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Schlichten statt streiten

Kfz-Schiedsstellen vermitteln zwischen Werkstatt und Kunden
Kunden von Mitgliedsbetrieben der Kfz-Innung können bei Unstimmigkeiten eine Schiedsstelle anrufen. Foto: djd/ProMotor

Kunden von Mitgliedsbetrieben der Kfz-Innung können bei Unstimmigkeiten eine Schiedsstelle anrufen. Foto: djd/ProMotor

(djd). Es sind die Ausnahmen von der Regel: Unstimmigkeiten zwischen Werkstatt und Kunde nach dem Kauf eines Gebrauchtwagens oder nach der Durchführung von Reparatur- oder Wartungsarbeiten kommen statistisch nur sehr selten vor. Für den Betroffenen ist der Ärger meist schneller beigelegt, wenn er bei der Wahl seiner Werkstatt oder dem Kauf eines Gebrauchten einen Mitgliedsbetrieb der Kfz-Innung gewählt hat. Denn bereits seit über 40 Jahren betreibt das Kfz-Gewerbe die so genannten Kfz-Schiedsstellen, die Probleme und Missverständnisse in der Regel unkompliziert lösen, ohne dass der Kunde juristische Schritte einleiten muss.

Neutrale Fachleute sorgen für gütliche Einigung

Die Schiedsstellen-Kommission ist zur Neutralität angehalten und entsprechend mit Fachleuten besetzt. Sie wird von einem Vorsitzenden geleitet, der die Befähigung zum Richteramt besitzen muss. Zusätzlich gehören je ein Vertreter des Kfz-Gewerbes und des ADAC sowie ein öffentlich bestellter und vereidigter Kfz-Sachverständiger der Deutschen Automobil-Treuhand (DAT) zur Kommission. Bei Streitigkeiten aus Reparaturaufträgen wird zusätzlich ein Sachverständiger von anerkannten Prüforganisationen wie dem TÜV, der Dekra oder der Gesellschaft für technische Überwachung (GTÜ) hinzugezogen.

Zahl der Streitfälle äußerst gering

Ein Risiko für den Verbraucher gibt es bei der Anrufung der Schiedsstellen nicht: während der Kfz-Betrieb an die Entscheidung gebunden ist, steht es dem Kunden frei, sie zu akzeptieren oder weitere rechtliche Schritte einzuleiten. In der Praxis kommt dies allerdings so gut wie nicht vor. Fast 90 Prozent der rund 12.000 jährlich anfallenden Streitfälle werden bereits im Vorverfahren gütlich und für den Kunden kostenfrei beigelegt. Bei den rund 70 Millionen Serviceaufträgen, die jährlich in den bundesweit über 38.000 Kfz-Meisterbetrieben durchgeführt werden, ist die Zahl der Anträge an die Schiedsstellen damit extrem gering: sie liegt bei gerade einmal 0,02 Prozent. Unter www.kfz-gewerbe.de gibt es weitere Infos und eine Übersicht der Schiedsstellen in Deutschland.

Weitere Informationen: www.kfzgewerbe.de

Fakten in Kürze

Schiedsstelle anrufen: So geht's

Die Mitglieder der Kfz-Innung erkennt man am blauen Schild mit weißem Kreis und dem Schriftzug "Kraftfahrzeug Gewerbe" - nur bei Reparaturaufträgen und Gebrauchtwagenkäufen bei den über 38.000 Mitgliedsbetrieben können die Schiedsstellen angerufen werden. Die Anrufung muss schriftlich und "rechtzeitig" erfolgen. Das heißt möglichst schnell nach Auftauchen der Unstimmigkeit, in der Regel spätestens sechs Wochen danach. Alle Informationen über das genaue Prozedere gibt es unter http://www.kfz-schiedsstellen.de

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verfasst am 03.01.2011

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