Leiden in vier Stadien
Rasches Handeln kann Operationen bei Hämorriden verhindern
(djd). Hämorridalleiden sind unangenehm. Dennoch nehmen viele Betroffene oft lange Zeit die typischen Symptome wie Blutungen, Juckreiz, Brennen und Nässen in Kauf, bevor sie sich einem Spezialisten anvertrauen. Nicht wenige hält auch der Gedanke an eine Analuntersuchung vom Gang in die Arztpraxis ab. "Die Angst vor der ersten proktologischen Untersuchung durch den After belastet alle Patienten", bestätigt Werner Ponton. Doch nach den Erfahrungen des Münchner Chirurgen sind Befürchtungen, die Untersuchung könnte schmerzhaft oder unangenehm sein, bei gewissenhafter Durchführung unbegründet.
Gefäßpolster kann funktionsuntüchtig werden
Offenbar gehen viele Patienten davon aus, dass sich vergrößerte Hämorriden quasi von selbst wieder zurückbilden. Was sie nicht bedenken, ist die Tatsache, dass die Analerkrankung vier Stadien durchläuft, die immer unangenehmer werden. Unter www.haemorriden.net gibt es nähere Informationen dazu. Im vierten Stadium sind die Hämorriden so weit vergrößert, dass sie dauerhaft vor dem Afterrand liegen. Somit kann das Gefäßpolster seine ursprüngliche Funktion zur Unterstützung des Schließmuskels nicht mehr erfüllen. "Neben Nässen, Juckreiz und Schmerzen tritt oft eine sogenannte Stuhlinkontinenz auf, bei der der Stuhl nicht mehr gehalten werden kann", erklärt Dr. Martina Grönig. Dann kann nur noch eine Operation helfen.
Fortschreiten der Erkrankung stoppen
"Patienten sollten beim ersten Auftreten der Symptome aktiv werden", rät die Berliner Apothekerin. Durch eine regelmäßige Behandlung mit Salben und/oder Zäpfchen könne ein Fortschreiten vermieden oder verlangsamt werden. "Juckreiz und Brennen lassen sich am besten mit schnell lokal wirkenden Betäubungsmitteln wie Posterisan akut behandeln", so Dr. Grönig. Allerdings solle die Behandlung auch symptomfreie Phasen mit einbeziehen. Moderne Präparate aus der Apotheke pflegten die Analregion und könnten dem Wiederauftreten akuter Analerkrankungen vorbeugen. Zusätzlich sei es ratsam, seine Lebensgewohnheiten anzupassen und auf eine gesunde Ernährung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Bewegung zu achten.
Fakten in Kürze
Verstopfung als HauptursacheVergrößerte Hämorriden gehören zu den klassischen Zivilisationskrankheiten, die mit den Lebensgewohnheiten in Industrieländern einhergehen. Auslöser können ungesunde Ernährungsgewohnheiten, sitzende Tätigkeit und Bewegungsmangel, aber auch ein Unterdrücken des natürlichen Stuhldrangs sein. Alle diese Faktoren begünstigen Verstopfungen, die als eine der Hauptursachen gelten, da mehr Druck notwendig ist, um den Darm zu entleeren. Hierdurch fließt mehr Blut in die Hämorriden, die Gefäßpolster werden größer. Wird der Darm nun entleert, kann es zu Blutungen kommen.
Stichworte zu diesem Beitrag:
- Arzneimittel
- Gesundheit
- Therapie
- Vorbeugung






























