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"14 Millionen Menschen sind bedroht"

Interview mit Regine Schäfer vom DRK zur Hungerkrise in Westafrika
Frau und Kinder von Kati Traore, dem Vorsteher des Dorfes Sakabala in der Region Kolokani in Mali, die von der diesjährigen Hungersnot in der Sahel-Zone besonders schlimm getroffen wurde. Foto: djd/Deutsches Rotes Kreuz Generalsekretariat

Frau und Kinder von Kati Traore, dem Vorsteher des Dorfes Sakabala in der Region Kolokani in Mali, die von der diesjährigen Hungersnot in der Sahel-Zone besonders schlimm getroffen wurde. Foto: djd/Deutsches Rotes Kreuz Generalsekretariat

(djd). Ein halbes Jahr nach der Hungersnot in Teilen Ostafrikas droht im Westen des Kontinents die nächste Katastrophe. Durch die lange Dürreperiode sind die Ernten zum größten Teil ausgefallen, die Vorräte an Grundnahrungsmitteln gehen zur Neige. Regine Schäfer, Leiterin der Afrika-Abteilung beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Berlin, äußert sich zur Lage. Spenden kann man auf dem Konto 414141 (Stichwort "Hungerhilfe") bei der Bank für Sozialwirtschaft (BLZ 370 205 00) oder online unter www.drk.de/onlinespende.

- Welche Länder sind von der Krise besonders betroffen?

Regine Schäfer: Die Hungersnot bedroht bis zu 14 Millionen Menschen in den Ländern der Sahel-Zone wie Burkina Faso, Mali, Tschad, Mauretanien, Niger und den Senegal. Verschärft wird die durch die Dürre ausgelöste Krise noch durch politische Unruhen. Nach dem Militärputsch in Mali sind beispielsweise knapp 60.000 Menschen ins Nachbarland Burkina Faso geflüchtet - darauf war dort niemand vorbereitet.

- Wie kommt es zu solchen Krisen?

Schäfer: Die Sahel-Zone gehört zu den vom Klimawandel am stärksten betroffenen Regionen. Die Wetterzyklen sind deutlich intensiver geworden. Dürrephasen gab es hier schon immer, aber die Zeiten dazwischen waren länger, in diesen Jahren konnte man die Dürre kompensieren und sich auf den Zyklus einstellen.

- Wann wird die Krise ihren Höhepunkt erreichen?

Schäfer: Die Hungersnot wird im Juni auf dem Höhepunkt sein, dann dürften die Nahrungsmittelvorräte aufgebraucht sein. Erst im Oktober könnte sich die Lage entspannen.

- Welche Bevölkerungsgruppen sind besonders betroffen?

Schäfer: Vor allem die Kinder. Die schlechte Versorgungssituation mit Lebensmitteln hat schon zu einem deutlichen Anstieg unterernährter Kinder geführt. Noch aber kann man viele Kinder vor der Unterernährung schützen.

- Was wird in der Region an Hilfe benötigt und wie hilft das DRK?

Schäfer: In der Stunde der Not geht es um die nackte Überlebenshilfe durch Nahrungsmittel. Die Spendengelder gehen direkt an das Rote Kreuz vor Ort.

Fakten in Kürze

Hilfe darf nicht abreißen

(djd). Auch die internationale Staatengemeinschaft hilft bereits in Westafrika, die Gelder werden schneller bereitgestellt als in der Vergangenheit. Regine Schäfer vom DRK: "Man hat aus den Krisen der vergangenen Jahre gelernt, die Hilfen kommen besser an." Allerdings dürfe, so Schäfer, die Unterstützung jetzt nicht abreißen, deshalb müsse die Soforthilfe der Staatengemeinschaft durch privates Engagement ergänzt werden. Mit einer Spende könne jeder zur Linderung der Not in der Sahel-Zone beitragen.

Stichworte zu diesem Beitrag:

  • Soziales
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verfasst am 24.05.2012

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