Eine neue Welt voller Klänge
Wenn Kinder plötzlich wieder hören können
(djd). Jessica ist 14 Jahre alt und ein ganz normaler Teenager, der all das macht, was Mädchen in diesem Alter eben gerne tun. Dass sie dabei einwandfrei hören kann, ist nicht selbstverständlich. Das Mädchen kam mit einer einseitigen Taubheit auf die Welt. Sie hört nur auf dem linken Ohr normal, und das hatte im Alltag so manche negative Auswirkung: "In der Schule konnte ich die Lehrer oft nicht verstehen und im Straßenverkehr die Autos oft nicht so gut hören", erzählt die junge Berlinerin. Auch ganz alltägliche Geräusche wie das Zwitschern ihres gefiederten Haustiers bekam sie nur schwer oder gar nicht mit.
Natürliche Höreindrücke via Implantat
Ein herkömmliches Hörgerät eignete sich für ihre Behinderung nicht. Erst ein Hörimplantat konnte Jessica aus ihrer oft zu stillen Welt herausholen. Bei einer Operation wurde ihr das als "Carina" bekannte Hörsystem vollständig unter die Haut implantiert. Das System arbeitet mit einem winzigen Mikrofon. Es erfasst unter der Haut den Schall, verarbeitet ihn in elektrische Signale und überträgt diese anschließend als Höreindruck ins Mittelohr. Wenige Wochen nach der Operation nimmt das "künstliche Ohr" erstmals seine Arbeit auf. Auf www.unsichtbares-hoersystem.de gibt es alle Informationen zu dem Implantat.
Ein ganz neues Lebensgefühl
"Dieses Erlebnis war überwältigend und bescherte mir ein ganz neues Lebensgefühl", erinnert sich Jessica an die Aktivierung ihres Implantats. "Ich konnte auf einmal - ohne den Kopf zu drehen - alles ganz einfach verstehen." Auch mit Freunden und in der Schule war vieles plötzlich einfacher, etwa beim Badespaß mit Freunden, beim Telefonieren via Skype oder beim gemeinsamen Musikhören, bei dem Jessica jetzt endlich auch die Songtexte versteht. "Es ist einfach atemberaubend, wenn man wieder hören kann", freut sich das Mädchen.
Jessicas Beispiel zeigt, wie wichtig eine Wiederherstellung des Hörvermögens gerade für Kinder und Jugendliche ist. Hörimplantate machen alles mit: jede Bewegung, jede Sportart, Nässe und Schmutz. Vor allem sind sie von außen vollständig unsichtbar - und das ist gerade in der Pubertät oft besonders wichtig.
Weitere Informationen: www.unsichtbares-hoersystem.de
Fakten in Kürze
Der Weg zum HörimplantatDie Versorgung mit Hörimplantaten findet in Krankenhäusern statt, wobei die Kostenübernahme direkt zwischen der Klinik und der Krankenkasse geklärt wird. Professor Dr. Thomas Verse, Leiter der Abteilung für HNO-Heilkunde an der Hamburger Asklepios-Klinik, erklärt: "Ein Hörimplantat ist indiziert, wenn aus medizinischen oder audiologischen Gründen kein Hörgerät getragen werden kann oder wenn der Betroffene nach einer Alternative zum konventionellen Hörgerät sucht." Unter info@unsichtbares-hoersystem.de gibt es Informationen über qualifizierte Krankenhäuser, in denen ein Hörimplantat eingesetzt werden kann.
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