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Lohnt sich das iPad?

Lohnt sich das iPad? Das iPad zu bedienen, ist kinderleicht. Foto: Lamers
Lohnt sich das iPad? Das iPad zu bedienen, ist kinderleicht. Foto: Lamers

Apples Tablet-Vision iPad konkurriert nicht nur mit anderen Tablet-Computern, sondern auch anderen Geräteklassen. Einen schweren Stand haben Netbooks. Im Wesentlichen kann man diese als geschrumpfte Notebooks bezeichnen, was einige Kompromisse mit sich bringt. Denn nicht nur Abmessungen, Bildschirm und Tastatur schrumpfen, auch die Akkulaufzeit kann ein Problem sein: die meisten Geräte halten maximal vier Stunden durch, das iPad schafft zehn Stunden netzunabhängigen Betrieb. Auch die Monitore haben gegen das brillante Display des iPads das Nachsehen.

Schreiben auf dem iPad

Wer unterwegs viel Schreiben will und muss sollte trotzdem eher zu einem Netbook greifen oder zumindest die virtuelle Tastatur des iPads in die Finger nehmen – mit einer normalen Tastatur ist man im Prinzip schneller. Bei der Software ist das iPad im Vorteil. Über den iTunes Store lassen sich für kleines Geld eine Vielzahl von Apps erwerben, die oft ideal auf das Gerät und seine Multitouch-Fähigkeiten zugeschnitten sind. Vorbild ist hier sicherlich „Pages“, das von Apple selbst stammt und sogar ansprechende Gestaltungen ermöglicht.

Multitasking auf dem iPad

Auf dem Netbook „ärgert“ man sich dagegen mit Programmen herum, die wie die Office-Pakete völlig überdimensioniert für die kleinen Rechner sind. Dafür arbeitet man auch in der Umgebung, die man vom stationären Rechner kennt. Apple hat mit iOS 4.2 im November nachgerüstet – das iPad beherrscht nun auch Multitasking und besitzt eine Druckfunktion.

Lesen auf dem iPad

Ein Einsatzgebiet des iPads hat die Konkurrenz aufgeschreckt: iBooks. Apples Buchladen und Lesesoftware für elektronische Bücher kann mit einem schicken Design überzeugen. Zusätzlich stehen der Kindle-Store, Stanza und andere Anbieter auf dem iPad zur Verfügung – mit TXTR lassen sich die in Deutschland gebräuchlichen E-Books lesen, die mit dem Schutz von Adobe versehen sind - wenn auch qualitativ noch ungenügend.

Multimediale Bücher

Erste elektronische Bücher auf dem iPad nutzen die Multimediafähigkeiten des Gerätes, „Alice im Wunderland“ glänzt mit animierten Elementen. Reine E-Book-Reader können das nicht. Dafür beherrschen sie drei Dinge besser: Die elektronische Tinte ermöglicht ein gestochen scharfes Schriftbild, das zudem die Augen nicht ermüdet – die Schrift wirkt tatsächlich wie gedruckt und braucht auch Umgebungslicht, damit man sie lesen kann. Strom verbrauchen E-Reader nur beim Umblättern, eine Akkuladung hält bis zu 6.000 Seiten. Selbst Vielleser können also einen Urlaub mit dem Gerät verbringen, ohne es ein einziges Mal an die Steckdose anschließen zu müssen – sofern man sich auf das Lesen beschränkt. Das dritte Argument für die E-Reader ist das Gewicht, das weniger als die Hälfte des iPads beträgt – dafür schrumpft der Bildschirm auf die „Taschenbuchgröße“ von 6 Zoll. Geschrumpft ist auch der Preis, mit dem Oyo hat Thalia ein mit aktueller Technik ausgestattetes Gerät für 140 Euro im Angebot. Ein etwas älteres Gerät will Weltbild gar für 100 Euro anbieten. Auch sonst sinken die Preise. Bei Apple steigt man ab 500 Euro ein.

iPad für Spieler

Für Spieler ist die Sache hingegen eindeutig. Weder Netbook noch E-Reader können dem iPad das Wasser reichen, zudem lehrt Apple den Platzhirschen Nintendo und Sony mit ihren tragbaren Spielekonsolen das Fürchten. Das liegt vor allem an den günstigen Preisen für Apps, neben kostenlosem Spielefutter beginnen die Preise bei 79 Cent und liegen fast durchgängig unter 8 Euro.

Das iPad und die Navigation

Für Anwender, die Navigations-Software benötigen, kommt nur das größere iPad-Modell mit Funkverbindung in Frage. Über eine Micro-Simkarte kann man dann auch im Internet surfen, im Gegensatz zum iPhone hat Apple auf einen verbindlichen Anbieter von Anfang an verzichtet. Das Gerät verteuert sich durch dieses Modul um rund 100 Euro.

Fazit: Das iPad im Härtetest

Das iPad bildet eine eigene Geräteklasse – es kann irgendwie alles, nicht alles ganz so gut wie die anderen, dafür das anderes besser. Bei fehlenden Funktionen sollte man genau hinschauen, ob man sie wirklich braucht und Apple sie nicht doch nachrüstet. Der Hersteller pflegt seine Software laufend – das, was da ist, funktioniert auch, ist durchdacht und fast immer etwas eleganter gelöst als bei den Konkurrenten. Lediglich beim Zeitpunkt, wann man ein Gerät erwerben soll, sorgt Apple für Verwirrung. Die nächste iPad-Version wird sicherlich eine Frontkamera für den Videochatdienst Face Time mitbringen, vielleicht auch ein höher auflösendes Display und eine (Video-)kamera auf der Rückseite. Kompass und Gyroskop wären ebenfalls Optionen. Also lohnt sich das iPad? Wer das nicht auf der Wunschliste hat, kann aber beruhigt zuschlagen.

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verfasst am 19.12.2010