Tiere
Artikel vom 03.03.2015

Die 10 häufigsten Fehler bei der Hundeerziehung

Hundetrainerin Heika Schröter erklärt die häufigsten Fehler bei der Hundeerziehung. Foto: djd/Hundeschule Halstenbek-Rellingen
Hundetrainerin Heika Schröter erklärt die häufigsten Fehler bei der Hundeerziehung. Foto: djd/Hundeschule Halstenbek-Rellingen

Rund sechs Millionen Hunde leben unter deutschen Dächern. Doch nicht immer ist die Beziehung zwischen Zwei- und Vierbeiner so harmonisch, wie es sich der Mensch gewünscht hat, als der niedliche Welpe in die Familie kam. Wesentlichen Anteil an einem harmonischen Zusammenleben zwischen Mensch und Tier hat eine gründliche Hundeerziehung.

Was bei der Hundeerziehung schief gehen kann

"Häufig wird schon bei der Anschaffung des Hundes der Fehler schlechthin begangen", weiß Heika Schröter, die in Rellingen bei Hamburg eine Hundeschule betreibt. "Denn wenn der Hund vom Typ und Charakter oder seine rassespezifischen Eigenschaften nicht zu seinen Menschen passen, sind die Probleme quasi schon vorprogrammiert." So würden Couchpotatoes niemals mit einem lauffreudigen Husky glücklich werden und passionierte Radler hätten nur mäßigen Spaß an Touren mit einer französischen Bulldoge, die unterwegs besser im Fahrradkorb untergebracht wäre. Doch auch wenn Hund und Mensch optimal zusammen passen, kann bei der Erziehung einiges schiefgehen. Zusammen mit der erfahrenen Hundetrainerin haben wir die häufigsten Fehler bei der Hundeerziehung für Sie zusammengefasst:

Ein Hund sollte stets ein Hund bleiben und nicht vermenschlicht werden. Foto: djd/Hundeschule Halstenbek-Rellingen
Ein Hund sollte stets ein Hund bleiben und nicht vermenschlicht werden. Foto: djd/Hundeschule Halstenbek-Rellingen
Nicht nur die Rute gibt Auskunft über das Befinden des Hundes. Ohrenstellung und Gesichtsausdruck liefern oft viel bessere Hinweise. Foto: djd/Hundeschule Halstenbek-Rellingen
Nicht nur die Rute gibt Auskunft über das Befinden des Hundes. Ohrenstellung und Gesichtsausdruck liefern oft viel bessere Hinweise. Foto: djd/Hundeschule Halstenbek-Rellingen

Vermenschlichung des Vierbeiners

Natürlich gehört der Vierbeiner zur Familie, doch auch als Familienmitglied bleibt er stets ein Hund. Weil die Fellnasen im Hier und Jetzt leben, verknüpfen sie ihre Gefühle jeweils mit dem, was gerade passiert. Wenn Sie also einen verängstigten Hund wie ein kleines Kind beruhigen und streicheln, schließt er daraus, dass seine Angst berechtigt ist und er wird in ähnlichen Situationen wieder mit Angst reagieren. Bleiben Sie also gelassen und signalisieren Sie dem Hund damit, dass es keinen Grund zum Fürchten gibt.

Inkonsequenz

Konsequenz ist das oberste Gebot bei der Hundeerziehung. Einmal aufgestellte Regeln müssen in jedem Fall eingehalten werden. Wenn Sie zum Beispiel nicht wollen, dass Ihr Hund am Tisch bettelt, geben Sie ihm mit einem deutlichen "Aus" zu verstehen, dass Sie sein Verhalten nicht tolerieren. Hat er auch nur einmal Erfolg damit, wird er verknüpfen, dass sich "betteln" sehr wohl lohnen kann.

Das richtige Timing

Die Erziehung des Vierbeiners erfolgt hauptsächlich über das Belohnen. Das heißt: Macht er etwas richtig, wird er mit einem Leckerli, mit Streicheln oder einem Spiel positiv bestätigt. Die Anerkennung muss aber unmittelbar auf das richtige Verhalten folgen, damit der Hund das Geschehene auch verknüpfen kann. Denn wenn man nicht aufpasst, kann es passieren, dass man falsches Verhalten versehentlich belohnt. So kommt es zum Beispiel schnell zu einer falschen Verknüpfung, wenn Sie Ihren Hund unbewusst streicheln, wenn er Sie anspringt.

Den Hund zutexten

Ihrem Hund müssen Sie nichts erklären, denn mit Aussagen wie "Was hast Du denn da schon wieder gemacht?" kann er nichts anfangen. Hunde brauchen klare Ansagen, die - freundlich, aber bestimmt - mit einem Wort sagen, was Sie von ihm erwarten. Vermeiden Sie auch die Doppelnennung von Kommandos. Rufen Sie also unterwegs nicht ständig "hier", sonst wird Ihr Hund das Kommando nicht mehr als solches ansehen.

Kontakt zu Artgenossen

Eine mangelnde Sozialisierung des Hundes im Welpenalter kann später zu Konflikten führen. Daher ist es besonders wichtig, dass der junge Hund in der Sozialisierungsphase zu möglichst vielen Artgenossen Kontakt erhält. Positive Erfahrungen, die der Welpe mit anderen Hunden macht, wirken sich auf sein ganzes Leben aus. Leinenkontakte sollte man dagegen auch mit dem erwachsenen Hund vermeiden. Ein angeleinter Hund könnte krank, läufig, alt, ängstlich, unsicher, aggressiv oder im Training sein. Deshalb gilt: Ist ein Hund angeleint, müssen freilaufende Hunde zurückgerufen werden, um Konflikte zu vermeiden. Erfahrene Hundehalter signalisieren mit einem gelben Band am Halsband oder der Leine, dass kein Kontakt zu anderen Hunden gewünscht wird.

Falsche Beschäftigung

Nur Spazierengehen ist für gesunde Hunde im besten Alter zu wenig. Laufen und toben Sie also regelmäßig mit ihrem Hund und haben Sie gemeinsam Spaß. Die Annahme, einen Hund mit ständigen Ballspielen auszulasten, ist aber falsch - das macht aus ihnen nur Ball-Junkies. Beschäftigung über die Nase dagegen lastet jeden Hund aus. Lassen Sie ihn unterwegs Apporte oder Leckerlies aufspüren oder machen Sie mit ihm ein Fährten- oder Mantrailing-Training. Sie werden sehen: Nach einer Stunde Nasenarbeit ist er genauso ausgepowert wie nach drei Stunden, in denen er nur dem Ball nachgehetzt ist.

Allein bleiben

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr - das gilt auch für den Hund. Hat er im Welpenalter nicht gelernt, mal allein zu bleiben, wird er auch als erwachsener Hund jaulen, sobald Herrchen oder Frauchen nicht da sind. Gewöhnen Sie Ihr Hunde-Kind rechtzeitig daran und beginnen Sie mit 10-Minuten-Takten, die Sie langsam verlängern.

Grob werden

Den Hund für richtiges Verhalten zu belohnen, ist generell besser, als ihn zu bestrafen. Man erreicht nichts, wenn man den Hund mit der Zeitung oder der Leine schlägt. Auch übermäßiges Reißen an der Leine führt nicht zum gewünschten Erfolg, denn ein grober Umgang könnte die Bindung zwischen Hund und Mensch zerstören und zu einer Verschlechterung des Verhaltens führen.

Nicht lesen können

Hunde können ihren Menschen wunderbar lesen, umgekehrt ist das leider nicht immer der Fall. So wird häufig das Wedeln mit der Rute als Zeichen der Freude gewertet. Wedeln kann aber auch Unsicherheit oder eine Vorstufe der Aggression signalisieren. Sie sollten also immer den ganzen Hund betrachten. Ohren- und Beinstellung, ein gesträubtes Fell, eine gekräuselte Nase oder das typische Spielgesicht geben wesentlich besser Aufschluss darüber, ob das vierbeinige Familienmitglied wirklich nur spielen will.

Falsche Hilfsmittel

Für Hunde, die stark an der Leine ziehen, werden so genannte Erziehungsgeschirre angeboten. Häufig verursachen die Brustriemen jedoch Schmerzen, so dass der Hund eine Meidestellung einnimmt. Aber auch mit einem Stachelhalsband, das verharmlosend gerne Dressurhalskette genannt wird, geht der Hund nur bei Fuß, weil er Schmerzen hat. Beide Hilfsmittel sind deshalb völlig ungeeignet für die Hundeerziehung.

Nasenarbeit - Suchspiele für Hunde

Ein Suchspiel ist eine anspruchsvolle und erschöpfende Beschäftigung für jeden Hund. Ob draußen oder drinnen, wie es ganz einfach mit ein paar Leckerlies geht, zeigt diese Videoanleitung:

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