das der Medizin. Umso größer sind die Ängste von Betroffenen, wenn sie im Urlaub an einer Erkrankung leiden, die über leichtes Fieber oder ein Bauchgrimmen hinausgeht. Sogar wer sein Notebook oder Smartphone dabeihat, darf nicht darauf vertrauen, dass ihm eine Software die Kommunikation mit einem Mediziner abnimmt: Was die Übertragung in das Englische anbelangt, stellten Tests von bild.de oder chip.de den digitalen Dolmetschern schlechte Zeugnisse aus. Bei anderen Sprachen ist die Lage noch düsterer.
Ruf nach Hause
Sollte sich die Verständigung mit dem einheimischen Mediziner als unüberbrückbar schwierig erweisen, dann bieten manche Versicherer auch einen sogenannten Auslandsnotruf an. Julia Szikszay, Reiseexpertin der Deutschen BKK, erläutert, welche Möglichkeiten das bietet: "Versicherte können so ihren Hausarzt in Deutschland kontaktieren und dem behandelnden Arzt im Reiseland Informationen zukommen lassen. Auch das Besprechen des diagnostischen und therapeutischen Vorgehens mit den behandelnden Ärzten zählt zu den Leistungen." Zudem stelle der Auslandsnotruf im Bedarfsfall den Kontakt zwischen Hausarzt, Versichertem und dem behandelnden Arzt im In- und Ausland her.
Im Urlaub gut abgesichert
Unabhängig von Verständigungsproblemen beruhigt es die Nerven eines Urlaubers ungemein, wenn er weiß, dass er die anfallenden Kosten nicht aus eigener Tasche bezahlen muss. Hierzu bedarf es einer vor dem Urlaub abgeschlossenen Auslandskrankenversicherung. Mittlerweile gibt es auch Krankenkassen, bei denen diese Leistungen inklusive sind. Julia Szikszay erklärt: "Unsere Versicherten müssen vor der Reise an nichts denken. Wenn im Urlaub tatsächlich etwas passiert, werden nach der Reise einfach die Belege der Behandlung bei der Krankenkasse eingereicht."
Weitere Informationen: www.deutschebkk.de
Fakten in Kürze
Tipps für den Arztbesuch im Ausland:- Wer beruflich reist, benötigt in der Regel einen anderen Schutz als ein Urlauber. Am besten den Versicherer direkt darauf ansprechen.
- Sportler, die im Ausland an Wettkämpfen teilnehmen, sollten sich über Leistungen im Fall von Verletzungen bei Wettkampf oder Training informieren.
- Für Schwangere ist es sinnvoll, zu erfragen, ob etwa die Kosten im Fall einer Frühgeburt abgedeckt sind.
- Chronisch Kranke sollten sich beim Hausarzt eine Bestätigung ihrer Reisefähigkeit ausstellen und sich anschließend von ihrer Krankenkasse beraten lassen.
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