Leinen los für die boot 2012
Neues aus der Welt des Wassersports - von der Taucherbrille bis zur Yacht
Von unserer dtd-Korrespondentin Paula Schmidt
(dtd). In einer sanften Brise Segel zu setzen oder abzutauchen in bunte Unterwasserwelten - davon träumen viele, während sie noch in das nasskalte Winterwetter vor ihren Fenstern schauen: Das ist sicherlich ein Erfolgsgeheimnis der Messe "boot Düsseldorf", die alljährlich zu Jahresbeginn startet, diesmal vom 21. bis 29. Januar 2012. Rund 1.600 Aussteller aus mehr als 50 Ländern zeigen dann in 17 Messehallen, was es in der kommenden Wassersportsaison Neues gibt. Ein Überblick, von der Taucherbrille zur Luxusyacht.
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Alles ist im Fluss (oder aber im Meer) - das lässt sich von der Messe "boot" in Düsseldorf mit einigem Recht sagen: Dort geht’s jährlich um alles, was mit dem nassen Element zu tun hat. In elf Hallen heißt es "Leinen los!": Allein 1.700 Typen aller Größenordnung von Booten und Yachten werden präsentiert. Viele Besucher kommen aber auch wegen der 16 Erlebnis- und Themenwelten, weil sie Wassersportarten ausprobieren und sich von Experten Informationen dazu holen können. Kunstfans finden in der "Galeria boot-Düsseldorf" in Halle 7 Arbeiten und Projekte von Künstlern oder Hochschulen, die sich mit maritimen Themen beschäftigen. Ein Spielparadies für die kleinen boot-Besucher gibt es in der "World of Pirates" in Halle 13, und im "Maritimen Klassenzimmer" der Halle 14 können Schüler den Lebensraum Meer erforschen. Klassische und traditionelle Boote oder Nachbauten zeigt die "Classic Show" in Halle 15.
Boote und Yachten - auch für kleine Crews gut zu handeln
Wer hat schon eine große Mannschaft, um die Segel- oder Motoryacht sicher auf dem Meer oder in den Hafen hinein zu manövrieren? Weil viele Skipper eher mit einer überschaubaren Crew unterwegs sind, haben sich zahlreiche Hersteller darauf spezialisiert, Boote mit einfachem Handling zu produzieren. So zum Beispiel die Greifswalder HanseGroup, die auf der Messe das so genannte Smart Mooring System (SMS) als technische Neuentwicklung bei ihren Yachten vorstellt: Das bedeutet, dass die Eigner ihre Schiffe mithilfe eines Joysticks manövrieren können. Die Entwicklung ist nach einer Testphase bereits in den Serienbau integriert worden. Auch die französische Werft Jeanneau, Kronenberg Yachting aus München und Oyster aus Großbritannien achten auf Systeme, die das Segeln mit kleiner Crew möglich machen. So sei beispielsweise das neue Modell 54’ der Briten dank Schaumstoffkern über der Wasserlinie leichter als die Vorgängerin, gibt die Werft an. Mit viel Platz unter Deck will hingegen die österreichische Hersteller Sunbeam bei seinem Modell 24.2 Avantgarde punkten: Die beiden Vorschiffskojen sind 2,35 Meter lang, die Koje im Salon immerhin zwei Meter - und das bei einer Gesamtlänge von sieben Metern. Die dänischen X Yachts haben ihre Xperformance-Reihe eher für Regattasegler geplant, und hier die Ansprüche derjenigen beachtet, die auf Komfort wie eine Heizung und Warmwasseraufbereitung an Bord nicht verzichten möchten.
Luxus für den Motorboot-Eigner bietet die Neuvorstellung E 54’ von Horizon Yachts Europe aus Taiwan: Durch große Fensterfronten fällt viel Licht in den Salon, und die Eignerkabine hat mittschiffs einen begehbaren Kleiderschrank über die gesamte Breite. Wer Retro-Chic bevorzugt, findet vielleicht unter den aktuellen Modellen der Retro Linie von De Boarnstream aus den Niederlanden das Richtige: Eine Fußbodenheizung und Doppelverglasung gehören dabei zur Standardausrüstung. Ein Sonnendeck mit niedriger Reling und ein großes, gläsernes Schiebeluk über dem Innensteuerstand mit Sitzplätzen für vier Personen finden sich bei der Storebro 435 Suntop der schwedischen Nimbus-Werft, die in Düsseldorf ihre Premiere feiert. Auf schöne Ausblicke übers Wasser setzt auch Succes Yachts: Der Hersteller, der wie die meisten Aussteller in Düsseldorf aus den Niederlanden kommt, hat in der 12, 50 Meter langen Succes GTS einen typisch holländischen Dinette-Essplatz für vier Personen im Decksalon eingerichtet statt unten im Vorschiff, wo es nur kleine Bullaugen gibt.
An Neueinsteiger ebenso wie an Profis wendet sich Yamaha mit zwei neuen Schlauchbootreihen namens Ribeye: Nach Angaben des Ausstellers fährt man damit sanft und ausgeglichen dank des tiefen V-Rumpfs. Und während die Boote der A-Reihe leicht zu manövrieren sein sollen, werden die Modelle der T-Serie (2,60 bis 4,80 Meter lang) als robust und ideal für das Anlanden am Strand beschrieben. Cabrios gibt’s übrigens nicht nur an Land, sondern auch auf See: Bei der Jetten 38’ Cabrio, einer Deutschland-Premiere, kann das Cockpit mit einem Cabrioverdeck verschlossen werden.
Für Wasserratten - auch an Land: Die Erlebniswelten der boot
Wer noch nichts von Skimboarding oder von Stand-up-Paddling gehört hat, ist in Halle 1 der "boot Düsseldorf" richtig aufgehoben. Dort können Messebesucher die verschiedensten Sportarten, auch neueste Trends, selbst ausprobieren. Möglich macht das unter anderem die 1.000 Quadratmeter große Indoor-Wasserfläche, wo auch Profis zeigen, was auf den Brettern alles möglich ist. Eben zum Beispiel das Skimboarden, das auf dem Prinzip des Aquaplaning beruht: Die Sportler versuchen, auf einer flachen Scheibe, die eine etwa ovale Form besitzt und zu den Außenseiten leicht nach oben gebogen ist, auf der Oberfläche des flachen Wassers im Auslaufbereich der Brandung zu gleiten. SUP kürzt sich das Stand-Up-Paddling oder schlicht Stehpaddeln ab. Dabei powern sich Wasserraten aus, indem sie aufrecht auf einem Surfbrett stehen und sich mithilfe eines Stechpaddels fortbewegen. Angehende Wellenreiter und SUPler, die sich nicht nass machen möchten, können bei der Messe die neuesten Techniken auch in einem Simulatorpark ausprobieren.
In Halle 3 heißt es beim Tauchsport Center der boot "Familien gehen auf Tauchstation". Der gemeinsame Weg unter Wasser im sechs mal 4,60 Meter großen Pool kann sich auch richtig lohnen, denn in diesem Jahr wird die "boot"-Schnuppertauchfamilie gesucht, die eine Woche Urlaub mit Schnorchel und Neoprenanzug gewinnen kann. Apropos Equipment: Alles, was zum Schwimmen, Surfen und Tauchen an neuen Ausrüstungsdetails dazugehört, wird auf der Messe vorgestellt.
Das gilt auch für die Accessoires der Unterwasserfotografen und -filmer, die sich in Halle 4 in der Underwater Pixel World treffen, um über Technik zu fachsimpeln, Vorträge anzuhören oder bei Workshops dabei zu sein: 25 Aussteller aus der Tauch- und Fotoindustrie beteiligen sich an diesem Themenbereich. Und zum dritten Mal wird der Fotowettbewerb TopShot ausgeschrieben, der für Fotoanfänger und Amateurfotografen gedacht ist, die ihre Sicht auf die Welt unter Wasser zeigen können.
In der World of Paddling in Halle 13 bekommen die Gäste mitten im Winter unter dem Hallendach ein Vorgefühl von den Abenteuern, die sich auf und mit Kanus in der kommenden Wassersport-Saison erleben lassen: In einem Wasserbecken gibt es Schnupperpaddeln, Kanupolo-Turniere und diverse Vorführungen. Ein großer Wasserlauf fungiert dabei als Kanu-Teststrecke: Umgeben von Bäumen und Felsen lassen sich Kajaks und Canadier Probe fahren und ausprobieren.
Reisen auf und mit Yachten, Booten und Seglern
Will man Kapitän sein, besitzt aber kein eigenes Boot, dann ist Chartern die Alternative. So lassen sich beispielsweise altersgerechte Hausboote auf der Mecklenburgischen Seenplatte mieten, wo sie von Yachtcharter Schulz in den vier Regionen Müritz, Peene/Usedom, Bodden bis zur Insel Rügen und Berlin bis Potsdam angeboten werden. Und der große europäische Hausbootferienanbieter Le Boat bietet die Möglichkeit, die Olympischen Spiele 2012 in London mit einem Hausbooturlaub auf der Themse zu verbinden.
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In Halle 13 erfahren Schiffseigner, Freizeitkapitäne mit gecharterten Yachten oder Seglern ebenso wie zukünftige Passagiere von Kreuzfahrten mehr über geeignete Ziele und Urlaubsregionen. Wer gerne mit einem Flussschiff auf große Fahrt gehen möchte, für den kann beispielsweise eine der "A-Rosa Grand Tours" die passende Wahl sein. So reist man etwa mit "Donau Delta Intensiv" von Frankfurt am Main bis ans Schwarze Meer.
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Einen großen Segeltörn auf den Spuren von Columbus über den Atlantik bietet die Star Clippers-Flotte 2012 an mehreren Terminen im Frühjahr und Herbst an. Dabei spüren und sehen die Mitfahrer über Tage nur die Weite des Ozeans, hören das sanfte Knarren der Segel und der Takelage.
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Fakten in Kürze
Besuch auf der boot 2012 und hilfreiche Links:Wer seine boot-Eintrittskarte online kauft, spart Zeit und Geld. Als Tageskarte kostet das eTicket für Erwachsene 14 Euro, zwei Euro weniger als an den Tageskassen. Schüler und Studenten zahlen zehn Euro. Das Ticket für einen kurzen Messebummel - Montag bis Freitag ab 15 Uhr - kostet im Online-Shop 9 Euro. Die Karten können direkt nach dem Kauf ausgedruckt und zur kostenlosen Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) genutzt werden. Die Tickets sind unter http://www.boot.de erhältlich, dort gibt es auch viele weitere Informationen zur Messe.
- Zu Segeltörns auf Großseglern gibt es alle Informationen unter http://www.star-clippers.de
- Über Kreuzfahrten an Bord von Flussschiffen gibt es weitere Auskünfte unter http://www.arosa.de
- Wer ein Hausboot bei Le Boat mieten möchte, kann sich unter http://www.leboat.at informieren.
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