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Artikel vom 20.09.2017

Blutzucker senken: 6 Tipps für Typ-2-Diabetiker

Bewegung hilft, den Blutzucker zu senken.
Bewegung ist ein wichtiger Baustein der Diabetes-Typ-2-Therapie. Neben Ausdauersportarten tun auch regelmäßige Spaziergänge gut. Foto: djd/diabetes-behandeln.de/MAST - Fotolia

Typisches Merkmal von Diabetes Typ 2 ist ein dauerhaft erhöhter Blutzucker. Dieser schädigt Nerven und Gefäße und kann zu gefährlichen Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, diabetischem Fuß, Nierenschäden und Augenerkrankungen bis hin zur Erblindung führen. Ziel der Therapie ist es deshalb, den Blutzucker zu senken und möglichst normale Werte zu erreichen. Ein entscheidender Parameter dabei ist der HbA1c-Wert. Er ist quasi das Langzeitgedächtnis für den Blutzuckerspiegel, weil er von den mittleren Blutzuckerwerten der letzten acht bis zwölf Wochen abhängt. Mit folgenden Maßnahmen können Patienten in Zusammenarbeit mit ihrem Arzt ihren Blutzucker senken.

1. Tipp: Zielwert festlegen

Nach der Bestimmung des HbA1c-Werts vereinbaren Arzt und Patient einen persönlichen Zielwert, der erreicht werden soll. Dieser liegt laut Leitlinie in der Regel zwischen 6,5 und 7,5 Prozent, kann jedoch, zum Beispiel abhängig von Alter und Gesundheitszustand, auch höher sein.

2. Tipp: Bewegung

Regelmäßige Bewegung und Sport können den HbA1c-Wert beeinflussen. So kann er durch Ausdauertraining um etwa 0,7 Prozent abgesenkt werden, durch Krafttraining bei gleicher Intensität um etwa 0,5 Prozent. Durch regelmäßigen Sport wird Fett ab- und Muskelmasse aufgebaut und die Insulinsensibilität der Zellen verbessert. Für das Training sollte man sich mehrmals pro Woche Zeit nehmen. Als Ausdauersportarten sind zum Beispiel Jogging, Walking, Radfahren oder Schwimmen geeignet. Die Pause zwischen den Einheiten sollte nicht länger als zwei Tage dauern, da der Effekt auf den muskulären Zuckerstoffwechsel nur bis zu 48 Stunden anhält.

Blutzucker senken kann mit einer Ernährungsumstellung gelingen.
Für eine Ernährungsumstellung können eine Beratung oder ein spezieller Kochkurs sinnvoll sein. Foto: djd/diabetes-behandeln.de/nyul - Fotolia

3. Tipp: Ernährung

Mit einer Umstellung der Ernährung kann der Verlauf der Erkrankung positiv beeinflusst werden. Hierbei spielen sowohl die häufig notwendige Gewichtsabnahme als auch die richtige Zusammensetzung der Kost eine Rolle. So sollten Kohlenhydrate, die den Blutzucker schnell ansteigen lassen, wie Zucker, Süßigkeiten oder gezuckerte Getränke, sparsam konsumiert werden. Gemüse, Hülsenfrüchte, fettarme Milch und Vollkornprodukte enthalten dagegen Kohlenhydrate, die erst aufgespalten werden müssen und den Blutzuckerwert nur langsam erhöhen. Sie sollten bevorzugt verzehrt werden. Bei Fetten sind pflanzliche Öle wie Oliven- und Leinöl zu bevorzugen und fettes Fleisch, fetter Wurst- und Käseaufschnitt, Chips und Fertiggerichte möglichst zu meiden. Mehr Ernährungstipps und Rezepte gibt es hier.

4. Tipp: Medikamente konsequent einnehmen

Reichen die Lebensstiländerungen nicht aus, um den Blutzucker zu senken, wird üblicherweise eine Behandlung mit Medikamenten erfolgen. Erstes Mittel ist hierbei in der Regel Metformin. Bei Unverträglichkeit oder ungenügender Wirkung können zum Beispiel moderne DPP-4-Hemmer wie Sitagliptin zum Einsatz kommen. Wenn der Blutzucker mit Tabletten nicht ausreichend gesenkt werden kann, kann Insulin verordnet werden. Patienten sollten die Mittel immer nach Vorschrift einnehmen und nicht eigenmächtig absetzen oder die Dosis ändern.

Blutzucker senken gelingt mit einer gesunden Ernährung.
Eine gesunde Ernährung mit viel pflanzlicher Kost und wenig schnell verfügbaren Kohlenhydraten kann dazu beitragen, den Blutzuckerspiegel zu senken. Foto: djd/diabetes-behandeln.de/contrastwerkstatt - Fotolia

5. Tipp: Schulungen wahrnehmen

Da es nicht immer einfach ist, den Lebensstil zu ändern, kann eine Schulung durch Profis helfen. Sie klären über Risikofaktoren, Ernährung, Bewegung, Haut- und Fußpflege, die Wirkung von Medikamenten und andere Fragen auf. Auch die Selbstmessung des Blutzuckers kann erlernt werden. Auskunft zu entsprechenden Angeboten am Wohnort können der behandelnde Arzt oder die Krankenkasse geben.

6. Tipp: Regelmäßig zu Kontrolle

Alle drei Monate sollte der HbA1c-Wert geprüft und zusammen mit Blutdruck und Körpergewicht in den Diabetespass eingetragen werden. Dann wird mit dem Arzt das weitere Vorgehen besprochen.

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