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Hinweis: Bei diesem Text handelt es sich um einen Archivtext.

Renaissance für die romantische Hortensie

Hortensien machen auch im Kübel eine gute Figur. Foto: djd/Endless Summer

Hortensien machen auch im Kübel eine gute Figur. Foto: djd/Endless Summer

(rgz). Lange Zeit galt die Hortensie als altmodisch, doch heute erfährt der ausdauernd blühende Strauch neue Popularität. Es ist wohl ihr romantisches Flair, das der Hortensie, allen voran die Bauernhortensie, zu neuer Beliebtheit verholfen hat. Unter den rund 70 Arten weltweit gibt es immergrüne und laubabwerfende Sorten. Bei den zu der Familie der Hydrangeaceae zählenden Hortensien findet man Halbsträucher, Sträucher oder kleine Bäume. Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich über die gemäßigten Regionen Süd- und Ostasiens sowie Nord- und Südamerika. In wärmeren Klimazonen bevorzugen sie die höheren Lagen. Erst Ende des 18. Jahrhunderts kam die relativ pflegeleichte Blühpflanze nach Europa.

Eine Frage des Standorts

Besonders wohl fühlen sich Hortensien an einem halbschattigen oder schattigen Standort. Wenn sie ausreichend gewässert werden, sind sie aber auch der Sonne nicht abgeneigt. Hortensien bevorzugen einen nahrhaften, frischen, tiefgründigen, humosen, leicht sauren Boden und einen windgeschützten Standort. Ein leichter Kalkgehalt des Bodens wird von vielen Sorten toleriert.

Recht unkompliziert in der Pflege

Werden einige grundlegende Dinge beachtet, gestaltet sich die Pflege der Hortensie recht unkompliziert. Die wichtigste Maßnahme ist die Wasserversorgung. Bei trockenem und warmem Wetter muss auf ausreichend Bodenfeuchtigkeit geachtet und gegebenenfalls gewässert werden. Topf- und Kübelpflanzen dürfen nie austrocknen, allerdings reagieren Hortensien sehr empfindlich auf Staunässe. Wie, wann und ob eine Hortensie überhaupt geschnitten werden sollte, hängt von ihrer Art ab. Die beliebten, sogenannten Bauernhortensien, von denen es viele Sorten gibt, sollten fast gar nicht beschnitten werden. Im Frühjahr werden lediglich die alten Blütenstände und abgestorbene Zweige entfernt. Da Bauernhortensien nur am zweijährigen Holz Knospen bilden, könnte ein starker Rückschnitt dazu führen, dass man im kommenden Jahr ganz auf Blüten verzichten muss, weil nur neu ausgetriebenes Holz vorhanden ist. Gleiches gilt in sehr kalten Regionen: Weil viele Sorten nicht ganz winterfest sind, könnten alte Triebe bei strengen Wintern zurückfrieren. Winterschutz aus Reisig, Laub oder einem Schutzvlies ist hier unumgänglich, um Frostschäden zu vermeiden.

Frostharte Vielblüher

Wem das zu kompliziert erscheint, der sollte es mit der neuen Sorte "Endless Summer" versuchen. Sie ist bis minus 30 Grad frostfest und blüht auch am einjährigen Holz, so dass man auch bei zurückgefrorenen Trieben keinesfalls auf eine üppige Blütenpracht verzichten muss. Auch Rispen- und Ballhortensien sind sehr robust und blühen ebenfalls am einjährigen Holz. Sie werden deshalb im Frühjahr um 40 bis 60 Zentimeter zurückgeschnitten, um einen buschigen Wuchs zu fördern. Unterbleibt der Schnitt, entsteht ein sparriger Wuchs mit nur wenigen Blüten. Frei ausgepflanzt, bereitet der Winter diesen Arten normalerweise keine Probleme. Im Kübel gehalten, empfiehlt sich - besonders in sehr rauen Regionen - ein Schutz aus Noppenfolie und Vlies. Alle anderen für den Garten angebotenen Hortensien - wie Samthortensie oder Kletterhortensie - brauchen keinen Rückschnitt. Lediglich störende oder abgestorbene Triebe und Verblühtes werden im Frühjahr entfernt. Der Winter macht ihnen auch nicht viel aus, nur Kübelpflanzen sollten in kalten Gegenden ähnlich wie Rispen- und Ballhortensie geschützt werden.

Der pH-Wert bestimmt die Farbe

Beeindruckend ist der Blütenstand. Die üppigen Dolden bestehen zumeist aus kleinen, unscheinbaren, fruchtbaren Blüten im Zentrum und unfruchtbaren Scheinblüten, die am Rande des Blütenstands stehen und je nach Sorte beeindruckende Blütenbälle bilden. Manche Zuchtformen haben sogar fast ausschließlich vergrößerte unfruchtbare Scheinblüten. Die Blütenfarben variieren zwischen Weiß, Pink und Blau, aber auch Zwischentöne wie Hellblau, Rosa oder Lila kommen vor. Bei einigen Arten hängt die Farbe vom pH-Wert des Bodens und den darin enthaltenen Spurenelementen, insbesondere Aluminiumoxid, ab. Ist der Boden eher sauer, mit einem pH-Wert zwischen 4 und 5,5, blühen Bauernhortensien blau, bei einem höheren pH-Wert werden rosa Blüten gebildet. Durch entsprechende Düngung kann die Farbe beeinflusst werden.

Auf den richtigen Dünger kommt es an

Gerade bei Pflanzung im Freien macht der Einsatz eines festen Langzeitdüngers Sinn. Die Düngergabe - vorzugsweise mit einem stickstoffbetonten Volldünger mit wenig Phosphor - sollte zwischen Frühjahr und Juli erfolgen. Die meisten Blaukorndünger haben einen hohen Phosphorgehalt und sind für Hortensien weniger geeignet. Insbesondere bei blauen Blüten kann zu viel Phosphor die Blüte wieder pink erscheinen lassen, da die Aluminiumverbindungen nicht von der Pflanze aufgenommen werden können. Für Pflanzen in kleineren Töpfen und Kübeln empfiehlt sich ein Flüssigdünger für Hortensien oder Azaleen.

Weitere Informationen: www.hortensie-endless-summer.de

verfasst am 01.02.2010