Handschrift von Peter Schreyer
Kia Sportage im Test: Deutliche Verbesserung bei Material und Outfit
(djd/iPr). Egal ob im beruflichen Alltag oder in der Freizeit, auf dem Weg in die Oper oder hinaus ins sonnige Wochenende, zum Einkaufen in die Stadt oder mit dem Pferdehänger über das Land: Im Kia Sportage sitzt man eigentlich immer richtig.
Dabei lockt die neue Generation nicht nur mit robuster Allrad-Technik und viel Ausstattung für erfreulich wenig Geld, auch das Erscheinungsbild ist trefflich gelungen, deutlich eleganter als bisher. Kein Wunder, denn Peter Schreyer war hier am Werk, der Deutsche zeichnete einst den Audi TT und den New Beetle von Volkswagen. Seit 2006 ist er Chefdesigner bei Kia, macht dort jetzt die Modelle der koreanischen Marke optisch fit für einen weltweit immer anspruchsvoller werdenden Automarkt.
Von außen tritt der Tiguan-Rivale durch flache Scheiben und die hohe Gürtellinie viel dynamischer auf als bisher. Die Fahrzeuglänge von über 4,4 Meter verschafft den Insassen ausreichend Platz, der Kofferraum übertrifft viele Mitbewerber, bei umgeklappter Rücksitzbank fasst er 1.353 Liter. Trotz sportlicherer Karosse finden innen selbst großgewachsene Fahrer ausreichend Platz. Die Oberflächen wirken nicht nur im Cockpit hochwertig, alles wurde sorgfältig verarbeitet, die Ausstattung ist bestens – die Koreaner haben sich perfekt auf die Vorstellungen hiesiger Autofahrer eingependelt. Dies gilt ebenfalls bei dem wichtigen Thema Sicherheit.
Allrad oder Frontantrieb
Angeboten wird das wendige Multitalent zum Start vorerst als Benziner (163 PS) und Diesel (136 PS), zum Jahresende folgen dann noch der kleinere 1,7 Liter Diesel (ab 21.3000 Euro) und der 1,6 Liter Benzin-Direkteinspritzer (ab 19.950 Euro) – beide übrigens mit Frontantrieb und kraftstoffsparender Start-Stop-Automatik.
Wahlweise ist in den größeren Zweiliter-Varianten neben Frontantrieb auch neuestes 4x4-Know-How an Bord – die Technik echter Offroader. Die optimale Kraftverteilung des permanten Allradantriebs regelt eine ausgefuchste Elektronik. Sie überwacht ständig die Fahrbedingungen und Signale der Fahrzeugsteuerung. Im Gegensatz zu vielen anderen Allradlern kann das hier eingesetzte vollaktive 4x4-System so Veränderungen der Fahrsituation extrem schnell in die erforderliche Traktion umsetzen. Es erhöht zudem die Seitenstabilität in Kurven und verhindert unbeabsichtigtes Über-/Untersteuern durch Verringern der Traktionskräfte an Vorder- wie Hinterachse.
Besseres Material
Ebenso gelungen zeigte sich im Test die Verarbeitung und eine deutlich bessere Materialauswahl als bisher. Selbst auf schlechten Strecken ließ die Verwindungssteifigkeit keine Zweifel aufkommen, Knack- und Rappelgeräusche in der Karosse – nein danke. Der Sportage ist zwar straff abgestimmt, dennoch ausreichend komfortabel zu bewegen, auch auf langen Strecken in Richtung Süden. Selbst bei schneller Fahrt reagiert er gelassen und sicher auf jede zügige Richtungsänderung.
Fazit: Kias Sportage ist ein elegant-dynamisches Multitalent, das sich täglich auf dem Weg zur Arbeit bewährt und zudem den Alltag mit einem gehörigen Schuss Abenteuerlust aufhellt.
Autor: Achim Stahn
Fakten in Kürze
Technische Daten auf einen BlickModell: Kia Sportage 2.0 CRDi AWD ATTRACT
Getriebe: Sechsggang
Antrieb: permanenter Allrad
Motor: Vierzylinder (Euro 5)
Hubraum: 1.995 ccm
Leistung: 100 kW/136 PS
Drehmoment: 319 Nm (1.800 U/min)
CO2-Emission: 149 g/km
0-100 km/h: 11,3 Sekunden
Höchsttempo: 181 km/h
Testverbrauch: 6,7 Liter Diesel
Tankinhalt: 58 Liter
Kofferraum: 564 bis 1.353 Liter
Preis: ab 25.600 Euro
Internet-Infos: http://www.kia.de
Serienausstattung (Auswahl): ABS, sechs Airbags, ESC (elektronische Stabilitätskontrolle), Traktionskontrolle, Bergan- und -abfahrhilfe, Lenkrad höhen-/tiefenverstellbar, Klimaanlage, 4 elektrische Fensterheber, Isofix, 12-Volt Steckdosen, CD-Radio, Colorglas, Bordcomputer, Funk-Zentralveriegelung
Unser Testurteil
Das gefiel besonders:
+ dynamische Optik innen wie außen
+ Schaltpunktanzeige im Cockpit
+ Dieselmotor kräftig und sparsam
+ 7 Jahre Herstellergarantie
+ solide Verarbeitung
+ variabel nutzbarer Passagierraum
+ attraktive Preise
Verbesserungsbedürftig:
– Start-Stop-System nur für die Modelle 1.6 GDI und 1,7 CRDi
– etwas kurze Sitzflächen
– eingeschränkte Sicht nach hinten




















