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Die ganze Welt des Sports

Ispo Munich rechnet 2012 mit neuem Ausstellerrekord
Die Ispo Munich ist die wichtigste Präsentations-, Informations- und Networkingplattform für den Sportfachhandel. Foto: Messe München GmbH

Die Ispo Munich ist die wichtigste Präsentations-, Informations- und Networkingplattform für den Sportfachhandel. Foto: Messe München GmbH

Von unserer dtd-Korrespondentin Ute Leitner-Strobl

(dtd). Wer sich für die neusten Trends im Sport interessiert, hat den Termin schon lange notiert: Vom 29. Januar bis 1. Februar 2012 findet die Ispo auf dem Gelände der Neuen Messe München statt. Die internationale Leitmesse für das Sport-Business kann auf eine über 40-jährige Geschichte zurückblicken. Längst gilt die "Ispo Munich" - so lautet der offizielle Name - als wichtigste Präsentations-, Informations- und Networkingplattform für den Sportfachhandel und bietet einen umfassenden Überblick über das gesamte Sportartikelangebot. Die Fahrradbranche präsentiert sich seit drei Jahren übrigens auf einer eigenen Schau: Die "Ispo Bike" (vorher Bike Expo) findet vom 16. bis 19. August 2012 statt.

Messe auf Erfolgskurs

Laut Veranstalter beteiligten sich an der Ispo im vergangenen Jahr rund 2.200 internationale Aussteller und lockten damit mehr als 80.000 Besucher aus über 100 Ländern in die Hallen. Und wie es aussieht, stellt die Ispo im Jahr 2012 einen neuen Rekord auf. So lagen vier Monate vor Messebeginn schon 2,8 Prozent mehr Aussteller-Anmeldungen vor als im Jahr zuvor. Allein die Outdoor-Branche, die zu den Sparten mit den größten Umsatzsteigerungen gehört, belegt 2012 wieder drei Hallen und den Eingang Ost. Unter www.ispo.com/munich gibt es alle Informationen rund um die Messe.

Sport ist Teil des Alltags

Die Aussteller der Ispo können sich wieder auf reges Besucherinteresse einstellen. Außerdem ist anzunehmen, dass der deutsche Sportfachhandel seine konstanten Umsatzsteigerungen der vergangenen Jahre beibehalten kann. Denn gerade in Deutschland hat Sport einen hohen Stellenwert bei den Verbrauchern. Ein gesundheitsorientierter Lebensstil - und dazu gehört auch regelmäßige sportliche Betätigung - ist vielen Menschen wichtig. So betonte Werner Haizmann, Präsident vom Verband deutscher Sportfachhandel (VDS), im Rahmen der Ispo 2011: "Männer, Frauen und Kinder, ob jung oder alt, bei vielen gehört der regelmäßige Sport zum Tagesablauf. Deshalb haben sie in den zurückliegenden Jahren trotz einer allgemeinen Rezession in Europa immer wieder in entsprechende Ausrüstungen investiert."

Breitensport und Adrenalinkick

Auf der Ispo erwartet Fachpublikum und Besucher ein breites Themenspektrum. Zur besseren Orientierung hat man die vorgestellten Sportarten mit den Zusätzen "Traditional", "Action" und "Performance" versehen. Zum traditionellen Bereich zählen Breitensportarten wie Ski Alpin und Langlauf, Fechten und Reiten, aber erstaunlicherweise auch Formel Eins und Billard. Action-Sportler lieben den Adrenalin-Kick und finden ihn bei Sportarten, bei denen hohe Geschwindigkeit oder überdurchschnittliche Körperbeherrschung gefragt ist, etwa Motocross, Downhill Mountainbiking oder Base Jumping. Ein überdurchschnittliches Maß an körperlicher Fitness erfordern auch "Performance Sports". Dazu gehören so unterschiedliche Sportarten wie Ballett und Biathlon, Schwimmen und Skating, Trekking und Triathlon.

Praxistest auf der Piste

Die Ispo bietet einen Überblick über die neusten Trends bei Sportartikeln, -schuhen und -mode sowie neue Technologien. Internationale Fachhändler und Pressevertreter, die das Wintersportsortiment 2013 einem Praxistest unterziehen möchten, gehen unmittelbar nach der Messe auf die Piste. Vom 2. bis 4. Februar 2012 findet auf dem Hintertuxer Gletscher die "Ispo On Snow Demo" statt. Bereit stehen Alpin-Ski mit verschiedenen Bindungen und Skischuhe. Auch für Freerider lohnt sich der Weg auf den Berg. Zum Testmaterial gehören auch Twin-Tips mit ihren zwei aufgebogenen Enden vorne und hinten sowie Bindungen, Boots und Stöcke. Snowboarder können sich nicht nur Bindungen und Boots, sondern auch Protektoren und Helme anlegen. Außerdem gibt es Schneeschuhe, Equipment zum Eisklettern, Bekleidung und Handschuhe sowie Accessoires wie Brillen und Rucksäcke.

Bananenform rockt die Pisten

(dtd). Rocker-Ski waren das beherrschende Wintersport-Thema der vergangenen Ispo und sind es sicher auch 2012. Die spezielle Technologie setzt auf aufgebogene Enden - vor allem im vorderen Bereich des Skis. Dadurch konzentriert sich die Auflagefläche auf die Mitte, der Ski wird wendiger, hilft Kraft zu sparen und verzeiht Fahrfehler. Ein optimaler Ski für Anfänger ist der Rocker aber deswegen noch lange nicht. Auf harten Pisten zeigen Rocker ihre Schwächen. Wegen ihrer verkürzten Kantenlänge flattern sie speziell bei höheren Geschwindigkeiten und auf geraden Strecken. Die Freeride-Community hingegen ist begeistert. Denn gerade im Tiefschnee unterstützt die "Bananenform" des Skis den Auftrieb und sorgt für größere Drehfreudigkeit.

Rocker-Ski sind aber nicht nur der neue Trend auf der Piste, sondern auch Hoffnungsträger für den von Umsatzeinbußen gebeutelten Markt der Skihersteller. So sollen Rocker in den kommenden Jahren ein eigenständiges Marktsegment werden. Gegenüber dem Online-Magazin skiinfo.de erklärt Stefan Stankalla von K2: "Ich bin der festen Überzeugung, dass in fünf Jahren 90 Prozent Rocker-Ski am Markt sind." Das bedeutet aber nicht, dass die den Markt bislang dominierenden Carver aussterben. Experten sind sich einig, dass beide Ski-Arten nebeneinander existieren werden. Siegfried Rumpfhuber, Geschäftsführer von Kästle, prognostiziert: "Wir sehen einen klaren Trend zum Zweitski. Neben dem Ski für den Durchschnittstag auf der Piste wird es den Ski für Spezialanwendungen geben." Der Trend, sich seine Bretter auszuleihen, werde auch aus dem Grund weiter zunehmen. Unter www.skiinfo.de finden Interessierte ein mehrteiliges Special zum Thema "Rocker".

Sport als Lifestyle

(dtd). Freeclimbing und Freeskiing, Dirt Bike und Aggressive Skating - all das sind Action-Sportarten. Sie heben sich bewusst - das beweist schon die Namensgebung - vom traditionellen Sport ab. Der Name ist also Programm. Und so findet man in den englischen Bezeichnungen auffallend oft den Zusatz "Free". Diese Sportarten sind Ausdruck von Freiheit und Individualität und nicht einfach nur sportliche Betätigungen. Bei den meisten Extremsportarten, zu denen unter vielen anderen auch Motocross, Downhill Mountainbiking oder Base Jumping zählen, ist Otto Normalsportler nur ein staunender Zuschauer.

Unbestritten haben Extremsportarten großes Lifestyle-Potenzial. Spezielle Accessoires und bestimmte Musikrichtungen transportieren dieses Lebensgefühl aus dem engen Kreis der aktiven Insider hinaus und lassen auch unter Nicht-Sportlern neue Modetrends entstehen. Längst konzentrieren sich Markenhersteller nicht mehr allein auf das Equipment für den Sport, sondern haben auch Streetware und Accessoires im Programm. So hat etwa DC Shoes, ein amerikanischer Schuhspezialist für Skate- und Snowboardschuhe, auch Shirts, Jeans, Mützen und Jacken für die Szene im Sortiment (http://www.dcshoes.com). DC Shoes engagiert sich wie viele andere Firmen, darunter beispielsweise Globe (http://www.globe.tv) und Burton (http://www.burton.com), auch als Sponsor für junge Skater, Surfer und BMX-Fahrer.

Nicht ohne meinen Skischuh

(dtd). Wer sich seine Ski ausleiht, kommt günstiger auf die Piste. Vor allem die Wintersportler, die nur wenige Tage oder Wochen im Jahr Skifahren, verzichten immer öfter auf den Kauf einer eigenen teuren Ausrüstung. Bekommen sie doch vor Ort immer die aktuellen Modelle - und die auch noch professionell gewartet und individuell eingestellt. Die Shops der großen Skiverleihorganisationen wie Sport 2000 rent (http://www.sport2000rent.at) oder Intersport rent (http://www.intersportrent.com) sind in beinahe allen Wintersportzentren zwischen Frankreich und Österreich zu finden.

Des Einen Freud, ist jedoch des Anderen Leid. So verzeichnet der Sportfachhandel seit einigen Jahren Umsatzrückgänge bei Skiausrüstungen. Ausnahme: Skischuhe. Werner Haizmann, Präsident vom Verband Deutscher Sportfachhandel (VDS), bestätigte im Rahmen der Ispo 2011, dass in der Wintersaison 2009 / 2010 zum ersten Mal mehr Skischuhe als Ski verkauft wurden. "Das liegt daran, dass in ganz Europa der Verbraucher, trotz des Trends zum Skileihen, auf keinen Fall auf die eigenen Skischuhe verzichten will. Hier macht der Sportfachhandel einen großen Teil seines Gewinns im Wintersportbereich."

Outdoorbranche zeigt sich leicht und umweltfreundlich

(dtd). Zu den boomenden Bereichen im deutschen Sportfachhandel und im europäischen Markt gehört die Outdoor-Branche. "Hier gab es in Deutschland im Jahr 2010 erneut eine Umsatzsteigerung von zirka 20 Prozent. Im Jahr 2008 war der Umsatz bereits um 14 Prozent und 2009 um 15 Prozent gestiegen", sagte Werner Haizmann, Präsident vom Verband Deutscher Sportfachhandel (VDS) nach der Ispo 2011. Einen Überblick über die wichtigsten Trends und Ausrüstungshighlights für 2012 hat im Juli 2011 bereits die OutDoor-Messe in Friedrichshafen geboten. Das alles umspannende Thema lautet: Leichtgewichtausrüstung. Die meisten Anbieter nutzen leichte und zudem wasserdichte und atmungsaktive Materialien wie Gore-Tex Active-Shell, Polartec Neo Shell, Dermizax NX oder Mountain Hardwear Dry Q für ihre Funktionsbekleidung. Leicht, stabil und vielseitig - das gilt auch für Outdoor-Schuhe, Rucksäcke, Zelte und Kletterausrüstung.

Außerdem haben sich zahlreiche Hersteller den Umweltschutz auf die Fahnen geschrieben. Der familiengeführte Outdoorausrüster Vaude aus dem Allgäu beispielsweise achtet bei seiner Kollektion 2012 wieder streng auf Umweltverträglichkeit (http://www.vaude.com). Waren in der Sommerkollektion 2011 schon 30 Prozent des Bekleidungssortiments mit dem firmeneigenen Umweltsiegel Green Shape versehen, so sind es im Winter 2011/2012 schon über 50 Prozent. Die Kriterien für das Gütesiegel sind streng. So müssen die Produkte aus mindestens 90 Prozent Biobaumwolle, recycelten Materialien oder der Holzfaser Tencel hergestellt und mit einem speziellen Verfahren gefärbt sein. Der schwedische Hersteller Fjällräven verzichtet bei seinen wasserdichten Kleidungsstücken auf die Imprägnierung mit giftigen Fluorkarbonen. Beim größten Teil der Kleidung verwendet Fjällräven das Funktionsgewebe G-1000 mit einer dünnen Schicht Grönlandwachs, einem wasser- und schmutzabweisenden Naturprodukt aus Bienenwachs und Paraffin (http://www.fjallraven.de).

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verfasst am 25.11.2011