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Hinweis: Bei diesem Text handelt es sich um einen Archivtext.

Pimp your Style. So werden Herbst und Winter schön

Bunter Strick, schwarzes Leder, softes Lammfell – Die neuen Trends
In diesem Herbst darf gemixt werden. Foto: Hasse Nielsen für H&M

In diesem Herbst darf gemixt werden. Foto: Hasse Nielsen für H&M

Von unserer dtd-Korrespondentin Beate Fuchs

(dtd). Es ist soweit. Der Herbst hält Einzug in die Mode. Bereits seit Wochen sind die Schaufenster mit den neuen Kollektionen dekoriert und warten nur darauf bis frau Lust auf Strickpullover und Co. bekommt. Wie schauen die neuesten Trends aus und welches sind die Must-Haves der Saison?

Modischer Stilkontrast

Nicht nur das tragen, was die Designer vorgeben, sondern mutig kombinieren, lautet in diesem Herbst die modische Devise. Da sich alle neuen Looks aus Einzelteilen zusammensetzen, kann munter variiert werden. Die Individualität der Trägerin tritt damit in den Vordergrund. "Unsere Kundinnen lieben den Mix und kombinieren am liebsten vorhandene mit neuen Favoriten, um ihren persönlichen Stil zu unterstreichen“, so Ann-Sofie Johansson, Chefdesignerin bei H&M. Bikerjacke zu romantischem Kleid, Boots zu Minirock, Fellweste zu Jerseykleid, - beinahe alles ist möglich.

Strick und Ethno

Schön, wenn man sich an kalten Tagen in kuschelig warmen Strick hüllen kann. Und davon gibt es in diesem Jahr genug. Ob als Poncho, grob gestrickte Jacke oder XL-Pullover als Jackenersatz. Besonders angesagt sind Norwegermuster, Zopfmuster und Ethno-Jaquard. Das Must-Have der Saison ist in diesem Winter der Strickponcho. Oft in buntem Mustermix, passt er zum neuen Nomadenlook. Mutige drapieren ein großes, gemustertes Tuch darüber.

Wer es eher edel mag, wählt Pullis aus Kaschmir oder Angora in Grau, Schwarz oder der neuen Trendfarbe Camel. Eine tolle Kombination ist grober Strick zu Seide und Spitze. Wichtig für Strickteile: Auch wenn der Lagen-Look in ist, sollte die Figur noch sichtbar sein. Also zu langen und weiten Pullis eher eine schmale Hose oder einen kurzen Rock tragen.

Black is beautiful

Neben dem bunten Mustermix setzt sich in diesem Jahr Schwarz durch und zwar pur: Als kurzes Jerseykleid, Pulli, Hose, Jacke oder Mantel. Besonders cool: Röhre oder Leggins aus Nappaleder. Mit dem Namen "Hardwear“ bezeichnet das Deutsche Modeinstitut (DMI) in Köln diesen Trend, der eindeutig Einflüsse aus der Rockerszene aufweist. Scharf gepolsterte Schultern an superknappen Jacken, Metallic-Effekte an oberschenkellangen Shirts, Metallknöpfe, Zipper und Silbernieten an Spencerjacken setzten dabei glänzende Highlights.

Natürlichkeit

Natürliche Farben, weiche Materialien wie Jersey, leichtes Lammfell, Pelze (echt oder Fake), Kaschmir oder Wildleder geben den Ton an bei dieser Stilrichtung, die das DMI dementsprechend "Softwear“ nennt. Starke Kontraste gilt es dabei zu vermeiden. Vielmehr werden Schattierungen zwischen Beige und Grau bis hin zu hellen Skinuancen in unterschiedlichen Abstufungen miteinander kombiniert. Dazu passt die Modefarbe Camel, die in diesem Jahr Ton in Ton getragen wird. Jacken und sogar Kleider sind häufig mit Pelz verziert und wirken sehr edel.

Signalfarbe Rot

Als Kontrast zu den sanften Tönen steht die neue Modefarbe Rot. Ob als Pullover, Mantel oder Kostüm,- damit fällt die Trägerin bestimmt auf. Wem das zu knallig ist, der kann es mit Accessoires wie Tasche, Tuch, Handschuhe oder Stiefel in der Signalfarbe versuchen.

Anzüge zum Verlieben

Frauen, die gerne Anzug tragen, liegen in diesem Herbst goldrichtig. Ob Nadelstreifen oder Karos, Flanell oder Tweed: Die Vielfalt an Anzügen ist groß. Gerne werden sie mit Weste getragen, punkten mit Details wie in den Stoff gewebte Metallfäden oder Paillettenbesatz und wirken besonders feminin, wenn sie mit Taillengürtel über dem Blazer getragen werden.

Und sonst?

Weitere Modetrends sind der Fifties-Stil mit Tellerröcken, romantische Rüschchen und Volants an Blusen und Kleidern, schillernde Brokatstoffe, blumige Kleidchen, die mit grobem Strick kombiniert werden, bodenlange Gala-Kleider, Raubkatzen-Prints in edler Qualität oder rustikale Karohemden. Longblusen, Cardigans mit längeren Vorderteilen, Tuniken und Röhrenjeans bleiben wie im Vorjahr aktuell.

Nicht ohne Accessoires

Accessoires werden immer wichtiger. Unbedingt dazu gehören in diesem Herbst ein breiter Gürtel aus braunem Naturleder, den man über dicke Pullis tragen kann, große rund gestrickte Kapuzenkragen und lange Schals, von denen auch mal zwei übereinander drapiert werden können. Hüte sind auf dem Vormarsch und besonders angesagt ist diesmal der Herrenhut. Neuer Hingucker auf dem Taschenmarkt sind Felltaschen, in allen Größen und Formen.

Wie trägt man die neuen Trends?

Interview mit der Stilberaterin Silke Gerloff aus Frankfurt

(dtd) Kaum ist die neue Mode da, muss auch schnell das eine oder andere Teil gekauft werden. Doch kann man jeden Trend mitmachen? Diplom-Modedesignerin Silke Gerloff kennt sich aus mit Modefragen. Bereits seit 2002 gibt es ihren Stilberatungs- und Einkaufsservice "The Personal Look" in Frankfurt am Main. Ihr Service umfasst unter anderem eine Kleiderschrankanalyse beim Kunden und die anschließende Einkaufsbegleitung. Frau Gerloff arbeitet außerdem als Stylistin für Werbefotografie und bietet Kunden eine klassische Imageberatung (Typberatung und Make-Up) nach dem System von Kolibri Imageberatung Hamburg an.

Die Farben Camel und Schwarz werden in diesem Winter pur getragen. Wirkt man damit nicht schnell zu blass? Welche Accessoires passen dazu?

Camel pur ist am edelsten, kann aber auch mit Hellblau, Cremetönen oder Koralle kombiniert werden. Schön dazu sind Accessoires in Bronze, Gold, Braun, Nude oder Grau. Edel wirkt die Farbe auch in Kombination mit Schwarz. Grundsätzlich sollte Camel nur von Frauen mit einem warmen Farbtyp getragen werden, also Blonde, Rothaarige oder Brünette. Am besten steht es den hellen bis mittleren Farbtypen. Schwarz dagegen passt am besten zu dunkelhaarigen, kalttonigen Typen und zu Blonden. Accessoires wählt man am besten in glänzendem Gold.

Lagen-Look ist In. Was sollte beim Tragen beachtet werden?

Der Lagenlook wirkt am schönsten Ton-in-Ton und in unterschiedlichen Materialien. Hohe Kontraste wie Transparenz-Leder, Grobstrick-Leder, matt-glänzend vermeiden Langeweile. Kleine Frauen sollten allerdings etwas aufpassen, da mehrere waagerechte Linien den Körper in seiner Länge unterbrechen und ihn optisch kleiner machen.

Einflüsse aus den 80er Jahren sind zu spüren. Kann frau den alten Blazer aus dem Schrank holen?

Nein, leider nicht. In den 80'ern war der Look streng. Der Blazer mit dicken Schulterpolstern war insgesamt breit und eher kastig, außerdem lang geschnitten und wurde oft zu kurzen Röcken getragen. Der neue Blazer hat eine weibliche Silhouette, ist tailliert, schmal geschnitten und kürzer mit extremer und gerader Schulterlinie (Schulterpolster oder richtige "Pagodenschultern"). Er wird meist offen getragen und feminin kombiniert mit Röcken oder schmaler Lederhose.

Das Must-Have der Saison ist der Strickponcho. Können das auch Frauen 45 plus tragen?

Der Strickponcho in seiner sportlichen, folkloristischen Variante ist in der Tat den Jüngeren vorbehalten. Die Älteren können auf das Cape ausweichen, also vorne offen aus edlen Materialien wie aus Kamelhaar zum Camel-Trend, mit Fellanteilen oder aus edlem Grobstrick (z.B. mit Zopfmuster) in Neutraltönen.

Welches sind die wichtigsten Accessoires in dieser Saison?

Angesagt sind vor allem Stiefeletten mit hohem Absatz, oft mit raffinierten Details und in Schwarz. Sie passen besonders gut zu kurzen Röcken und Röhre. Andere Must-Haves sind XL-Shopper, uni, kariert oder in Animal-Prints; cognacfarbene Accessoires; dicke Wollstrümpfe oder Overknees und breitkrempige Hüte im Borsalino-Look.

Lässig und rustikal

Männermode mag es casual

(dtd). Kernige Maskulinität ist nach Auskunft des Deutschen Modeinstituts (DSI) in Köln das neue Ideal der Herbst-Wintermode. Dazu passen karierte Hemden, Jeans in Used-Optik, Lederjacken, Strickmützen, überlange Wollschals und burschikose Stiefel. Die Sakkos sind oft kariert und meist von einer leichten Qualität. Ebenso wie in der Damenwelt ist auch bei den Herren Strick angesagt: Grobstrickpullover im Norwegerstil und dick gestrickte Outdoorjacken. Neben Jeans in dunklen und kräftigen Blautönen sind vor allem Chinos in Winterbaumwolle, gewaschenem Cord und gewaschener Wolle im Kommen. Interessante Looks entstehen durch unterschiedliche Sakko-Chino-Kombinationen: Oben sportive Klassik, unten von lässig-elegant bis total abgewetzt und zerknittert.

Neben den neuen Wollsakkos finden sich häufig leichte, gefütterte Nylon-Sakkos. Elegant und gleichzeitig bequem wie ein Pullover sind hochwertige Sakkos aus Jersey. Kein Weg vorbei führt in diesem Jahr an Patches. Die Flicken an Ellbogen gibt es in vielen Varianten: Ton-in Ton, aus softem Velours oder kernigem Cord. Männer, die im vergangenen Winter bei den kalten Temperaturen ins Frösteln kamen, können sich nun über ein großes Angebot an leichten, wärmenden Daunenjacken freuen. Sie gehören neben modernen Wollthemen wie Caban oder Dufflecoat zu den Must-Haves.

Die Anzüge präsentieren sich wie bereits im Sommer mit schlanken, kurzen Schnitten. Im Kommen sind Westenanzüge und Zweireiher mit zwei Knopfpaaren. Auffallend: Die große Stoffvielfalt in dieser Saison. Flanellstoffe, Edelmischungen mit Wolle und Kaschmir oder Seide kommen zum Einsatz.

Blau in allen Schattierungen bis hin zu Violett-Tönen liegt in der Männermode stark im Trend. Ebenso wie bei den Damen spielt aber auch Schwarz eine große Rolle. Satte Grün- und Erdtöne sowie Bordeaux und Petrol ergänzen die Farbpalette.

Schuhmode - Großer Auftritt für Stiefel

Mit Plateau und Profil trittsicher durch den Winter

(dtd). Zwar würden wir am liebsten noch eine ganze Weile Sandalen und Flip Flops tragen, doch ein Blick auf die neue Schuhmode lässt sogar ein bisschen Vorfreude auf die kalte Jahreszeit aufkommen. Plateaus und High Heels gehören im Herbst 2010 garantiert in jeden Schuhschrank. Aber auch flache Schuhe und derbere Stiefel im Used Look sind total angesagt.

Stiefel haben im kommenden Winter ihren großen Auftritt und bestimmen das modische Outfit. Es gibt sie in allen Variationen und Längen: sportliche, halbhohe Stiefel in Jeans-Optik, wadenlange Stiefeletten mit gekrempeltem "Kragen“, Overknee-Stiefel mit und ohne Absatz, rockige Ankle-Boots mit Plateau und Nieten. An Schnürstiefeletten führt in diesem Winter kein Weg vorbei. Man sieht sie häufig aus feinem Veloursleder mit farblich abgesetztem hohen Keilabsatz in Krepp-Optik. In bleibt der urige Antik-Look mit abgewetztem Leder und unregelmäßiger Oberfläche. Farben wie Senf, Safran bis hin zu Ochsenblut verstärken den Look.

Plateau- und Profilsohlen verleihen den Kundinnen nach Ansicht des Deutschen Schuhinstituts in Offenbach in dieser Saison festen Halt. Die "zwei P" passen sowohl zu bleistifthohen Absätzen wie zu flachen Schnürstiefeln. Die wichtigsten Farben sind nach wie vor Schwarz und helle sowie dunkle Brauntöne. Die neue Trendfarbe ist allerdings Taupe - ein Ton, der von Grau-Beige bis hin zu Violett reicht. Rötlich schimmernde Nuancen sowie leicht verwaschen wirkende Farben à la Wintertürkis, Oliv und verschiedene Blautöne ergänzen das Farbspektrum.

Auf vielen Modellen finden sich modische Hingucker wie Nieten, Pailletten und Zipper. Das Leder ist meist matt und griffig und wird speziell behandelt, um authentische Oberflächen zu erzeugen. Fellelemente und Stulpen aus Pelzbesatz, Strick und Tweed machen den Winter-Look perfekt. Ballerinas sieht man häufig mit Schnallen verziert, Pumps haben oft außergewöhnliche Extras wie Schlaufen oder Rüschchen. Zur aktuellen Darkmode passen Stiefel aus schwarzem, leicht glänzendem Nappaleder mit metallischen Accessoires. Ganz Modemutige tragen in diesem Winter sogar Sandaletten mit Söckchen.

Auch in der Herrenmode haben sich die Stiefel durchgesetzt, sei es als knöchelhohe, elegante Stiefeletten, derbe Schnürstiefel oder kernige Bikerboots. Fürs Business gibt es feines, glänzendes Kalbsleder und schlanke Leisten. Casual sind die Kollektionen, bei denen deutlich der Einfluss von Wandern und Bergsteigen seine Spuren hinterlassen hat. Die neuen Schuhe punkten mit Haken, Ösen, Loden, farbigen Schnürsenkeln und auf alt getrimmtes Leder. Viele der Stiefel und Desertboots schauen bereits im Laden wie getragen aus. Wer in diesem Jahr modisch up-to-date sein will, stopft seine Hose in die Stiefel und trägt dazu Blazer und Schal.

Fakten in Kürze

Schon gewusst?

(dtd). Rund 80 Prozent der Deutschen tragen Schuhe, die nicht richtig sitzen. Zu diesem Ergebnis kommt der "Deutsche Fußreport", die erste umfassende Fußmessstudie seit 50 Jahren. Eine weitere Erkenntnis der Untersuchung: Die Füße sind in den vergangenen Jahrzehnten zwar nicht länger, dafür aber auffällig breiter geworden. Das teilten das Deutsche Schuhinstitut (DSI) und der Bundesverband der Deutschen Schuhindustrie (HDS) vor kurzem mit. 75 Prozent der Männer und 60 Prozent der Frauen trügen zu große beziehungsweise zu lange Schuhe. Zu kleine Schuhe wählten hingegen nur 20 Prozent der Frauen und zwölf Prozent der Männer.
verfasst am 23.08.2010