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Audiotherapie bei Restless Legs Syndrom (RLS)

Restless Legs Syndrom (RLS): Rund zehn Prozent der Deutschen leiden darunter. Eine Audiotherapie kann helfen. Foto: djd/Infrasonics
Restless Legs Syndrom (RLS): Rund zehn Prozent der Deutschen leiden darunter. Eine Audiotherapie kann helfen. Foto: djd/Infrasonics

Nachts, wenn der Körper zur Ruhe kommt, fängt es an: In den Beinen kribbelt oder zieht es, sie scheinen sich weiter bewegen zu wollen. Hinter diesen Symptomen steckt keine einfache Befindlichkeitsstörung, sondern das so genannte Restless Legs Syndrom (RLS). Es tritt meist in den mittleren Jahren auf und verschlimmert sich mit der Zeit. "RLS ist eine Krankheit, die das Leben völlig aus dem Gleichgewicht bringen kann", sagt Lilo Habersack, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Restless Legs Vereinigung. Rund zehn Prozent der Deutschen leiden unter RLS, und in der Selbsthilfeorganisation von Lilo Habersack sind 4.500 RLS-Patienten zusammengeschlossen. Der Leidensdruck der Betroffenen ist oft so groß, dass auf vielen Wegen nach Lösungen gesucht wird. Denn die Ursachen für das Restless Legs Syndrom sind noch nicht klar. "Verschiedene Auslöser werden vermutet, unter anderem ein ererbter genetischer Defekt", erklärt Lilo Habersack.

RLS: Beruhigende Fußbäder und Massagen

Sie sieht es als wichtige Aufgabe der Selbsthilfeorganisation an, Wissenschaft und Forschung zu unterstützen - zum Beispiel durch die Gründung einer Hirngewebebank, bei der gespendetes Hirngewebe analysiert wird. Auf diese Weise sollen genauere Diagnoseverfahren ebenso möglich werden wie die Entwicklung wirksamer Medikamente. Derzeit gilt bei RLS die Behandlung mit so genannten dopaminergen Substanzen als vielversprechend. Diese gleichen die Konzentration des natürlichen Botenstoffs Dopamin im Körper aus. "Auch Opiate können wirksam sein", sagt Lilo Habersack. Ihre RLS-Vereinigung empfiehlt überdies, die Beine zu massieren und zu bürsten. Kalte Fußbäder oder Kniebeugen können zudem die Beschwerden lindern.

Erfolgreiche Tests mit einer Audiotherapie

Ein weiteres Verfahren ohne Nebenwirkungen hat sich nun als erfolgreich bei der Bekämpfung der hartnäckigen Schlafprobleme erwiesen, unter denen die meisten RLS-Patienten leiden: Es ist eine Audiotherapie. Bei der Audiotherapie werden über ein spezielles Gerät zwei leicht unterschiedliche Töne gespielt. Das Hirn gleicht diese Unterschiede aus, pulsiert ruhiger und pendelt sich dadurch auf den Schafrhythmus ein. Durch diese Audiotherapie setzt das Schlafsystem Inpulser an einer zentralen Schwierigkeit vieler RLS-Patienten an: "Selbst wenn die Medikamente bei ihnen wirken, hat ihr Gehirn verlernt, sich auf die für den Schlaf nötigen Schwingungen einzustellen", erläutert Lilo Habersack. Dass die Audiotherapie via Inpulser in dieser Situation helfen kann, hat sich während einer halbjährigen Testphase mit 135 RLS-Patienten gezeigt: Bei mehr als 70 Prozent der Testpersonen verbesserte sich der Schlaf deutlich, der Körper kam zur Ruhe.

 

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verfasst am 22.07.2011