Vom Osterhasen und der Auferstehung
2011 fällt das Osterfest auf den 24. April. Es ist die jährliche Gedächtnisfeier der Auferstehung Christi. Die etymologische Herkunft von des Wortes „Ostern“ ist wahrscheinlich auf die Himmelsrichtung „Osten“ zurück zu führen. Es ist der Ort der aufgehenden Sonne. Im Christentum ist es ein Symbol für den „auferstandenen“ Jesus Christus. Obwohl Ostern ein christliches Fest ist, haben die unterschiedlichen Osterbräuche meist heidnische Ursprünge.
Ostern wird seit 1091 gefeiert
Seit 1091 feiern die westlichen Kirchen den österlichen Festkreis. Er beginnt mit dem Aschermittwoch. Die 40tägige österliche Bußzeit, einer Fastenzeit, endet traditionell am Karsamstag. Das Osterfest fällt immer auf einen Ostersonntag. An diesem Tag wird die Auferstehung Christi gefeiert. Der Ostertermin ist immer an den Frühlingsvollmond gebunden. Obwohl Ostern im Gregorianischen Kalender ein variables Datum ist, ist der erste Sonntag nach dem Frühlingsvollmond der Ostersonntag. Die einzige feste Bestimmung des Ostertermins ist der 21. März. Es ist der Tag des Frühlingsanfangs und der Frühlingstagundnachtgleiche.
„Compuitisten“ errechneten im Mittelalter den Termin des Osterfestes
Da Ostern das wichtigste Fest im christlichen Jahreskreis ist, war früher der Ostersonntag der wichtigste Tag im ganzen Jahr. So genannte „Compuitisten“ berechneten im Mittelalter im Auftrag des Papstes mit Hilfe eines „Computus“ die künftigen Osterdaten. Der „Computus“ oder die „Compuististik“ ist das komplizierte mittelalterliche Rechenverfahren um das genaue Osterdatum mit einem festgelegten Algorithmus, der Osterformel, zu bestimmen. Der Begriff „Computer“ für eine komplexe Rechenmaschine ist aus dem mittelalterlichen „Computus“ entstanden, der meist mit dem „Ewigen Kalender“ als eine runde Scheibe dargestellt wurde.
Ostertraditionen weltweit
Ostern wird mit Osterhasen und Ostereiern in Verbindung gebracht. Kinder suchen bunt bemalte Ostereier oder Süßigkeiten, die von einem Osterhasen versteckt werden. Mit bunten Ostereiern werden Zweige in Vasen oder Bäume geschmückt. Ostergebäck gibt es meistens als Kuchen in Hasen- oder Lammform. Rot bemalte hart gekochte Eier, die neues Leben das „Opfer Christi“ symbolisieren, sind häufig in Schweden, Griechenland, Russland und Serbien anzutreffen. Eine kunstvolle Eierbemaltradition ist in den sorbischsprachigen Gebieten Deutschlands in Brandenburg und Sachsen sowie in den slawischen Ländern verbreitet. In England ist der Brauch verbreitet die bunten Ostereier auf abschüssigen Straßen herunterzurollen zu lassen um die ihre Schale zu zerstören. Bei der „Easter Parade“ auf der 5th Avenue in New York City verkleiden sich die Feiernden und fahren wie im Karneval in bunt geschmückten Wagen durch die Straßen der Stadt.
Der „Osterhase“ ist das Symbol für das wichtigste christliche Fest
Die unterschiedlichsten Osterbräuche sind weltweit im christlichen Kulturkreis anzutreffen, wobei sich die deutsche Tradition des „Osterhasen“, der Ostereier im Garten versteckt, sich am Meisten verbreitet hat. Der „Osterhase“ mit den bunt bemalten Eiern ist zum Symbol für das wichtigste christliche Fest geworden. Der Hase steht in der byzantinischen Tiersymbolik für Christus. Wegen seiner hohen Vermehrung ist er ein Symbol für die Fruchtbarkeit und Zeugungskraft. Im Volksglauben ist der Osterhase der Überbringer der Ostereier. Diese Aufgabe hatte der Hase aber nicht immer allein. Der Fuchs, der Hahn, der Kuckuck sowie der Storch übernahmen früher seine Aufgabe. Von Georg Frank von Frankenau, einem Medizinprofessor aus Heidelberg, sind aus dem Jahr 1678 erste Belege eines Osterhasenbrauchs überliefert, der sich erst in Deutschland und dann auf der ganzen Welt verbreitete. Ein Glaube an einen „Osterhasen“ setzte sich jedoch erst im 19. Jahrhundert durch.
Bunt bemalte Eier sind seit der Pharaonenzeit bekannt
Bemalte Eier galten schon während des Urchristentums als ein Sinnbild des Lebens und der Auferstehung. Bereits zur Pharaonenzeit waren farbig bemalte Eier bekannt. Rot als die Farbe des „Blutes Christi“, des Lebens und der Lebensfreude geht bis in das 13. Jahrhundert zurück. Während man in Osteuropa viele goldfarbene Eier vorfindet, haben sich auch andere Farben für das Osterei herausgebildet. Während Rot den „Opfertod Christi“ symbolisiert, steht Gelb für die „Erleuchtung“, Weiß für die „Reinheit“, Grün für die „Unschuld“ und Orange für die „Ausdauer“. 1885 fertigte der russische Hofjuwelier Fabergè für Maria Fjodorowna, der Gattin Alexanders III., ein Osterei an, das ein Kleinod seiner Goldschmiedekunst war. Bis zur Oktoberrevolution in Russland fertigte Fabergè insgesamt 40 Eier an. Heute erzielen diese Kunstwerke Höchstpreise bei Auktionen. Das Auktionshaus Christie’s versteigerte für 12,5 Millionen Euro ein solches Fabergè-Ei, das mit Gold und kostbaren Diamanten verziert ist.
Der „Schoko-Osterhase“ ist das Saisonprodukt für die Süßwarenindustrie
Heute ist das Osterfest für die Industrie und den Konsumgüterhandel ein wichtiges Datum. Umsätze in Milliardenhöhe werden unter anderem mit speziellen Osterartikeln erzielt. Die Schokoladenhersteller stellen als Saisonartikel millionenfach produzierte Weihnachtsmänner oder Osterhasen her, die in vollautomatischen Produktionsanlagen produziert werden. Hier wird die Schokolade zuerst in zwei Formenhälften gefüllt. Die anschließend überlagerten rotativen Bewegungen ausgesetzt sind. Nach dem Erstarren entsteht der beliebte „Schoko-Osterhase“, der in der Zeit vor dem Osterfest fast überall zu erstehen ist.
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verfasst am 20.04.2011

























