Bockshornklee – den Körper stärken mit der Hilfe der Natur
Die Heilkräfte der Natur wirken oft viel schonender und nachhaltiger auf den menschlichen Organismus, als rein chemisch hergestellte Arzneien. Sie sorgen dafür, dass sich unser Körper in Ruhe stabilisieren und genesen kann, ohne ihn dabei zu sehr zu belasten.
Ätherische Öle, Samen und Blätter verschiedener Heilkräuter sind neben der Schulmedizin also eine durchaus sinnvolle Therapieform.
Jedoch sollte man auch hier immer Rücksprache mit seinem behandelnden Arzt halten, denn nicht jeder kann im gleichen Maß davon Gebrauch machen. So gibt es Kräuter, die man beispielsweise in der Schwangerschaft nicht medizinisch verwenden sollte, da sie zum Beispiel geburtseinleitende Wirkung haben.
Eines dieser sonst sehr wirkungsvollen und vielseitigen Heilkräuter ist der sogenannte Bockshornklee (Trigonella foenum - graecum) auch bekannt als griechisches Heu. Bockshornklee ist eine bereits sehr alte Kulturpflanze. Ihren Beinamen „griechisches Heu“ trägt sie, da man das Kraut der Pflanze auch dazu genutzt hat, es unter das Heu von Pferden zu mischen.
Philosophenklee
Ihren Ursprung fand dieser Schmetterlingsblütler in Indien und war dort bereits im Altertum sehr bekannt. Auch die alten Ägypter wussten um die Heilkräfte dieser Pflanze, deren Samen und Blätter vor allem zur Unterstützung der Genesung, zur Förderung der Gewichtszunahme sowie in Verbindung mit Gewürzmischungen verwendet wurden und noch heute werden. Im Grab von Tut Ench Amun fand man als Beigabe unter anderem auch die Samen des Bockshornklees.
In der Antike pflegten die Philosophen die Bockshornklee-Samen im Mund zu kauen, woher der Bockshornklee auch einen weiteren Namen trägt – Philosophenklee.
Heutzutage ist die Pflanze vor allem im nordamerikanischen und östlichen Mittelmeer-Raum heimisch. In der Mittelmeerregion wächst das Heilkraut sogar in freier Natur. Hauptimport-Länder sind unter anderem China, Marokko, Indien, Ägypten und die Türkei.
Beliebt sogar bei den „ganz großen“ Heilpraktikern
Auch bei bekannten Heilkundlern, wie Pfarrer Kneipp und Hildegard von Bingen fand der Bockshornklee in verschiedenen Darreichungsformen seine Anwendung. Kneipp nutzte ihn unter anderem in Breiform als Mittel gegen Hauterkrankungen wie z. B. Ekzeme. Hildegard von Bingen erwähnte ihn in ihren Werken als Fenigrecum und nutze ihn unter anderem gegen Fieber.
Auch heute noch verwendet man ihn vor allem für die Behandlung von entzündlichen Erkrankungen der Haut.
Kurze Pflanzenkunde
Der Bockshornklee gedeiht einjährig und wird bis zu 60 cm hoch. Er besitzt eiförmige Blätter, welche jedoch in umgekehrter Weise am Stil befestigt sind. Die Blüten sind in einem hellen Gelb und teils violett getaucht. Für den medizinischen Einsatz verwendet man die harten Samen der Pflanze. Diese werden jedoch getrocknet, bevor sie weiterverwendet werden. Obwohl es sich immer um den Bockshornklee handelt, ist die Zusammensetzung der enthaltenen Inhaltsstoffe stark schwankend. Enthalten sind jedoch vor allem Eiweißstoffe, Öl (sehr fetthaltig), Bitterstoffe, sogenannte Steroidsaponine, Flavonoide, ätherische Öle.
Die Anwendung von außen
Bei der Anwendung von außen nutzt man das aus den Samen gewonnene Pulver und bereitet daraus einen Umschlag für die Haut. Er kann dabei unterstützen im Körpergewebe enthaltene, überschüssige Flüssigkeit aufzunehmen, da er ein sehr großes Fassungsvermögen besitzt. Das heißt, er kann besonders viel Flüssigkeit in sich aufnehmen, was bei der Behandlung von Geschwüren, Schwellungen der Gelenke und Ekzemen sehr hilfreich sein kann. Aber auch bei leichteren Leiden, wie einer Nagelbettentzündung kann man in zusätzlich anwenden.
Die Anwendung von innen
Wendet man den Bockshornklee innerlich an, so verwendet man ihn beispielsweise als Tonikum oder Tee. Hierbei hat er eine allgemein stärkende Wirkung auf den Organismus. Er unterstützt sowohl die Verdauung als auch die Linderung von Katarrhen in den oberen Atemwegen, man sagt ihm allerdings auch fettsenkende Wirkung als auch positive Auswirkungen auf den Blutzucker und den Tonus des Herzens nach.
Unterstützende Wirkung für Mütter
Bereits seit 1945 weiß man um die förderliche Wirkung von Bockshornklee auf die Bildung von Muttermilch. Er unterstützt die Milchbildung und man vermutet, dass dies mit dem hohen Saponin-Gehalt zusammenhängt. Der menschliche Körper kann außerdem Zink und Kupfer besser verwerten. Zusätzlich zur Milchbildung sagt man ihm außerdem eine wehenfördernde Wirkung nach.
Während der Schwangerschaft sollte auf die medizinische Anwendung von Bockshornklee jedoch verzichtet werden, denn seine Inhaltsstoffe können Kontraktionen in der Gebärmutter auslösen und somit unter Umständen viel zu früh eine Geburt einleiten. In jedem Fall sollte die Verwendung vorher mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden, um eventuelle Begleiterscheinungen und Risiken abzuklären.
Hilfe bei hormonell bedingtem Haarausfall
Der Sauerstoffgehalt im Körper steigt durch die Einnahme von Bockshornkleesaat an und ein damit zusammenhängendes besseres Wachstum des Haares bzw. dessen Follikel ist damit verbunden, was vermutlich auf die bessere Versorgung der Haarwurzeln mit wichtigen Nährstoffen einhergeht. Auch die Intensität der Haarfarbe kann mit der Einnahme von Bockshornklee positiv beeinflusst werden.

- Bockshornklee (Trigonella foenum - graecum) auch bekannt als griechisches Heu.
Bockshornklee für die Verdauung
Bereitet man einen Aufguss aus den Samen des Bockshornklees, so eignet sich dieser bei Beschwerden bzw. Entzündungen des Verdauungstraktes. Seine entzündungshemmenden Eigenschaften helfen außerdem bei allgemeinen Verdauungsstörungen und Appetitlosigkeit. Bei Menschen mit allgemein eher schwachem Immunsystem kann er unterstützend wirken, um die Genesung und eine Allgemeinschwäche abzubauen.
Gut für die Haut
Wer mit schwer heilender Haut oder akuten Hautproblemen zu kämpfen hat, für den kann Bockshornklee ebenfalls eine gute Alternative sein. Trägt man äußerlich eine Paste aus den Samen auf die betroffenen Stellen auf, wirken seine entzündungshemmenden Eigenschaften unter anderem Furunkeln, Abszessen und offenen Beinen entgegen. Nützlich ist er aber auch bei einer typischen Begleiterscheinung im Winter – aufgesprungenen Händen und Lippen.
Welche heilenden Eigenschaften besitzt Bockshornklee außerdem?
Wie viele andere Heilkräuter in der Natur kann man sich den Bockshornklee auf verschiedene Weise nützlich machen. So wirkt er beispielsweise hilfreich bei Erkältungskrankheiten, wie Husten, Halsschmerzen und Bronchitis. Seine schleimlösende Wirkung verhilft dem Körper dazu sich besser erholen zu können, außerdem regt er die körpereigene Blutbildung an. Des weiteren schreibt man dem Bockshornklee heilende Wirkung bei Blasenentzündungen, Geschwüren, Lymphdrüsenschwellungen und sogar einer bestehenden sogenannten Östrogen-Dominanz zu.
Bockshornklee bei Bluthochdruck und Diabetes mellitus
Zwei der häufigsten Beschwerden in unserer modernen Gesellschaft sind Bluthochdruck und Diabetes. Forscher haben Tests mit Bockshornklee durchgeführt, bei denen mithilfe des Bockshornklees der Blutzuckerspiegel erfolgreich gesenkt werden konnte. Grund dafür ist eine spezielle Aminosäure, das sogenannte 4-Hydroxy-Isoleucin. Erste positive Ergebnisse wurden hier beim Diabetes Typ I erreicht.
Bei Bluthochdruck wirkt sich der Umstand, dass Bockshornklee die Arterien erweitern kann, positiv auf den Blutdruck aus. Er besitzt also auch eine gewisse blutdrucksenkende Wirkung.
Doch auch wenn Bockshornklee eine wahre kleine natürliche Apotheke zu sein scheint. Denn er enthält neben vielen Schleimstoffen, Phosphor und Ölen auch wichtige Vitamine, wie A und D sowie den Stoff Cholin. Eine ausgewogene und gesunde Ernährung mit ausreichend Bewegung kann auch Bockshornklee nicht ersetzen. Als unterstützendes Mittel, gegen das ein oder andere Wehwehchen kann man so dem Körper jedoch sinnvoll und möglichst schonend unter die Arme greifen.
Wichtig für Schwangere – auf Bockhornklee in der Schwangerschaft lieber verzichten
Während der Schwangerschaft sollte auf die medizinische Anwendung von Bockshornklee jedoch verzichtet werden, denn seine Inhaltsstoffe können Kontraktionen in der Gebärmutter auslösen und somit unter Umständen viel zu früh eine Geburt einleiten. Nach der Schwangerschaft kann er jedoch helfen, die Milchsekretion anzuregen. In jedem Fall sollte die Verwendung vorher mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden, um eventuelle Begleiterscheinungen und Risiken abzuklären.
In der Küche
Ein intensives Aroma zeichnet den Bockshornklee als Gewürz aus. Er wird vorwiegend in der nordafrikanischen, südindischen und spanischen Küche verwendet, jedoch auch bei der Herstellung türkischer Gerichte. In Europa ist er bislang noch eher seltener zu finden, erfreut sich jedoch einer wachsenden Beliebtheit. So wird er in Südtirol für die Zubereitung von Käse und Brot genutzt oder frisch in Form von Salaten gereicht.
In Deutschland kommt Bockshornklee am ehesten in gemischter Form vor, das heißt, meist ist er Bestandteil von Currygewürzmischungen. Der Geruch von Bockshornklee kommt unserem heimischen Liebstöckel sehr nah. Geschmacklich ist er eher bitter und wird daher im europäischen Raum eher als unangenehm empfunden. Doch wie auch bei anderen bitteren Aromen, zählt auch hier die Komposition aller Gewürze und natürlich die Herstellung eines dazu passenden Gerichts. Richtig eingesetzt erfreut er also auch unseren Gaumen und tut gleichzeitig unserem Körper gut.
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verfasst am 03.09.2012




































