Schweigen lindert die Beschwerden nicht
Probleme im Analbereich früh mit dem Arzt abklären
(djd). Über Analerkrankungen redet keiner gern. Auch Hämorridalleiden, die mit einer krankhaften Vergrößerung der Gefäßpolster am Analausgang einhergehen, gehören zu den Tabuthemen. Unter www.haemorriden.net gibt es nähere Informationen dazu.
Häufig wird angenommen, Betroffene verursachen ihre Beschwerden durch unzureichende Hygiene selbst. Doch Experten wie der Proktologe Dr. Frank Wütherich geben Entwarnung. Falsche Hygiene sei keine Ursache für Hämorridalleiden. Um das entzündliche Gewebe nicht zu reizen, empfiehlt der Ingolstädter Facharzt jedoch, auf eine sanfte Analhygiene zu achten: "Am besten eignet sich eine Nassreinigung mit klarem Wasser."
Keine falsche Scham
Bei jedem, der Veränderungen im Analbereich oder Blut im Stuhl feststellt, ist eine rasche Abklärung ratsam. Nur der Spezialist - wie ein Hautarzt oder Proktologe - kann diagnostizieren, ob es sich um Hämorriden oder andere Erkrankungen wie Marisken, Analfissuren oder Krebs handelt. Neben falscher Scham hält Betroffene häufig die Angst vor der ersten proktologischen Untersuchung vom Arztbesuch ab. "Dabei wird sie bei gewissenhafter Durchführung weder schmerzhaft noch unangenehm sein", weiß Werner Ponton. In der Regel sei keine Vorbereitung erforderlich - keine Abführkur und auch kein Einlauf, so der Münchner Chirurg.
Neuen Beschwerden vorbeugen
Da sich Hämorridalleiden in vier Stadien entwickeln, lohnt es sich, rechtzeitig zu handeln und so spätere Operationen zu vermeiden. Leichte Beschwerden können noch mit Salben, Zäpfchen oder Haemotamps aus der Apotheke gelindert werden. "Juckreiz und Brennen lassen sich am besten mit schnell lokal wirkenden Betäubungsmitteln wie Posterisan akut behandeln", bestätigt Dr. Martina Grönig. Um dem Wiederauftreten akuter Analerkrankungen vorzubeugen, empfiehlt die Berliner Apothekerin, die Therapie in beschwerdefreien Phasen mit modernen Präparaten fortzusetzen. So werde die empfindliche Analregion optimal gepflegt und geschützt. Eine ausgewogene und ballaststoffreiche Ernährung, viel Flüssigkeit und Bewegung können zusätzlich zur Vorbeugung beitragen.
Weitere Informationen: www.haemorriden.net
Fakten in Kürze
Verlauf in vier StadienHämorridalleiden im ersten Stadium äußern sich mit hellroten Blutungen und Juckreiz. Im zweiten Stadium kommen Brennen, Nässen und gelegentliche Schleimabsonderungen hinzu. Im dritten Stadium treten die Hämorridalpolster während des Stuhlgangs aus dem After hervor und können sich nicht mehr von selbst in den Analkanal zurückziehen. Im vierten Stadium sind die Hämorriden so weit vergrößert, dass sie nicht mal mehr in den Analkanal zurückgeschoben werden können. Zusätzlich tritt oft eine Stuhlinkontinenz auf, bei der der Stuhl nicht mehr gehalten werden kann.
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