Familienleben
Artikel vom 17.06.2015

Zuschüsse für Familien - Nachhilfe ermöglichen

Selbstverständlich kann in Deutschland jedes Kind die allgemeinbildenden Schulen besuchen. Sind die Noten gut genug, können auch die Kinder von weniger gut gestellten Familien ihr Abitur machen und anschließend studieren. Doch was geschieht, wenn die Noten mal nicht so gut sind, wie sie sein könnten? Nachhilfe kann seit der Einführung des Bildungspakets "Bildung und Teilhabe" im Jahr 2011 auch Kindern aus Familien mit geringem Einkommen helfen, vorübergehende Leistungstiefs zu überwinden. Hier finden Sie mehr Informationen zu den Zuschüssen für Familien und wie diese sich zum Beispiel für eine qualifizierte Nachhilfe in Anspruch nehmen lassen.

Wenn die Versetzung gefährdet ist, kann Nachhilfe die Chancen auf bessere Noten verbessern. Foto: djd/Studienkreis
Wenn die Versetzung gefährdet ist, kann Nachhilfe die Chancen auf bessere Noten verbessern. Foto: djd/Studienkreis

Bildungspaket ermöglicht Zuschüsse für sozialschwache Familien

Das Bildungspaket des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales ist die Grundlage dafür, dass Kinder und Jugendliche aus sozialschwachen Familien die gleichen Bildungschancen haben wie ihre Altersgenossen aus besser gestellten Familien. Die Schüler können so zum Beispiel an Klassenreisen oder an Schulausflügen teilnehmen. Auch eine Vereinsmitgliedschaft können sie nutzen. Diese Freizeitaktivitäten wären vielen Kindern sonst verwehrt, was ihre Eingliederung in den gemeinsamen Schulalltag erheblich erschweren kann.

Zertifizierte Nachhilfeinstitute

Auch für den individuellen Schulbedarf und zur Unterstützung auf dem Weg zu besseren Noten können die Mittel aus dem Bildungspaket eingesetzt werden. Die Inanspruchnahme von Nachhilfe in zertifizierten Nachhilfeinstituten wie beispielsweise dem Studienkreis ist eine Möglichkeit, den Schulerfolg zu verbessern. "Dieses Paket wurde für Kinder und Jugendliche geschnürt, deren Eltern Sozialleistungen beziehen", erklärt Max Kade, der pädagogische Leiter des Instituts.

Nachhilfe, Klassenfahrten, Schulausflüge - die schulische Entwicklung eines Kindes zu fördern, ist kostspielig. Foto: djd/Studienkreis
Nachhilfe, Klassenfahrten, Schulausflüge - die schulische Entwicklung eines Kindes zu fördern, ist kostspielig. Foto: djd/Studienkreis

Zuschüsse für Familien: Wer kann eine Förderung für die Nachhilfe beantragen?

Berechtigt sind Kinder und Jugendliche aus Familien,

  • die Arbeitslosengeld II,
  • Leistungen nach § 2 AsylbLG (Asylbewerberleistungsgesetz),
  • Kinderzuschlag,
  • Wohngeld,
  • Sozialgeld oder
  • Sozialhilfe

beziehen.

2,5 Millionen Mädchen und Jungen sind in Deutschland davon betroffen.

Wann werden die Schüler gefördert?

Damit die Schüler das Bildungspaket nutzen können, muss die Schule erstens den Bedarf an Lernförderung bestätigen. Zweitens darf es keine mit der geplanten Maßnahme vergleichbaren schulischen Angebote geben, die die Schüler in Anspruch nehmen könnten. Die Lernförderung kann insbesondere dann genutzt werden, wenn die Versetzung in Gefahr ist. Das ist allerdings nicht das alleinige Kriterium. Vielmehr hat der Gesetzgeber als Maßstab gesetzt, dass ein ausreichendes Lernniveau erreicht wird. Können Schüler ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern, kann das ebenfalls ein Grund sein, der für die Förderung spricht.

Max Kade, der pädagogische Leiter des Studienkreises, erklärt, unter welchen Bedingungen Schüler gefördert werden. Foto: djd/Studienkreis
Max Kade, der pädagogische Leiter des Studienkreises, erklärt, unter welchen Bedingungen Schüler gefördert werden. Foto: djd/Studienkreis

Die richtigen Ansprechpartner

Die Antragsteller wenden sich normalerweise an die Stelle, von der sie Sozialleistungen erhalten. Demzufolge ist das Jobcenter meistens die richtige Anlaufstelle für alle Familien, die Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld bekommen. Wer Leistungen nach dem AsylbLG, Sozialhilfe, Wohngeld oder den Kinderzuschlag bekommt, wendet sich an die Kreise oder an die kreisfreien Städte, die ihn dann an die zuständigen Ansprechpartner verweisen.

Einfache Antragstellung der Zuschüsse

Die Antragstellung ist nicht kompliziert und muss nur einmal erfolgen. Für manche Leistungen muss ein zusätzlicher Antragsbogen ausgefüllt werden. Bei der Nachhilfe beispielsweise ist das der Fall. Besteht nach dem Ablauf des Bewilligungszeitraums weiterer Förderbedarf, muss die Schule das bestätigen. Dann muss einfach ein Folgeantrag gestellt werden. Das sollte man aber rechtzeitig tun, denn die Bearbeitung kann schon mehrere Wochen dauern. Ist der Antrag bewilligt, übernehmen die Bezirksämter oder Kreise die Kosten, indem sie zum Beispiel Gutscheine ausgeben oder dem Anbieter das Geld direkt überweisen.