Familienleben
Artikel vom 15.02.2016

Diamant aus Asche: Neue Form der Trauerkultur

Drei Diamanten aus Asche verstorbener Angehörigen.
Erinnerungsdiamanten sind eine ganz besondere Form, sich an einen lieben Verstorbenen zu erinnern. Foto: djd/Algordanza Erinnerungsdiamanten

Der Bestattungsmarkt erlebt einen anhaltenden Trend - weg von den traditionellen Bestattungsformen hin zu individuellen Gedenk- und Erinnerungsformen. Die Gründe sind vielfältig: Dazu zählen die steigende Mobilität, der Wunsch nach mehr Individualität und nicht zuletzt auch das wachsende Angebot an Dienstleistungen auf dem Erinnerungsmarkt. Vor über zehn Jahren entstand beispielsweise in der Schweiz die Idee, aus der Kremationsasche etwas ganz Besonderes zu machen - einen Diamanten aus Asche. Seitdem ist die Diamantbestattung als eine persönliche und besondere Art der Bestattung möglich und hat sich zu einer festen Größe unter den Bestattungsarten etabliert.

Tipp 1: Achten Sie beim Diamant aus Asche auf einen transparenten Herstellungsprozess

Der Diamant aus Asche als außergewöhnliche Gedenkform spricht die Hinterbliebenen an. Das Unternehmen stellt die Diamanten in der Schweiz in der eigenen Manufaktur her und lädt Interessierte ein, die Entstehung mit eigenen Augen zu sehen und zu verstehen. Die Maschinen wurden speziell für die Bedürfnisse der Diamantbestattung entwickelt. Im ersten Schritt wird der Verstorbene in Deutschland durch den örtlichen Bestatter eingeäschert, dann wird die Urne in ein Labor in der Schweiz gebracht. Bei sehr hohen Temperaturen und unter hohem Druck kann der Kohlenstoff aus der Kremationsasche in einen Rohdiamanten umgewandelt und danach in Handarbeit zu einem Brillanten geschliffen werden.

Tipp 2: Diamanten aus Asche sind eine hochwertige Erinnerung

Für die Entscheidung, etwas Wertvolles in fremde Hände zu übergeben, ist bei den Angehörigen des Verstorbenen Vertrauen nötig. Ein wichtiges Auswahlkriterium sollte daher Transparenz sein, um garantiert eine hochwertige Erinnerung an den Verstorbenen zu erhalten. Bei Algordanza etwa gewährleistet ein umfangreiches Zertifikat für jeden Diamanten die garantierte Herkunft aus dem Kohlenstoff der Kremationsasche. Ein anderer Teil des Zertifikates ist eine eindeutig zuzuordnende Spektralanalyse des gekennzeichneten Diamanten. Der gesamte Prozess wurde von einem Notar überprüft und in einer öffentlichen Urkunde bestätigt und testiert.

Grafik "Urne mit Pfeil zu Diamanten" stellt dar, dass man aus Asche von Verstorbenen Diamanten erstellen kann.
In einem mehrwöchigen Verfahren unter hoher Temperatur und hohem Druck wird der Kohlenstoff der Kremationsasche zu einem Rohdiamanten gepresst und dann in Handarbeit zu einem Brillanten geschliffen. Foto: djd/Algordanza Erinnerungsdiamanten

Über 3.000 deutschen Bestattern bieten diese Form der Bestattung in Deutschland an. Die Bestatter haben an einer Wissensvermittlung rund um die Diamantbestattung teilgenommen.

Wissenswertes zu der Diamanten-Bestattung

Ist der Erinnerungsdiamant ein echter Diamant?

Ja, dabei handelt es sich um einen echten Diamanten. Er besitzt dieselben chemischen, physikalischen und optischen Eigenschaften wie ein natürlicher Diamant.

Ist die Größe des Diamanten abhängig von der Menge der verwendeten Asche?

Nein, die Größe des Diamanten ist von der Prozessdauer abhängig. Je länger der Diamant in der Wachstumsphase belassen wird, desto größer wird er.

Diamant in Schatulle
Bei der konkreten Form der Erinnerung an einen Verstorbenen durch einen Diamanten sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Foto: djd/Algordanza Erinnerungsdiamanten
Bläulicher Erinnerungsdiamant zwischen Pinzette.
Ein Erinnerungsdiamant ist ein Symbol ewiger Verbundenheit und zudem ein über Generationen hinweg unvergängliches Erbstück. Foto: djd/Algordanza Erinnerungsdiamanten

Wie viel Asche ist zur Fertigung notwendig?

Bei der sogenannten Kremierung eines erwachsenen Menschen entsteht im Durchschnitt etwa 2,5 kg Asche. Für die Herstellung eines oder mehrerer Diamanten sind mindestens 500 g Asche notwendig.

Was passiert mit der restlichen Asche?

Der Ascheanteil, der nicht zur Herstellung des Diamanten verwendet werden soll, kann etwa an den jeweiligen Bestatter zurückgeführt werden, um eine Urnenbeisetzung im Heimatort vorzubereiten.

Können mehrere Diamanten aus einer Asche hergestellt werden?

Ja, aus der Kremationsasche eines Erwachsenen kann man mehrere Diamanten herstellen. Genaue Angaben über die potenzielle Stückzahl sind von der Aschemenge und dem Kohlenstoffgehalt der Urnenasche abhängig. So können mehrere Angehörige einen Diamanten zur Erinnerung bekommen.

Wie lange dauert es, bis ich meinen Erinnerungsdiamanten in den Händen halten kann?

Die Herstellung dauert etwa fünf bis acht Monate ab Urneneingang. Allerdings ist die Erzeugung eines Diamanten ein komplizierter Prozess und kann in manchen Fällen länger dauern.

Lässt sich ein Erinnerungsdiamant herstellen, wenn der Todesfall und die Kremierung länger zurückliegen?

Ja, das Alter der Asche ist für das Herstellungsverfahren nicht wichtig.

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