Nachhaltigkeit hat viele Facetten
Beim umweltfreundlichen Bauen ist ganzheitliches Denken gefragt
(djd). Nachhaltigkeit ist das Gebot der Stunde - darüber herrscht weitgehend Einigkeit. Was dies allerdings am Beispiel des Hausbaus bedeutet, ist nicht so leicht zu beurteilen. In der Regel genügt es nicht, dass erneuerbare Energien das Haus mit Wärme versorgen. Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung etwa fasst den Begriff ganzheitlicher: Demnach sollte für alle Phasen des Lebenszyklus von Gebäuden eine Minimierung des Verbrauchs von Energie und Ressourcen sowie eine möglichst geringe Belastung des Naturhaushalts angestrebt werden.
Energetische Qualität
Eine wichtige Rolle spielt also die energetische Qualität eines Gebäudes. So wird etwa durch Art und Stärke der Dämmung und die gewählte Form des Heizens der Ressourcenverbrauch während der Nutzung bestimmt. Ebenfalls wichtig ist, wie viel Energie und Rohstoffe bei der Herstellung, der Verarbeitung und dem Transport der Baustoffe verbraucht werden. Zu wenig beachtet werden oftmals künftige Renovierungs- und Modernisierungszyklen: Langlebige Materialien mit geringem Pflegeaufwand sind in der Regel nachhaltiger als kurzfristig günstigere Werkstoffe mit einer nur kurzen Nutzungsdauer.
Baubegleitende Qualitätskontrollen
Diplom-Ingenieur und Architekt Stefan Würzner, Sachverständiger beim Bauherren-Schutzbund e. V., weist auf weitere Nachhaltigkeitsaspekte beim Bauen hin. Angehende Immobilienbesitzer sollten sich beispielsweise fragen, wie vielseitig das Eigenheim nutzbar ist. Lässt es sich mit geringem Aufwand an neue Lebenssituationen etwa im Alter anpassen? Auch Baumängel und -schäden können nach Ansicht von Stefan Würzner die Nachhaltigkeit massiv einschränken. Entsprechend groß ist die Bedeutung baubegleitender Qualitätskontrollen. Ein unabhängiger Berater hilft dem Bauherren, die Angebote von Bauunternehmen unter Nachhaltigkeitskriterien zu beurteilen, ein nachhaltiges Konzept im Einklang mit dem verfügbaren Budget zu realisieren und dafür zu sorgen, dass das Bauwerk planungskonform und mängelfrei entsteht. Unter www.bsb-ev.de gibt es mehr Informationen und Adressen von Bauherren-Beratern.
Weitere Informationen: www.bsb-ev.de
Fakten in Kürze
Nachhaltigkeit - darauf kommt es an- Ökologische Qualität: möglichst geringer Energie- und Ressourcenverbrauch während der Nutzung, zur Herstellung der Baustoffe, für Transport, Bau, Sanierung und Rückbau.
- Ökonomische Qualität: möglichst niedrige Kosten für Errichtung, Energie, Wartung, Instandhaltung und Modernisierung, Wertentwicklung von Bauwerk und Grund.
- Soziokulturelle und funktionale Qualität: möglichst effiziente Flächennutzung, Komfort, Lage und Infrastruktur im Umfeld, Sicherheit, vielseitige Nutzbarkeit.
Stichworte zu diesem Beitrag:
- Bauen
- Bauherren
- Beratung
- Haus
- Nachhaltigkeit





























