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Die Venen, eine weibliche Schwäche

Gefäßrisiken steigen mit den Wechseljahren noch mal an
Wer lange und viel sitzt, tut seinen Venen nichts Gutes. Foto: djd/Gynokadin

Wer lange und viel sitzt, tut seinen Venen nichts Gutes. Foto: djd/Gynokadin

(djd). Männer lieben Frauenbeine - doch nicht alle Frauen zeigen sie gern. Grund sind häufig Besenreiser und Krampfadern. Dabei sind Venenleiden kein Einzelfall. Die Wahrscheinlichkeit von Venenerkrankungen in Europa wird in einer Dissertation der Universität München mit 50 Prozent beziffert. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Neben genetischen und hormonellen Faktoren tragen moderne Lebensgewohnheiten - zu wenig Bewegung, sitzende oder stehende Tätigkeit, Pille, Übergewicht, enge Jeans und auch Schwangerschaften - zur Entstehung bei.

Mit dem Wechsel steigt das Risiko

Erweiterungen der Venen sind ein sichtbares Zeichen dafür, dass das Blut nicht richtig zum Herz zurückfließen kann. Es sammelt sich in den Aussackungen der Krampfadern und kann verklumpen. Ein Gerinnsel bildet sich. Beginnt es zu wandern, wird es gefährlich. Sobald der Thrombus in einem dünneren Gefäß stecken bleibt, kann er dort zu einem Verschluss führen: Es kommt zu einer Thrombose, schlimmstenfalls sogar zu einer Lungenembolie. Diese Gefährdung besteht nicht zuletzt für Frauen in oder nach den Wechseljahren. Mit dem Rückgang der Hormonproduktion steigt das Thromboserisiko, weil auch der körpereigene Gefäßschutz zurückgeht.

Hormone sicherer über die Haut

Frauen mit Anzeichen für Venenschwäche, die ihren Wechseljahresbeschwerden mit einer Hormontherapie begegnen möchten, sollten ihre Behandlung sorgfältig wählen. "Denn je nach Dosis und dem Weg der Zufuhr können Estrogene auch das Risiko für Thrombosen erhöhen", gibt Professor Dr. Alfred Mueck zu bedenken. Der Tübinger Hormonspezialist rät daher zu einer frühzeitigen, möglichst gering dosierten Anwendung über die Haut. Mit Gelformen wie beispielsweise Gynokadin Dosiergel lässt sich am einfachsten die niedrigste wirksame Dosis verabreichen. Tabletten sorgten dagegen für eine verstärkte Aktivierung der Gerinnungssysteme. Wie die französische Fall-Kontroll-Studie ESTHER ausweist, ist deshalb das Risiko für venöse Thromboembolien um rund das Vierfache höher als bei einer Anwendung über die Haut.

Fakten in Kürze

Die Muskel-Venen-Pumpe aktivieren

Eine gewisse genetische Veranlagung und hormonelle Einflüsse gelten als wichtigste Faktoren bei der Entstehung von Thrombosen. Dies erklärt, warum mehr Frauen als Männer betroffen sind. Vorbelasteten Frauen, die viel sitzen, wird empfohlen, regelmäßige Bewegungspausen einzuplanen - im Büro, während langer Auto- oder Zugfahrten und Langstreckenflügen. Auch auf hohe Absätze sollten sie verzichten. Regelmäßig barfuß zu laufen und sich immer mal wieder auf die Zehenspitzen zu stellen, aktiviert die Muskel-Venen-Pumpe und unterstützt den Blutfluss.

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verfasst am 05.11.2010

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