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Hinweis: Bei diesem Text handelt es sich um einen Archivtext.

Wenn Reisen die Leber krank macht

Gut geimpft Richtung Süden
Eine Impfung vor dem Urlaub schützt vor Hepatitis A und B. Foto: djd/Deutsche Leberhilfe e.V.

Eine Impfung vor dem Urlaub schützt vor Hepatitis A und B. Foto: djd/Deutsche Leberhilfe e.V.

(djd). Strand, Meer und Sonne satt, dazu die traditionelle Mittelmeerküche und zahlreiche Sehenswürdigkeiten: Kein Wunder, dass Italien, Griechenland, Spanien und die Türkei so gerne von den Deutschen bereist werden. Oft ohne vorherige Impfung oder sonstige gesundheitliche Vorsorge. Mit fatalen Folgen, denn nicht nur in den Tropen drohen gefährliche Infektionskrankheiten, auch in den Mittelmeerländern und in Südosteuropa ist Hepatitis nach wie vor weit verbreitet. Diese entzündliche Lebererkrankung wird durch Viren verursacht. Je nach Virustyp unterscheidet man vor allem Typ A, B oder C. Die Hälfte der Hepatitis-A-Fälle in Deutschland bringen Urlauber als Souvenir aus südlichen Ländern mit. Durch verunreinigtes Trinkwasser, unsaubere Speisen oder den Genuss von Meeresfrüchten stecken sie sich an. Leider lässt sich den Lebensmitteln oder Getränken nicht ansehen, ob sie verseucht sind oder nicht. Sogar ein Händedruck kann genügen, um sich durch Schmierinfektion zu infizieren. Hepatitis A heilt zwar meist folgenlos aus, bedeutet für viele Erkrankte jedoch mehrere Wochen strenge Bettruhe und damit Ausfall am Arbeitsplatz.

Kleine Wunden bieten Eintrittspforten

Ein Infektionsrisiko für Hepatitis B und C besteht für Reisende mit engem Kontakt zur Bevölkerung des jeweiligen Landes, da das Virus vor allem durch Körperflüssigkeiten übertragen wird. Doch nicht nur sexuelle Kontakte, auch kleinste Verletzungen wie etwa beim Friseur oder bei Tätowierungen und dem Stechen eines Piercings bieten dem Erreger eine Eintrittspforte in den Körper. Gegen Hepatitis A und B kann geimpft werden. Die Impfung erfolgt in drei Abschnitten: Die zweite Spritze erhält man einen Monat nach der ersten Impfung, ein Jahr darauf wird noch einmal geimpft. Ist die gesamte Impfung vollzogen, bietet sie langjährigen Schutz.

Infektion bleibt jahrelang unbemerkt

Eine Impfung gegen Hepatitis C existiert nicht, daher ist eine möglichst frühzeitige Diagnose ausschlaggebend für den Krankheitsverlauf. Doch ein Großteil der Infizierten trägt den Erreger in sich, ohne etwas davon zu bemerken. Die Leber leidet still und schmerzlos. Die Folgen eines chronischen Verlaufs können allerdings eine gefährliche Leberzirrhose bis hin zum Leberkrebs sein. Laut Professor Michael P. Manns, dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Leberstiftung, nimmt "trotz Verbesserung in der Therapie der Hepatitis der Leberzellkrebs weiter zu, da zu wenig Lebererkrankungen rechtzeitig erkannt werden". Jährlich erkranken in Deutschland mehr als 5.000 Menschen neu an Leberzellkrebs. "Dabei könnte ein Test der Leberwerte beim Hausarzt schon zeigen, ob die Werte erhöht sind", so Professor Dr. Manns. Bei einer frühzeitig erkannten Infektion kann eine medikamentöse Behandlung die Leberschädigung verlangsamen, stoppen oder sogar gänzlich heilen.

Weitere Informationen: www.lebertag.org

Fakten in Kürze

Zeichen einer Hepatitis-Erkrankung

Die Frühsymptome ähneln einer Grippe: Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Gliederschmerzen und leicht erhöhte Temperatur bis etwa 38 Grad. Dazu kommen Appetitlosigkeit, Übelkeit und Druckschmerzen im rechten Oberbauch. Erst später im Verlauf der Erkrankung zeigen sich dann oft die typischen Symptome wie Dunkelfärbung des Urins, Gelbfärbung der Haut und der Augen, Hellfärbung des Stuhls, Juckreiz. Der Arzt kann oft eine Lebervergrößerung tasten. Fatalerweise kann die Erkrankung ohne Symptome verlaufen und nur durch einen Bluttest nachgewiesen werden.

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verfasst am 28.04.2010